Ring… wie? Nie gehört – daher auch nicht direkt verstanden. „Ringlotten“, wiederholt Judith Lehle geduldig. Auf dem Bauernmarkt beim Hexenturm verkauft sie ihr neuestes Produkt. Selbstgemacht, das heißt selber geerntet – natürlich im eigenen Garten, selbstverarbeitet: zu Ringlotten-Essig. Sogar die Etiketten auf den kleinen Fläschchen stammen aus eigener Fertigung. Zart rosa ist der Inhalt. Als wär‘s Roséwein. Ist er aber nicht. Denn die Grundlage sind keine roten Trauben, sondern ziemlich grün-gelbe Pflaumen.

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Die Ringlotte, kuglig und überaus süß, zählt zu den Edelpflaumen. Sie heißt auch Ringelotte, Reneclode oder Reineclaude. Ihre wilde Schwester wird Kriecherl genannt – in Österreich. Hierzulande ist sie als Haferschlehe bekannt – bei den Kennern. Mit der Veredelung stellten sich indes auch die Probleme ein. Immer süßer, immer größer gezüchtet, besitzt sie kaum noch Säure. Sodass sie kaum zum Einkochen taugen. Was also tun, wenn der Appetit nach frischen Ringlotten gestillt ist? Verschenken geht. Die süßen Früchte in Essig ansetzen geht gleichfalls. Das Ergebnis ist ein sehr milder, recht fruchtiger Essig. „Der ganz prima zum Salat schmeckt“, versichert Judith Lehle.

Der Markdorfer Markt ist auch eine Börse für Ideen und Rezepte

Die Idee zu ihrem Ringlotten-Essig kam ihr übrigens daheim im eigenen Garten. Ideen zu anderen leckeren Produkten tauscht sie auf dem Markt aus. „Eigentlich sind wir ständig am Experimentieren.“ Mal gibt sie ihren Kunden Anregungen weiter, mal ist sie es, die die Tipps bekomme, schmunzelt sie.