Das Bischofsschloss und die Südumfahrung haben die Hauptversammlung des CDU-Stadtverbands geprägt. „Der Schock saß tief“, erklärte Susanne Schwaderer. Die Vorsitzende des CDU-Stadtverbands bezog sich auf den Bürgerentscheid im vergangenen Dezember, bei dem sich eine äußerst knappe Mehrheit gegen den Umzug der Verwaltung ins Schloss entschieden hatte. „Jetzt steht das Gebäude leer und verkommt“, sagte Schwaderer.

Da passt kein Blatt dazwischen: Peter Freyas, Ursula Hutter-Koenen, Alfons Viellieber und Susanne Schwaderer vom Führungsteam des CDU-Stadtverbands.
Da passt kein Blatt dazwischen: Peter Freyas, Ursula Hutter-Koenen, Alfons Viellieber und Susanne Schwaderer vom Führungsteam des CDU-Stadtverbands. | Bild: Jörg Büsche

Bürgermeister Georg Riedmann (CDU) nahm Stellung. Er bedauerte, dass „aus der Markdorfer Öffentlichkeit keine neuen Impulse gekommen sind, das Thema wieder aufzugreifen“. Nun stehe das Schloss leer, besitze keine Priorität mehr „und stellt ein riesiges Problem dar“. Ebenfalls bedauerlich sei, dass eine durchkalkulierte und sehr gut finanzierbare Lösung für den Bereich Bischofsschloss/Rathausareal abgelehnt wurde.

Soll alsbald saniert werden: das Markdorfer Rathaus. So wünscht es die CDU.
Soll alsbald saniert werden: das Markdorfer Rathaus. So wünscht es die CDU. | Bild: Jörg Büsche

Die beiden Bürgerbeteiligungen haben laut Riedmann auch keine neuen Erkenntnisse gebracht. „Auch nach der zweiten Veranstaltung im Mai herrscht immer noch Ratlosigkeit.“ Die Konsequenz: „Jetzt ist wieder der Rat gefragt bei der Entscheidung.“

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Georg Riedmann berichtete auch aus dem Kreistag. Er äußerte sich unter anderem über die Baufortschritte am Bildungszentrum. Hier habe sich eine Verzögerung von rund drei Monaten ergeben. An den Sanierungskosten sei die Stadt Markdorf mit 22 Prozent beteiligt, an allen Kosten, die das pädagogische Konzept verlangt, mit 43 Prozent.

Bei den Arbeiten am Bildungszentrum ist es zu einem dreimonatigen Verzug gekommen. Das gesteigerte Engagement der Stadt am BZM soll bewusster werden.
Bei den Arbeiten am Bildungszentrum ist es zu einem dreimonatigen Verzug gekommen. Das gesteigerte Engagement der Stadt am BZM soll bewusster werden. | Bild: Jörg Büsche

Der Markdorfer Betriebskostenanteil entspreche dem Anteil der aus der Stadt kommenden Schüler – etwa 50 Prozent. Riedmann bat, diese Aufgaben – und diesen Anteil – doch der Markdorfer Öffentlichkeit stärker ins Bewusstsein zu rücken. Berührt sei die Stadt auch von einem anderen Bauvorhaben des Kreises. Die neue Straßenmeisterei wird östlich des Baumarktes Schneider entstehen.

Erfreuliche Signale zur B 31-Trassenplanung

Erfreuliche Signale glaubt Riedmann für die Markdorfer Bürger in Sachen B 31-neu vernehmen zu können. Hier deute sich eine Lösung an, die für die Gehrenbergstadt die wenigsten Probleme bereite. Doch gelte es noch abzuwarten, bis im Dezember die Vorzugstrasse öffentlich präsentiert werde.

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Seine Argumente im Kreisrat zur Südumfahrung legte Bürgermeister Riedmann noch einmal dar. „Meine Sorge ist, dass sich inzwischen die Bedingungen verändert haben.“ So sei das Verkehrsaufkommen niedriger als vor 16 Jahren, als der Bürgerentscheid stattfand.

