Zur Zerreißprobe sollte im wahrsten Sinne des Wortes am Donnerstagvormittag das Vorhaben für das SÜDKURIER-Narrenschiff werden. Für die arbeitseifrigen Kinder der Narrenzunft stellte sich die Frage: Wird das Papier halten oder nicht? Dass dieses Wagnis, aus Holzlatten und SÜDKURIER-Zeitungsseiten ein Boot herzustellen, tatsächlich ins Wasser fallen könnte, war bzw. ist gleich im doppelten Sinn möglich. Zum einen hätte das emsige Werkeln auf dem Kirchplatz stattfinden sollen. Petrus hat's leider vereitelt. Zum anderen ist das Narrenschiff noch nicht wasserfest.

"Seit knapp vier Wochen sind wir nun am Schaffen", sagt Uwe Schulz, Jugendbetreuer der Zunft, der zusammen mit Ideengeber Dietmar Bitzenhofer das Projekt für die SÜDKURIER-Aktion "Vereinshelden" leitet. Mittlerweile nimmt das Kanu tatsächlich Form an, sodass die Vorstellung, das Boot sei bald tragfähig und könne den Seeweg von Meersburg nach Konstanz nehmen, in den Bereich des Vorstellbaren rückt. "Als wir vor dem maroden Holzgestänge standen, sah das erst mal gar nicht so vielversprechend aus", räumt Uwe Schulz heute ein. "Einige Stegverbindungen haben gefehlt, überhaupt war das gesamte Grundmaterial alles andere als seetauglich." Längst ist Abhilfe geschaffen, die Verbindungen wurden mit Klebeband "erneuert", was den Zweck wohl erfüllen wird.

Ob das Boot aber wirklich seetüchtig sein wird, das weiß zum jetzigen Zeitpunkt keiner so ganz genau. "Vom Grundsatz her muss das eigentlich halten, es darf sich nur nicht aufweichen", wagt Uwe Schulz eine Prognose. Dafür versuchten an diesem Vormittag Verena, Franziska, Luis, Nico und Julius, die sich im Wechsel mit vier weiteren Kindern derzeit als Schiffsbauer verdingen, zu sorgen. So wird Zeitungsseite um Zeitungsseite mit Kleister eingepinselt und sorgfältig um den längst recht stabil wirkenden Bootskörper geklebt. Zehn Schichten stark ist der Korpus bereits, darüber befindet sich eine dicke Lackschicht. "Noch ungefähr sechs weitere Schichten sollen jetzt drauf", sagt Uwe Schulz, "und am Ende eine dicke Schicht Klarlack."

Bis dahin gibt's aber noch ganz schön viel zu tun. Franzi etwa gibt die Zeitungen aus, was immer wieder mal mit einem Murren quittiert wird, wenn es sich mehrmals um dieselbe Ausgabe des SÜDKURIER handelt. "Das ist nett zu beobachten, wie sich die Kinder nebenbei gegenseitig die Artikel vorlesen", schmunzelt Uwe Schulz und wirft einen prüfenden Blick über Verenas Schulter, die gerade dabei ist, die Kleinanzeigen auf dem Schiffsrumpf zu kommentieren. Überhaupt sei er sehr glücklich über diese Sommeraktion, "denn viele Kinder sehen sich übers Jahr gar nicht, da wir ein Saisonverein sind". Noch eine gute Woche Arbeit steht ins Haus. Gerade genug, um bis zum Ende der Ferien den Kahn dicht zu bekommen, bevor er dem Wasser anvertraut werden kann und eine abenteuerliche Bootsfahrt über den See nach Konstanz zum SÜDKURIER-Medienhaus beginnt.

Die Aktion

Der SÜDKURIER möchte das Engagement der Vereine in Markdorf, Bermatingen und dem Deggenhausertal belohnen und das Ehrenamt fürs Gemeinwohl stärken. Deshalb hat das Medienhaus insgesamt 5000 Euro Preisgeld für seine Aktion "Vereinshelden" ausgeschrieben. Bewerben können sich Vereine mit besonderen Projekten, gerne auch im Bereich der Jugendarbeit. Eine kurze E-Mail mit ein paar Infos und den Kontakten der Ansprechpartner an die Redaktionsadresse markdorf.redaktion@suedkurier.de genügt. Die Redaktion sendet dann einen Mitarbeiter aus, der über das Vorhaben und den Verein berichtet. Betreut wird die Aktion von den Mitarbeitern Helga Stützenberger und Jan Manuel Heß. Bewerbungsschluss ist der 30. September. Danach dürfen die Leser über den Gewinner abstimmen. Die drei bestplatzierten Vereine bekommen ein Preisgeld für ihre Vereinskasse. Außerdem gibt es als Sonderpreis der Aktion noch den "SÜDKURIER"-Bus der Ahausener Firma Wegis samt Fahrer für einen Tag zur freien Verfügung. Die Firma Wegis ist SÜDKURIER-Partner für die Aktion. Beworben haben sich bereits der TC Markdorf, der Tierschutzverein Markdorf, die Bürgerhilfsgemeinschaft Jakab und natürlich die Narrenzunft. (gup)