Die alte Turnhalle am Markdorfer Bildungszentrum ist nun vollständig ausgeräumt, die Sanierung kann starten. Um die Baustelle herum wurde zur Sicherheit der Schüler ein Bauzaun aufgestellt. Im Außenbereich haben erste sichtbare Arbeiten begonnen.

Baustelle wird eingerichtet

Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamtes Bodenseekreis, über den aktuellen Stand: „Nachdem nun die letzten Geräte aus der Halle entfernt wurden, sind wir gerade dabei, die Baustelle einzurichten. Dazu gehört die Freimachung der Flächen, auf denen Bauarbeiten stattfinden werden. Hierzu mussten auch Bäume entfernt werden.“ In dieser Woche werde der Hallenboden mit Spanplatten und Folien geschützt, damit die eigentlichen Rückbauarbeiten dann beginnen könnten, erklärt Schwarz weiter.

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Mit dem Umbau zwingend einher gehen Veränderungen im Sportunterricht der Schulen und Einschränkungen bei den Trainingsterminen derjenigen Sportvereine, die die Halle bisher nutzten. Mit nur noch einer verfügbaren Sporthalle musste der Trainingsbetrieb neu organisiert werden. In Gesprächen zwischen dem Landratsamt Bodenseekreis, der Stadtverwaltung Markdorf und Vertretern der Sportvereine wurde ein 14-tägiger Wechsel des Trainingsbetriebs vereinbart.

Neuer Fahrplan für die Vereine

Trotz der Einschränkungen, die je nach Verein und Sparte mal mehr und mal weniger stark ausfallen, zeigen Gespräche mit den Verantwortlichen, dass die Situation nach der ersten Trainingswoche mit neuem Fahrplan von den Vereinen recht gelassen betrachtet wird. Die größten Einschränkungen gäbe es beim Nachwuchstraining, so hieß es, da das Angebot an zeitlich passenden Terminen für die Jugend begrenzt sei.

Marianne Gollor, Berit Diel (Trainerin), Dorothea Rogalla und Sonja Boos (von links) sind trotz des nur zweiwöchigen Trainings der "Fit und gesund"-Gruppe mit Elan dabei.
Marianne Gollor, Berit Diel (Trainerin), Dorothea Rogalla und Sonja Boos (von links) sind trotz des nur zweiwöchigen Trainings der "Fit und gesund"-Gruppe mit Elan dabei. | Bild: Gabriele Münzer

Entspannt geht auch die Trainingsgruppe „Fit und gesund“, die sich an jedem zweiten Montag in der neuen Sporthalle trifft, mit dem Thema um – wenn auch an der ein oder anderen Stelle ein wenig Enttäuschung durchklingt. Trainerin Berit Diel zum Beispiel meint, es sei schon schade, dass sie nur alle zwei Wochen trainieren könnten. Für den erwünschten Trainingseffekt sei das zu wenig und man käme dann auch ein bisschen aus dem Rhythmus. Ungeachtet dessen scheint die bunt gemischte Truppe aus Männern und Frauen sichtlich Spaß an den schweißtreibenden Übungen von Diel zu haben und ist mit Ehrgeiz dabei.

Sportler nehmen Situation in Kauf

Eine der Sportlerinnen ist Marianne Gollor. Sie bewertet die Sache ziemlich pragmatisch: „Man nimmt die Situation in Kauf, weil es ja ohnehin nicht anders geht.“ Wenn man allerdings montags einmal nicht Zeit hätte, dann sei man gleich drei Wochen ohne „Fit und gesund“-Training, merkt Gollor an. Ihre Mitstreiterin Dorothea Rogalla sieht die Situation ebenfalls sehr gelassen: „Ich finde es nicht schlimm, dass das Training im Moment nur 14-tägig stattfindet. Wir bekommen dann schließlich eine neue Halle. Wenn man will, kann man auch anderweitig Sport machen, in anderen Gruppen oder einfach nach draußen zum Walken gehen.“

Im Großen und Ganzen hat sich auch die „Fit und gesund“-Gruppe mit der neuen Situation arrangiert und wird dann, wenn es die Witterungsbedingungen zulassen, auch an der frischen Luft trainieren.

Schulverbund ist gut vorbereitet

Neben den Sportvereinen ist auch der Schulverbund am Bildungszentrum Markdorf von der Hallenschließung betroffen. Die erste Schulwoche ohne die alte Sporthalle ist geschafft und es scheint, glaubt man Schulleiterin Veronika Elflein, in Sachen Sportunterricht auch an den Schulen recht entspannt zuzugehen. "Durch die lange Vorlaufzeit und die gute Vorbereitung läuft der Sportunterricht genauso, wie es die Planungen vorgesehen haben", erklärt die Rektorin. Neben der Nutzung von Kletterhalle und Fitnessraum wird während der Bauphase zusätzlich die Sporthalle in Bermatingen genutzt und der Schwimmunterricht für bestimmte Klassen ausgeweitet. Die älteren Schüler, erläutert Elflein, würden so oft es geht draußen Sport machen.

