Neue Geschmackserfahrung gefällig? Da kann Simon Ehrich weiterhelfen. Der Käsehändler aus Langenargen denkt da sofort an seinen Roccolo. "Das ist schon ein ganz besonderer Käse, da steckt einer den anderen an", bleibt er anfangs etwas geheimnisvoll. Empfehlen würde er ihn immer dann, wenn jemand auf der Suche nach etwas Ausgefallenem ist und abseits des Mainstreams. Wobei die Rede von einer oder mehreren Hauptströmungen seltsam klingt angesichts Ehrichs Auswahl. Rund 170 Käsesorten hält er jeden Donnerstagvormittag für seine Kunden auf dem Markdorfer Wochenmarkt bereit.

Auf Pinienbrettern liegen die Käselaibe beim Reifen in den Gewölbekellern einer neben dem anderen, jeder mit einem Durchmesser von etwas mehr als zwei Handbreit, inklusive Daumen. Und dann geschieht der Ansteckungsprozess – genauer: des Übertragens der für den Roccolo typischen Schimmel-Flora. "Je nachdem färbt diese dann den Käse nach innen hin leicht grünlich bis bläulich oder weißgelblich bis orange." In Jedem Fall lasse sie sich mit essen. Im Kern bleibe der Roccolo weiß, schmecke dort auch säuerlich, ja fast zitronig. Im Gegensatz dazu hat der angefärbte Randbereich eine mild-würzige Note, ein gewisses Waldaroma. Jeder Laib mit einem Gewicht von etwa zwei Kilogramm wird während der dreimonatigen Reife mehrfach gewendet und geschmiert, damit die bunte Schimmelflora rundum gedeiht. "Ich esse diesen Rohmilchkäse aus Kuhmilch am liebsten ohne Brot", erklärt der Käsehändler.

"Es gibt Leute, die neugierig sind und etwas Neues probieren möchten", sagt Ehrich. Denen empfiehlt er dann den runden Käse aus der Lombardei. Ehrlichs Käseproduzent ist im Val Taleggio bei Bergamo beheimatet. Roccoli heißen jene Türmchen, die dem edlen Käse seinen Namen gegeben haben. Seit altersher dienen sie den Jägern der Region als Regenschutz und Unterstand. In Markdorf, so Ehrichs Beobachtung, seien die Leute nur "mäßig neugierig". Anders in Lindau: Dort zeigen sich die Marktbesucher etwas experimentierfreudiger. Den Markdorfern müsse er seinen Roccolo schon aktiv nahebringen.

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