"Klack klack klack“ – das Geräusch ist bereits auf dem Flur zu hören. Im Klassenzimmer wird es dann lauter. "Mist, 17 Sekunden", ruft der 14-jährige Dominik, nachdem er einen Blick auf die Uhr geworfen hat.

17 Sekunden für 12 Becher

17 Sekunden, um 12 spezielle Becher in vorgegebenen Formationen auf- und wieder abzustapeln – das nennt sich "Speed Stacking" beziehungsweise "Becherstapeln". Dominik würde gerne elf Sekunden schaffen, seine Bestzeit liegt bei 14 Sekunden.

Video: Nosswitz, Stefanie

Dominik ist einer von 30 Schülern und Schülerinnen des Schulverbundes am Bildungszentrum Markdorf, die die "Speed Brain AG" von Lehrer David Funes besuchen. Derzeit bereiten sie sich auf eine Vorführung bei der Bildungsbühne am Samstag, 20. Oktober, in der Stadthalle, vor.

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David Funes würde gerne zwei Schüler beim Becherstapeln gegeneinander antreten lassen. Während das bei Dominik ganz gut funktioniert, sind Jannis und Pelsin noch am Üben. "Man muss beachten, dass man die Hände abwechselnd benutzt. Rechts, links, rechts, links. Und man muss üben, üben, üben", so die Zehnjährige.

Die zehnjährige Pelsin ist hochmotiviert. "Ich probiere das mit den Bechern solange, bis ich es kann", sagt die Schülerin.
Die zehnjährige Pelsin ist hochmotiviert. "Ich probiere das mit den Bechern solange, bis ich es kann", sagt die Schülerin. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Jannis hat neben dem Becherstapeln noch ein weiteres Geschicklichkeitsspiel für sich entdeckt: Würfelstapeln. Mit einem Würfelbecher nimmt er mehrere Würfel vom Tisch nacheinander auf.

Der Favorit von Jannis ist das Würfelstapeln. Das macht dem 13-Jährigen besonders viel Spaß.
Der Favorit von Jannis ist das Würfelstapeln. Das macht dem 13-Jährigen besonders viel Spaß. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Jannis schafft acht Würfel

Anschließend stellt er den Becher kopfüber auf den Tisch, sodass die Würfel wie ein Turm übereinandergestapelt zum liegen kommen. Der 13-Jährige schafft acht Würfel – aber auch nur, weil es in der AG keine höheren Becher gibt. "Das kann ich am besten und das macht mir Spaß."

Video: Nosswitz, Stefanie

Jeden Mittwochnachmittag wird in diesem Schulhalbjahr gemeinsam an der Schnelligkeit, Koordination und Konzentration gearbeitet. Dazu gehört auch das Lösen des Zauberwürfels. Dabei geht es darum, Algorithmen zu lernen und diese umsetzen.

Zauberwürfel und exotische Würfel

Michael ist von den Würfeln besonders begeistert und hat sich viele Videos im Internet angeschaut. "Ich wollte einfach wissen, wie das geht und mit der Zeit bekommt man den Dreh raus", so der 13-Jährige, der den 3x3-Würfel an diesem Tag in 33 Sekunden knackt. "Ich finde auch exotische Würfel mit Formen und ausgefallenen Sachen gut", sagt Michael.

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Der 13-jährige Mateusz schafft den Würfen in 27 Sekunden. Heute aber nimmt er sich viel Zeit, um den zehnjährigen Daniel in die Geheimnisse der Algorithmen und die Drehreihenfolge einzuweihen. "Meine Oma konnte das sehr gut und daher wollte ich das auch gerne lernen", erzählt Daniel.

Der 14-jährige Mateusz (links) knackt den 3x3-Zauberwürfel in 27 Sekunden. Heute erklärt er dem zehnjährigen Daniel, worauf er beim Drehen achten muss.
Der 14-jährige Mateusz (links) knackt den 3x3-Zauberwürfel in 27 Sekunden. Heute erklärt er dem zehnjährigen Daniel, worauf er beim Drehen achten muss. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Schüler sind begeistert

David Funes, der bei seinem Referendariat vor einigen Jahren das Becherstapeln entdeckte, freut es, dass die Schüler mit so viel Begeisterung dabei sind. "Wir üben die Hand-Augen-Koordination und trainieren Konzentration, während man schulisch abschaltet", sagt Funes und wendet sich dem 14-jährigen Maher zu, der gerade mit einer Hand versucht, Becher zu stapeln. "Rechts, links, rechts, links, beide Hände, Maher, beide Hände", gibt Funes vor.

Lehrer David Funes leitet die AG. Er entdeckte das "Speed Stacking" während seines Referendariats.
Lehrer David Funes leitet die AG. Er entdeckte das "Speed Stacking" während seines Referendariats. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Alexander Zagon, ein ehemaliger Schüler, unterstützt die AG vor dem Auftritt und wird diesen in der Stadthalle moderieren. Der 17-Jährige war lange Zeit Mentor, hat die Schüler betreut und ihnen gezeigt, wie die Geschicklichkeitsspiele funktionieren. "Es gibt so viele Varianten und das Ziel ist einfach, immer schneller zu werden", so Zagon. Das klappe bei den meisten mittlerweile sehr gut.

Alexander Zagon, ehemaliger Schüler, hat den AG-Teilnehmern einige Tricks beigebracht.
Alexander Zagon, ehemaliger Schüler, hat den AG-Teilnehmern einige Tricks beigebracht. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Vor allem bei den Zauberwürfeln sind die Schüler auf Zack. "Das hat viel mit Logik und dreidimensionalen Denken zu tun und mit dem Wissen, wohin der Stein wandert, wenn ich ihn entsprechend drehe", sagt David Funes, während ein Tisch weiter ein paar Becher umfallen. "Mist", ärgert sich Pelsin. Schnell sind diese mithilfe von Jannis wieder aufgebaut. Nächster Versuch. Rechts, links, rechts, links....