Die über 100 Gäste sind genauso festlich herausgeputzt wie die Zunftstube im Markdorfer Obertor. Hier wollen die "Buchhorn Chuchis" in Kürze eine kulinarische und logistische Meisterleistung vollbringen. Die "Chuchis", ein Club kochender Männer aus Friedrichshafen, stehen zum zweiten Mal für den guten Zweck hinter dem Herd.

Die 55 Euro, die die Gäste für das Fünf-Gang-Menü bezahlt haben, kommen gleich zwei Förderprojekten zugute. Die Hälfte des Geldes geht an die Hospizguppe Salem, die todkranke Menschen und ihre Angehörigen auf ihrem letzten Weg begleitet. Über die andere Hälfte der Spenden kann sich die Frauenselbsthilfe nach Krebs Meersburg/westlicher Bodenseekreis freuen. "Der Kochclub hat uns angesprochen und gesagt, dass die Gruppe gerne mal eine solche Herausforderung annehmen würde", erklärt der Leiter der Hospizgruppe, Johannes Hasenbrink, wie die Veranstaltung entstanden ist. Seine Frau Christa Hasenbrink leitet die Selbsthilfegruppe, was dazu geführt habe, dass die Spenden nun beide Angebote begünstigen. Mit der Planung des Abends hatten das Ehepaar gemeinsam mit dem Leiter des Kochclubs, Leo Schärer, schon im Dezember begonnen. "Dennoch war gerade die letzte Woche voll von Arbeit und Ideen für das Benefizessen", sagt Johannes Hasenbrink.

Viola Lehr genießt den freundlichen Service von Bernhard von Stryk, der ihr eine leckere Chicoréesuppe auftischt.
Viola Lehr genießt den freundlichen Service von Bernhard von Stryk, der ihr eine leckere Chicoréesuppe auftischt. | Bild: Angelina Sortino

Für ihre Spende wird den Dinnergästen einiges geboten. Neben den Speisen, die von den Hobbyköchen zubereitet und von Mitgliedern und Unterstützern der begünstigten Einrichtungen serviert werden, können die Gäste auch Wein und Brände aus der Region genießen. Möglich ist das auch, weil zahlreiche Unternehmer, Weingut- und Restaurantbesitzer Lebensmittel gespendet haben. Die Zunftstube wird von den Markdorfer Narren ebenfalls kostenlos zur Verfügung gestellt und zwei der Mitglieder helfen hinter der Theke.

Im Wissen, gerade etwas Gutes zu tun, schlemmen sich alle Gäste ohne schlechtes Gewissen durch einen Gruß aus der Küche, zwei Vorspeisen, einen Hauptgang und einer Kombination aus Panna Cotta, Himbeersoße und Schokoladentarte zum Dessert.

Franziska von Stryk, Markus Heizmann, Doris Kramer und Wolfgang Miller (von links) geben den ganzen Abend über ihr Bestes.
Franziska von Stryk, Markus Heizmann, Doris Kramer und Wolfgang Miller (von links) geben den ganzen Abend über ihr Bestes. | Bild: Angelina Sortino

Zwischen den Gängen stellen sich die Hospizgruppe und die Frauenselbsthilfe nach Krebs vor und erklären, wofür die Spenden des heutigen Abends verwendet werden sollen. Johannes Hasenbrink spricht für die Hospizguppe: "Mit dem Geld werden wir Schulungen, Referenten und Vorträge, aber auch Ausflüge für unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter bezahlen." Die Spenden für die Frauenselbsthilfe nach Krebs sollen Frischerkrankten zugutekommen. "Wir möchten ihnen mit einer Maltherapie einen Weg anbieten, Krankheit und Diagnose besser zu verarbeiten", erklärt Christa Hasenbrink. Die Maltherapie wird als Teil des Onkocafés angeboten werden, das speziell für Menschen gedacht ist, die gerade erst die Diagnose Krebs erhalten haben und lernen müssen, mit ihr umzugehen. Christa Hasenbrink berichtet: "Eine heile Seele ist für ein Leben mit oder nach dem Krebs genauso wichtig wie gute medizinische Versorgung für die Tumorpatienten."

Helga und Dirk Schumacher finden es toll, mit ihrem Genuss auch noch etwas Gutes tun zu können. Darauf stößt das Paar gerne an.
Helga und Dirk Schumacher finden es toll, mit ihrem Genuss auch noch etwas Gutes tun zu können. Darauf stößt das Paar gerne an.

Am Ende der Veranstaltung sind alle Gäste satt und schwer beeindruckt von der Leistung der Köche. "Es hat wirklich sehr gut geschmeckt, sogar auf unsere vegetarischen Wünsche wurde eingegangen", erklärt Spender Dirk Schumacher. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass sowohl die Köche als auch das Servicepersonal am Ende des Abends tosenden Beifall erhalten, als sie vorgestellt werden. Auch Johannes Hasenbrink zieht ein positives Fazit: "Ich bin über die große Zahl an Besuchern sehr erfreut. Wenn jetzt auch die Kasse stimmt, bin ich natürlich noch glücklicher."

 

Spendenempfänger

  • Die Hospizgruppe Salem besteht aus 35 ehrenamtlichen, ausgebildeten Mitarbeitern und einer Einsatzleitung. Ziel ist es, Menschen im Pflegeheim, zu Hause und gegebenenfalls im Krankenhaus bis zum Lebensende begleiten. http://www.hospizgruppe-salem.de
  • Die Frauenselbsthilfe nach Krebs Meersburg/westlicher Bodenseekreis bietet drei Gruppen für krebskranke Frauen, Männer und deren Angehörige an: Selbsthilfegruppe für Frauen mit oder nach einer Krebserkrankung im Evangelischen Gemeindehaus in Meersburg, Onkocafé – Gesprächskreis frischerkrankter Tumorpatienten im Helios-Spital in Überlingen, Gruppe "Hand in Hand", Kinder krebskranker Eltern oder Angehöriger im Rosa-Wieland-Kindergarten in Nußdorf. http://www.frauenselbsthilfe-meersburg.de