B 33-Anlieger wären von Veränderung enttäuscht

Auch würde sich die Situation an der innerörtlichen B 33 nicht so wandeln, wie es sich die Anlieger wünschten. Die Bundesstraße werde mindestens weitere zehn Jahre ihren Charakter behalten, bevor sie umgewidmet werden könne. Vor diesem Hintergrund „kann ich nicht für die Bürgerschaft sprechen“, erklärte Riedmann. Er wolle daher vor dem Beschluss des Kreistages ein Votum des Gemeinderates oder eine neue Bürgerbefragung.

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Wunsch: Ladestationen für E-Bikes

Abschließbare Fahrradboxen – etwa beim Bahnhof – möchte die Markdorfer CDU bei den nächsten Haushaltsberatungen vorschlagen. Abstellgelegenheiten schlug Susanne Schwaderer darüber hinaus auch in der Innenstadt für die Fahrradtaschen von Velo-Touristen vor sowie Ladestationen für E-Bikes. Kerstin Mock begrüßte, dass „unser Bahnhof jetzt endlich aus seinem Dornröschenschlaf wachgeküsst wurde“. Die CDU-Fraktionssprecherin freut, dass dort auch ein Café geplant ist.

Beim Bahnhof möchte der CDU-Stadtverband eine Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer.
Beim Bahnhof möchte der CDU-Stadtverband eine Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer. | Bild: Jörg Büsche

Weitere Themen, um die sich die CDU kümmert: der Ausbau des Glasfasernetzes und der zentrale Standort für ein Hotel. Außerdem setzt sich die Fraktion für einen eigenen Fußgänger- und Radfahrerübergang beim Bahnhof ein. Gegen einen dritten Grundschulstandort spricht sich die CDU-Fraktion im Rat auch weiterhin aus.

CDU Markdorf

Volksbegehren „Rettet die Bienen“ bereitet Sorgen

Sorgen bereitet der Markdorfer CDU das Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Hier werde aktuell nicht weiter geworben. Doch sei die Aktion keineswegs gestoppt. „Wir dürfen das Thema nicht unterschätzen“, warnte Susanne Schwaderer.

Und Bürgermeister Riedmann warnte: „es ist nicht die Zeit, sich zurückzulehnen“. Kerstin Mock, selber Landwirtin, schätzt die Situation als bedrohlich ein. Bedrohlich für die Kulturlandschaft in der Region, die zu Schaden kommen könne, wenn die Bauern sie nicht mehr pflegen, weil ihnen die verschärfte Gesetzeslage die Existenzmöglichkeit nimmt.

Städtschnellbus vor besseren Taktung

Inwiefern Markdorf von den zusätzlichen Investitionen des Kreises im Öffentlichen Personen-Nahverkehr profitiere, schilderte Georg Riemann ebenfalls in seinem Bericht aus dem Kreisrat. Eine maßgebliche Verbesserung der Städteschnellbusverbindung Ravensburg – Konstanz stehe in Aussicht – sofern die Ravensburger Kreisräte zustimmen.

Es bedarf nur noch der Zustimmung des Ravensburger Kreisrats: Dann kann der Städteschnellbus im Stundentakt – und auch am Wochenende öfter – fahren.
Es bedarf nur noch der Zustimmung des Ravensburger Kreisrats: Dann kann der Städteschnellbus im Stundentakt – und auch am Wochenende öfter – fahren. | Bild: Jörg Büsche

Dann würden die Autobusse im Stundentakt verkehren. Teils auch am Wochenende. Für die Innenstadt, aber auch die Ortsteile werde an einem Stadtbus-System im Halbstundentakt gearbeitet. Bewegung sieht Riedmann auch bei der Bodensee-Gürtelbahn. Dies seitdem die Anliegergemeinden aus freien Stücken einen Teil der Planungskosten für Ausbau und Elektrifizierung übernehmen.

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Viele Themen auf der Agenda

Weitere Themen, um die sich die CDU kümmert: der Ausbau des Glasfasernetzes und der zentrale Standort für ein Hotel. Außerdem setzt sich die Fraktion für einen eigenen Fußgänger- und Radfahrerübergang beim Bahnhof ein. Gegen einen dritten Grundschulstandort spricht sich die CDU-Fraktion im Rat auch weiterhin aus.