Veronika Elflein, Rektorin des Schulverbundes Markdorf
Veronika Elflein, Rektorin des Schulverbundes Markdorf | Bild: Privat

Die Umbaumaßnahmen der in die Jahre gekommenen Sporthalle am Markdorfer Bildungszentrum sind eingeläutet. Trotz der gegenwärtigen Trainingseinschränkungen bei den Vereinen und der Veränderungen im Schulsport scheint unter den betroffenen Parteien Gelassenheit zu herrschen. Nicht zuletzt die frühzeitige Kommunikation des Landratsamtes mit Schule und Vereinen hinsichtlich der geplanten Maßnahmen und der konstruktive Austausch untereinander habe hier laut Aussage der Betroffenen zu einer vertretbaren Übergangslösung und einer positiven Einstellung geführt. So freuen sich alle nach der Fertigstellung auf eine "neue" alte Sporthalle.

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Einschränkungen für die Fußballjugend

Der SC Markdorf 1910 verzeichnet durch den 14-tägigen Trainingsbetrieb unter anderem Einschränkungen für die Fußballjugend. Da aber laut Robert Schmid, Jugendleiter Fußball im SC Markdorf, mit der A-, B- und C-Jugend voraussichtlich schon ab Anfang Februar draußen trainiert wird, ist die Situation relativ entspannt.

Robert Schmid, Jugendleiter SC Markdorf
Robert Schmid, Jugendleiter SC Markdorf

„Das reduzierte Training können wir in den nächsten Wochen gut überbrücken“, ist Robert Schmid überzeugt. Allerdings würden Turniere, wie beispielsweise der jährliche Indoor-Cup, in 2019 nicht stattfinden. „Die neue Sporthalle ist für den Turnierbetrieb leider nicht geeignet“, erklärt der Jugendleiter. Für den Indoor-Cup benötigte Rund-um-Bande ließe sich in dieser Halle nicht anbringen. Außerdem seien Tribüne und Bewirtung für die Zuschauer nicht geeignet, so Schmid.

Engpässe bei der Belegung entstehen

Der Judosportverein Markdorf muss sich einschränken. "Am stärksten betroffen durch den Umbau der Halle ist der Nachwuchs, da zwischen 17 und 20 Uhr Engpässe bei der Belegung bestehen. Bei den Erwachsenen sieht es komfortabler aus mit Terminen", so Oliver Stauss, erster Vorsitzender. Um die Einschränkungen etwas aufzufangen, will der JSV für die Sparte Taekwondo etwa 14-tägig am Samstagnachmittag einen Zusatztrainingstermin anbieten.

Oliver Stauss, 1. Vorsitzender des Judosportverein Markdorf e.V. (Bild: privat)
Oliver Stauss, 1. Vorsitzender des Judosportverein Markdorf e.V. (Bild: privat)

Ein Mehraufwand für den Verein ist, dass für jedes Judotraining die Matten auf- und wieder abgebaut werden müssen. In der alten Sporthalle hätten diese im Gymnastikraum liegen bleiben können, erzählt Stauss. Ein Wermutstropfen: die Judo-Kreismeisterschaft kann in 2019 nicht in Markdorf ausgerichtet werden, da die Sporthalle 2 am BZM nicht für Veranstaltungen dieser Art geeignet ist.

Organisation der Termine funktioniert

Für den Hockey Club Markdorf hat die Umorganisation der Trainingstermine nach Meinung von Oliver Haas, Vorsitzender des HCM, recht gut funktioniert. "Die neue Organisation der Trainingstermine funktioniert recht gut für uns. Durch das Zusammenlegen von Mannschaften können wir sogar ein wöchentliches Training anbieten", so Haas. Mangels Lagerfläche musste das Trainingsmaterial in der Halle zwar deutlich reduziert werden, aber damit könne man leben.

Oliver Haas, 1. Vorsitzender des Hockey Club Markdorf e.V. (Bild: privat)
Oliver Haas, 1. Vorsitzender des Hockey Club Markdorf e.V. (Bild: privat)

Für das Nachwuchstraining, an dem Kinder bis zur 6. Klasse auch ohne Mitgliedschaft teilnehmen können, hat Haas eine Kooperation mit dem BZM gestartet. Der Hockeynachwuchs kann so Freitags in der neuen Halle trainieren. Sobald es die Witterung zulässt, gehen die Hockeyspieler ins Freie und stellen ihre Hallentermine dann anderen Vereinen zur Verfügung.

Vereine rücken näher zusammen

Der TV Markdorf ist sehr stark von der aktuellen Hallensituation mit seinem Wochensportprogramm von rund 120 Stunden, das zum Großteil in den Hallen am Bildungszentrum absolviert wird. Derzeit, so Uwe Schäfer, Vorsitzender des Vereins, fällt die Hälfte der Stunden weg. Gerade mit Sparten wie Turnen, Tanz, Volleyball oder Badminton, ist der TV Markdorf auf Turnhallen angewiesen.

Uwe Schäfer, Vorsitzender des Turnverein Markdorf 1880 e.V. (Bild: privat)
Uwe Schäfer, Vorsitzender des Turnverein Markdorf 1880 e.V. (Bild: privat)

"Ich würde sagen, wir Vereine rücken während der Umbaumaßnahmen noch näher zusammen, machen das Beste aus der Situation und freuen uns auf eine modernisierte Sporthalle", so Schäfer. Die Hobbysportler kämen gut mit dem neuen Terminplan zurecht, sagt Schäfer, aber für die Wettkampfsportler sei ein nur 14-tägiges Training nicht optimal. Das Ziel des Turnvereins ist es daher, für die Wettkampfgruppen möglichst wöchentliche Trainings anzubieten.