Markdorf (gup) Die Honorarverhandlungen der Stadt mit dem Siegerbüro des Architektenwettbewerbs Rathaus ins Bischofsschloss, dem Ulmer Büro Braunger und Wörtz, sind abgeschlossen. Am Mittwochabend beschloss der Gemeinderat bei einer Gegenstimme von FW-Rat Arnold Holstein die Honorarvereinbarung sowie die Beauftragung des Büros mit den Leistungsphasen 1 bis 3. Um das Honorar bemessen zu können, gibt es in der Honorarordnung für Architekten ein Punktesystem. Das Maximum sind 42 Punkte. Sie bezeichnen den höchsten Schwierigkeitsgrad und die Einstufung eines Vorhabens in die höchste Honorarzone 5. Die Stadt hat mit dem Büro eine Bewertung von 29 Punkten ausverhandelt, was der Einstufung in die Honorarzone 4 (überdurchschnittlich schwierig) entspricht. Die Punkte werden nach einem festgelegten Kriterienkatalog vergeben. Die Architekten schlugen laut Verwaltungsvorlage den Mindestsatz für die Honorarzone 4 vor, die Zone reicht von 27 bis 34 Punkten. Konkrete Summen für die Baukosten wie auch fürs Honorar würden erst nach dem Entwurf und der daraus folgenden Kostenberechnung vorliegen, hieß es.

Bürgermeister Georg Riedmann bezeichnete es als einen Vertrauensbeweis des Architekturbüros, dass es der Beauftragung nur für die Phasen 1 bis 3 (Entwurfsplanung) zugestimmt habe und nicht wie allgemein üblich bis Phase 5 (Ausführungsplanung) engagiert wurde. Riedmann und Stadtbauamtsleiter Michael Schlegel betonten, dass Braunger Wörtz mit ihrem Vorschlag der 29 Punkte ein sehr angemessenes Angebot abgegeben hätten. Der Schwierigkeitsgrad hätte auch höher und damit teurer für die Stadt angesetzt werden können. Die Sprecher aller Fraktionen äußerten sich positiv. Die CDU, so Susanne Sträßle, sei überzeugt von dem Büro. Die Freien Wähler, so Dietmar Bitzenhofer hätten einen "sehr kompetenten Eindruck" aus der Vorstellungsrunde der Architekten gewonnen. Auch Susanne Deiters Wälischmiller (UWG) und Wolfgang Zimmermann (SPD) befürworteten das Vorgehen. Sehr kritisch äußerte sich hingegen Holstein (wir berichten morgen ausführlicher über die Diskussion).