Mit der Erschließung des künftigen, rund 1,6 Hektar messenden Gewerbegebietes, das östlich des Bahnhofsgebäudes zwischen Eisenbahnstraße und Bahngleisen entsteht, soll es in etwas mehr als einer Wochen losgehen.

Im November 2018 war nördlich der Eisenbahnstraße beim Unternehmen Wälischmiller der Kanal verlegt. In der Bildmitte der Schacht. Die Baugrube wurde mit Erdreich gefüllt.
Im November 2018 war nördlich der Eisenbahnstraße beim Unternehmen Wälischmiller der Kanal verlegt. In der Bildmitte der Schacht. Die Baugrube wurde mit Erdreich gefüllt. | Bild: Toni Ganter

Bislang ist allerdings noch nicht geklärt, wer für Mehrkosten aufkommt, die durch Verzögerungen während Tiefbauarbeiten für einen Abwassersammler entstanden sind. Zur Erschließung des künftigen Gewerbegebietes Eisenbahnstraße musste vorab in acht Metern Tiefe ein Abwasserkanal unter den Bahngleisen verlegt werden.

Das österreichische Spezialunternehmen Braumann baute in mit Spundwänden gesicherten Gruben ein mächtiges Gerät, eine sogenannte Rohrvortriebmaschine auf, die Platz für den Kanalleitungen schaffte.

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Am 11. September vergangenen Jahres begann der Rohrvortrieb planmäßig. Die Stadt musste dafür mit der Deutschen Bahn AG eigens eine Kreuzungsvereinbarung abschließen, weil die Bahnstrecke von der geplanten Leitung „gekreuzt“ wird. Rund einen Monat später wurde aus der Baustelle ein Problemfall, bei dem es um explodierende Kosten, um drohenden Schadenersatz und um die Frage ging, wer wofür verantwortlich gemacht werden kann.

November 2018: Blick auf die Rohvortriebmaschine mit ausgefahrenen Zylindern in einer Baugrube östlich des P+R-Parkplatzes.
November 2018: Blick auf die Rohvortriebmaschine mit ausgefahrenen Zylindern in einer Baugrube östlich des P+R-Parkplatzes. | Bild: Toni Ganter

"Die Stadt Markdorf hat die Rechtsabteilung des Erschließungsträgers RBS Wave mit der Prüfung der Sachlage betraut. Die Rechtsabteilung, das 'Claimsmanagement' geht davon aus, dass die Bauverzögerungen und Mehrkosten nicht ursächlich durch die Deutsche Bahn entstanden oder verschuldet sind und daher die Bahn nicht haftbar gemacht werden kann", hat es eine Auskunft aus dem Stadtbauamt der Stadt Markdorf gegeben. Die Prüfung der "Haftung anderer am Bau Beteiligter für die durch den Baustillstand entstandenen Mehrkosten" laufe derzeit.

September 2018: Seitenansicht auf die Rohrvortriebmaschine, rechts davon die Stelle, ab der Erde für einen runden Tunnel für einen Abwasserkanal rund 8 Meter unter Bahngleisen abgetragen wurde.
September 2018: Seitenansicht auf die Rohrvortriebmaschine, rechts davon die Stelle, ab der Erde für einen runden Tunnel für einen Abwasserkanal rund 8 Meter unter Bahngleisen abgetragen wurde. | Bild: Toni Ganter

Ein Bahn-Sprecher hat folgende Auskunft gegeben: "Wir sind stets bestrebt, ein gutes Verhältnis zu den Kommunen zu haben. So standen wir auch dem Ansinnen der Stadt, unter den Bahngleisen einen Abwasserkanal zu bauen, aufgeschlossen gegenüber."

Für die Bahn sei es bei Arbeiten im Gleisbereich besonders wichtig, dass keine Beeinträchtigungen im Bahnverkehr verursacht werden. "Wir hatten mit der Stadt eine sogenannte Leitungskreuzungsvereinbarung abgeschlossen. Laut eigenem Bodengutachten der Stadt Markdorf wäre diese Baustelle nur mit der Einrichtung einer Langsamfahrstelle möglich gewesen. Dieses Gutachten hatte die Stadt aber noch einmal hinterfragt und daraus resultierend in Abstimmung mit uns alternative Maßnahmen entwickelt."

Durch dieses neue Arbeitsverfahren habe die Bahn es der Stadt ermöglicht, "die Arbeiten komplett, ohne Unterbrechungen und ohne Langsamfahrstellen auszuführen".

Weitere Erschließung steht bevor

Die eigentliche Erschließung des Gewerbegebiets Eisenbahnstraße steht bevor. "Geplanter Beginn der Bauarbeiten ist am 2. April", erklärt Ruslan Weimer vom Stadtbauamt Markdorf. Voraussetzung sei allerdings, dass Wetter mitspielt. Laut Planung wird die Eisenbahnstraße im Bereich zwischen dem Bahnhofsgebäude bis zum Kreuzungsbereich der Straße Schießstattweg erneuert und ein Gehweg hergestellt.

September 2018: Thomas Schuster von der österreichischen Spezialfirma Braumann Tiefbau in der Rohrvortriebmaschine an der Bedieneinheit.
September 2018: Thomas Schuster von der österreichischen Spezialfirma Braumann Tiefbau in der Rohrvortriebmaschine an der Bedieneinheit. | Bild: Toni Ganter

Die Eisenbahnstraße wird im Bereich des Obstgroßmarktes Widemann & Späth und des Unternehmens Wälischmiller ein Stück nach Süden in Richtung Bahngleise verschwenkt, im östlichen Abschnitt etwas nach Norden. Außerdem werden laut Stadtverwaltung auch die Kanalisation, Wasser- und Stromversorgung, die Straßenbeleuchtung und der Breitbandausbau erneuert beziehungsweise neu hergestellt.

Die Arbeiten des zweiten Bauabschnitts sollen laut Stadtverwaltung in zwei Schritten erledigt werden. Während der Bautätigkeiten im Bereich des Obstgroßmarktes soll die Eisenbahnstraße von Osten her über die Straße Schießstattweg befahrbar bleiben. Während der darauffolgenden Bauarbeiten im östlichen Abschnitt ab dem Unternehmen Wälischmiller muss die Eisenbahnstraße zeitweise komplett gesperrt werden.