Los ging es schon im Juli. "Da habe wir schon die frühen Sorten geerntet", erzählt Maria Röhrenbach, Senior-Chefin des inzwischen an die nächste Generation übergegangenen Obstbau-Betriebs in Immenstaad-Kippenhausen. Gepflückt würden die letzten Zwetschgen-Sorten dann noch bis etwa Anfang Oktober. Derzeit habe sie die "Fruchtbare" im Angebot, zeigt Maria Röhrenbach auf die Kiste mit dem tiefblauen Steinobst. Die seien besonders saftig, knackig und eigneten sich sehr gut als Kuchenbelag, erklärt sie.

"Mal mit Quark, dann mit Hefe, aber auch mit Mürbeteig" backe sie ihren Zwetschgenkuchen. Immer einen anderen, sodass keine Langeweile eintritt. Und Zwetschgenmus, das koche sie auch ein. Maria Röhrenbachs Tipp für heiße Tage: Eis mit warmem Zwetschgenmus darauf anstelle von Himbeeren. Es komme auch vor, dass Kunden nach einem Tipp fürs Zwetschgenkuchen-Backen fragen. Dann helfe sie gerne weiter – sowohl an ihrem Marktstand in Markdorf als auch beim Obststand auf dem eigenen Hof in Kippenhausen.

Zwetschge, Zwetschke oder auch Zwetsche

Die Zwetschge, Zwetschke oder auch Zwetsche – je nachdem, wo sie wächst, wo sie gepflückt und gegessen wird – sie trägt ihren Migrationshintergrund bereits im Namen. Denn der leitet sich aus dem Vulgärlateinisch-Romanischen her und lehnt sich ans griechische "Damaskena" an, wie das Duden-Wörterbuch berichtet. Was dann soviel heißt wie "die damaskenische Frucht", weil sie schon in der Antike rund ums syrische Damaskus genossen wurde. Ihr richtiger beziehungsweise ihr lateinischer Name unter den Biologen lautet übrigens "Prunus domestica". Was wiederum soviel bedeutet wie "Haus-Pflaume".

Ein altes Hausmittel sind Pflaumen übrigens bei Verdauungsproblemen. Ihr Pektin und ihre Zellulose quellen im Körper auf. Über solche volksheilkundlichen Anwendungen hinaus weiß Maria Röhrenbach, "dass Zwetschgen sehr, sehr gesund sind". So stützen sie den Knochenaufbau, hemmen entzündliche Reaktionen und sind auch gut für die Augen.