Es sieht so einfach aus: Mit dem Gefälle abwärts flitzen, eventuell noch zusätzlichen Schwung holen auf dem geraden Stück und dann, beim Aufwärtsfahren in rasender Fahrt, den Schwung ausnutzen, den das kleine Gefährt mit seinen winzigen Rollen nun hat. Die ältere Generation kennt es als „Roller“, die Jugend indes spricht von einem „Scooter“. Und wenn Tom, 10, eben diese Übung praktiziert in der Halfpipe, der halbierten Röhre in der Trendsportanlage an der Ensisheimer Straße, gleich beim Bildungszentrum, dann sieht alles auch ganz einfach aus.

Video: Jörg Büsche

Was es aber keineswegs ist. Bis das Abwärtsrollen auf abschüssigem Beton, das Dahinschießen auf dem jäh beginnenden Asphaltstück und das Hinaufrasen an der gegenüberliegenden Steigung samt anschließend sanfter Landung auf dem nun wieder waagerechten Kamm-Stück so elegant wirkt wie beim Tom, braucht es sehr, sehr viel Übung, auch sehr viel Erfahrung. Die der Zehnjährige zusammen mit einem halben Dutzend mehr oder weniger Gleichaltriger nun auf dem Skater-Gelände sammeln konnte. Und das unter Anleitung, den das städtische Jugendreferat hatte in der ersten Ferienwoche zu einem Scooter-Kurs eingeladen.

Volle Konzentration bei der Landung, denkt sich Jannes.
Volle Konzentration bei der Landung, denkt sich Jannes. | Bild: Jörg Büsche

„Fast alle sind ohne große Praxis gekommen“, berichtet Michael Bäumer, 16, den Jugendreferent Jan Hendrick Münzer für das Scooter-Training gewinnen konnte. Ohne einige Fahrpraxis aber sieht das Halfpipe-Röhren-Gefälle wirklich ziemlich steil aus, blickt man über die Kante. Inzwischen flitzen die Jungen beherzt hinab. Besonders wichtig war ihrem Trainer, „dass sie auch ein paar Regeln mitgenommen haben. „Nie auf dem Beton warten“ lautet eine. Das behindere die anderen, beeinträchtige deren Fahrt. Vorsicht, Rücksicht, Umsicht werden ohnehin ganz groß geschrieben auf der Markdorfer Trendsportanlage, erklärt Kursleiter Bäumer. Er gibt den Kurs, „damit die Jungs ein paar Basics mitbekommen“. Alles weitere können sie dann bei den älteren Scooter-Fahrern abschauen beziehungsweise sich von denen helfen lassen beim Auf- und Ausbau des Fahr-Trick-Repertoires.

Daniel gehört schon zu den alten Hasen in der Halfpipe. Bild: Jörg Büsche
Daniel gehört schon zu den alten Hasen in der Halfpipe. Bild: Jörg Büsche | Bild: Jörg Büsche

„An meinem Rückwärtsfahren muss ich noch arbeiten“, räumt Tom ein. Das sei der nächste Schritt. Aus der Viertelröhre hochschießend, möchte er nach seiner Landung anschließend rückwärts weiterfahren. Wohl keiner in der Runde der behelmten Jungen hegt Zweifel, dass er es irgendwann kann. „Hätte nie gedacht, dass es so schnell so gut klappt“, erklärt Michael Bäumer. Alle sind froh, nun das kleine Einmaleins des Scooter-Fahrens zu beherrschen. Darauf können sie nun aufbauen.

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