Christian Weißenberger ist zunächst ganz bescheiden, als es um seine Teilnahme bei den Special Olympics im Mai in Kiel geht. Der 46-jährige Autist aus Markdorf steckt mitten in den Vorbereitungen für den 5000- und 10 000-Meter-Lauf. "Ich werde langsamer, weil ich älter werde", sagt er selbstkritisch im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Sein Vater Peter Weißenberger widerspricht sofort: "Christian läuft immer noch die gleich guten Zeiten". Die Special Olympics sind die nationalen Sommerspiele für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Rund 4000 Athleten gehen in Kiel in 19 Sportarten an den Start. Und einer von ihnen ist Christian Weißenberger.

An einer Zimmerwand sind seine Erfolge sichtbar: Hier hängen die Medaillen vieler Wettkämpfe, darunter auch eine Silber- und eine Bronzemedaille von den vergangenen Special Olympics World Games in Los Angeles 2015. Diese Weltspiele finden alle vier Jahre statt – die nächsten 2019 in Abu Dhabi. Damit Christian Weißenberger an denen teilnehmen kann, muss er sich in Kiel als Schnellster qualifizieren. Als er von Abu Dhabi und den modernen Hochhäusern berichtet, die er gerne besichtigen möchte, merkt man ihm dann doch den Ehrgeiz ein. "Wenn ich in Kiel Gold gewinne, wäre ich automatisch qualifiziert und das wäre schon sehr schön", erzählt Christian Weißenberger. Bereits 2016 in Hannover und 2014 in Düsseldorf gewann er bei den Special Olympics die Goldmedaille – es wäre dann seine dritte in Folge bei diesen deutschen Meisterschaften.

"Es macht einfach Spaß und die Atmosphäre bei den Wettkämpfen ist schon etwas Besonderes", sagt Weißenberger, der von Adrian Germanus trainiert wird. Seine Eltern begleiten ihn regelmäßig, auch in Kiel werden sie dabei sein und ihn neben der Laufstrecke anfeuern. Sie sind ganz optimistisch und freuen sich bereits auf eine Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate.

Um abseits vom Training fit zu bleiben, läuft Christian Weißenberger regelmäßig von seiner Arbeit bei der Diakonie Pfingstwald die rund 12 Kilometer nach Hause. Oder es geht auf den Gehrenberg – gerne auch Mal, um dort Drachen steigen zu lassen.