Neben der Rückschau auf die gewöhnlichen Aktivitäten eines Kirchenchores im Verlaufe eines liturgischen Jahres stand die diesjährige Hauptversammlung der Sängerinnen und Sänger des Kirchenchors St. Nikolaus Markdorf in der Zunftstube im Obertor ganz im Zeichen zweier bedeutender Ereignisse im zurückliegenden Jahr. Dies teilt der Kirchenchor mit. So hatte man sich vorgenommen, Mitte Oktober mit der Aufführung von Händels Oratorium „Saul“ einen anspruchsvollen und festlichen Beitrag zum Jubiläum „1200 Jahre Markdorf“ zu leisten, was dem Chor und allen mitwirkenden Solisten und Musikern unter der Leitung von Christian Ringendahl in herausragender Weise gelang. Doch sollte dies zugleich nach 34 Jahren der krönende Abschluss des Reigens an großartigen Chorkonzerten unter dem Dirigat des hoch angesehenen Kirchenmusikers von St. Nikolaus sein. Kurz vor der Sommerpause hatte Christian Ringendahl „seinem“ Chor angekündigt, Anfang des Jahres 2018 in den vorzeitigen Ruhestand gehen zu wollen, womit abzusehen war, dass dem Chor in naher Zukunft große Veränderungen bevorstehen würden.

Die Freude und Erleichterung darüber, dass es gelungen ist, mit Johannes Tress einen jungen und hoch motivierten Nachfolger für den langjährigen Chorleiter Christian Ringendahl zu finden, war dem Vorstand des Kirchenchores, allen Chormitgliedern und auch Pfarrer Ulrich Hund in der Hauptversammlung des Kirchenchores St. Nikolaus deutlich anzumerken. Begonnen hatte der Abend jedoch zunächst mit einem knapp eineinhalbstündigen, bildlichen Rückblick auf 34 Jahre Kirchenchor mit Christian Ringendahl in Form einer Fotoshow, professionell erstellt und vorgeführt von Wolfgang Becker, der den Chor auf seinen Chorfahrten, bei Konzertauftritten, in der Fasnet und anlässlich privater Feiern seit Jahren mit seiner Kamera begleitet.

Nach einer Gedenkminute für die Verstorbenen des Kirchenchores wurde im weiteren Verlauf des Abends Jenny Nick, die bis Ende 2017 insgesamt 42 Jahre im Sopran sang und davon 24 Jahre lang die Kassenführung innehatte, mit Dankesworten und einer Ehrenurkunde in die Reihen der Ehrenmitglieder aufgenommen. Auch Pfarrer Hund, Präses des Kirchenchors, dankte der Sängerin für ihr langjähriges Engagement mit einem kleinen Geschenk und gab einen eigenen Rückblick auf das terminreiche Gemeindejahr. Als „epochale Veränderung“ bezeichnete er dabei den Stabwechsel im Amt des Kirchenmusikers und wünschte dem neuen Dirigent mit einem Händedruck Gottes Segen für sein Wirken. Dem Chor dankte er ebenfalls für seinen Einsatz bei allen Fest- und Feiertagen und hob auch noch einmal die fulminante Aufführung des Händelschen Oratoriums hervor.

Obwohl bei der diesjährigen Versammlung offiziell keine Wahlen anstanden, gab es doch einen Amtswechsel. In Zukunft wird Christoph Braun, einstimmig ins Amt gewählt, Notenwartin Margarete Schöllhorn bei ihrer Arbeit unterstützen. Seiner Vorgängerin, Ursel Gutemann, wurde für ihre jahrelange, zeitaufwändige und allzeit zuverlässige Ausübung ihres Amtes herzlich gedankt. Insgesamt 15 kirchenmusikalische Auftritte, acht Beiträge der Choralschola und die viermalige Mitwirkung des Kinderchors in Gottesdiensten sowie zwei Auftritte des Frauenchörles im Seniorenheim St. Franziskus und im Rorateamt zeugen von der regen Aktivität der singfreudigen Gemeindemitglieder von St. Nikolaus.

Dass es den Chörlern im zurückliegenden Jahr trotz vieler Pflichten aber keinesfalls an Geselligkeit mangelte, davon wusste Schriftführerin Andrea Dreher zu berichten, die an den gelungenen Chorausflug nach Dornbirn, an schöne gemeinsame Stunden bei Geburtstagen und an der Adventfeier erinnerte. Trotz keiner Neuzugänge im vergangenen Jahr ist der Kirchenchor mit derzeit 59 Mitgliedern solide aufgestellt. Die Andeutung des neuen Chorleiters Johannes Tress, neben der Beibehaltung der beliebten Orchestermessen auch Neues zu wagen, dürfte zur Freude der Chorgemeinschaft vielleicht auch interessierte neue Sängerinnen und Sänger locken. Die Proben finden immer donnerstags um 19.30 Uhr in der Alten Kaplanei (beim Hexenturm) statt.