Zwar ist das Gestaltungskonzept für die Markdorfer Plätze, das 2012/2013 noch unter Ex-Bürgermeister Bernd Gerber entwickelt wurde (wir berichteten am vergangenen Donnerstag), mittlerweile in der Versenkung verschwunden, doch dessen Inhalte seien teils umgesetzt worden und sollen auch künftig umgesetzt werden. Dies sagte Bürgermeister Georg Riedmann gegenüber dem SÜDKURIER. Der Platz zwischen Proma und Volksbank war der einzige Platz, der noch unter Gerber anhand der Maßgaben dieses Konzeptes gestaltet wurde. Zu einer Neugestaltung des Ochsenplatzes, der in dem Konzept ebenfalls aufgeführt wird, war es seinerzeit nicht mehr gekommen. Der Gemeinderat hatte die Umgestaltung damals in nichtöffentlicher Sitzung wieder verworfen.

Der wenige Meter entfernte Ochsenplatz wird hingegen in seinem 70er-Jahre-Charme bestehen bleiben. Bild: Helmar Grupp
Der wenige Meter entfernte Ochsenplatz wird hingegen in seinem 70er-Jahre-Charme bestehen bleiben. Bild: Helmar Grupp | Bild: Helmar Grupp

Die Gestaltungssprache des Proma-Platzes sei aber durchaus bei nachfolgenden Projekten wieder aufgegriffen worden, so Riedmann. Etwa bei der Planung des Angerplatzes oder der Um- und Neugestaltung von Spielplätzen. Den Proma-Tulpenplatz hatte das Überlinger Büro "365 ° freiraum + umwelt" gestaltet, zu Kosten von rund 165 000 Euro. Der Landschaftsarchitekt Wolfgang Treß war seinerzeit der Planer. Nach Treß' Ausstieg bei dem von ihm in 2001 gegründeten Büro "365 ° freiraum + umwelt" Ende 2012 gründete er 2013 ein neues Büro "freiraumwerkstadt", ebenfalls in Überlingen. In Vereinbarung mit seinem vorigen Büro verpflichtete die Stadt Treß weiter, seine bei 365° erstellten Pläne durfte er mitnehmen. In der Folge entwarf Treß mit seinem neuen Team im Auftrag der Stadt den Angerplatz in Markdorf-Süd, der im Juni 2016 eingeweiht wurde.

Der 2016 fertiggestellte Angerplatz in Markdorf-Süd und der...
Der 2016 fertiggestellte Angerplatz in Markdorf-Süd und der... | Bild: Helmar Grupp

Auch das aktuelle Spielplatzkonzept, sagt Riedmann, sei ein Bestandteil des Platzkonzeptes von 2012/2013. "Wenn wir von dem Platzkonzept sprechen, dann müssen wir auch sagen, dass wir den Angerplatz und die Spielplätze in dieser einheitlichen Gestaltung gemacht haben." Und auch für künftige Umgestaltungen will die Stadt auf die Treßsche Formensprache zurückgreifen – und so für eine Einheitlichkeit der Plätze im Stadtbild sorgen. Der nächste Platz, der angegangen werden soll, ist der Latscheplatz. Im Zuge der Umsetzung des Mobilitätskonzeptes soll er bekanntlich zu einem so genannten "shared space" umgewandelt werden. Noch in diesem Jahr sollen die Überlegungen konkretisiert werden, 2019 sollen dann auch Haushaltsmittel eingestellt werden. Es sei "schon erstaunlich", so Riedmann, dass ein solch großes und komplett ausgearbeitetes städtisches Konzept wie das Platzkonzept aus 2012/2013 nie den Weg in die Öffentlichkeit gefunden habe.

...Proma-Platz, fertiggestellt in 2012, wurden bereits in der Formensprache des seinerzeit für das Markdorfer Platzkonzept beauftragten Überlinger Landschaftsarchitekten Wolfgang Treß gestaltet. Bild: Helmar Grupp
...Proma-Platz, fertiggestellt in 2012, wurden bereits in der Formensprache des seinerzeit für das Markdorfer Platzkonzept beauftragten Überlinger Landschaftsarchitekten Wolfgang Treß gestaltet. Bild: Helmar Grupp | Bild: Helmar Grupp

 

Der Latscheplatz

Der Latscheplatz an der Kreuzung von Stadtgraben und Markt-/Hauptstraße soll zu einem Verkehrsraum umgestaltet werden, der Fußgängern, Radfahrern und motorisierten Verkehrsteilnehmern die gleichen Rechte einräumt, ein so genannter "shared space". Dies ist ein Bestandteil des Mobilitätskonzeptes. Dafür könnte der Asphalt verschiedenfarbig markiert und der Kreuzungsbereich, dann ohne Ampel, anders geordnet werden.