Vom Ortschaftsrat Riedheim wurde der Bauantrag zur Errichtung von zwei Mehrfamilienhäusern mit je fünf Drei-Zimmer-Wohnungen in Markdorf-Oberleimbach am Montagabend abgelehnt, weil das Vorhaben nicht zum dörflichen Charakter passe. In jüngster Sitzung des Technischen Ausschusses am Dienstagabend wurde das Bauvorhaben von Stadtverwaltungsseite von der Tagesordnung genommen, die CDU-Fraktion stellte einen Antrag auf Veränderungssperre und Aufstellung eines Bebauungsplans.

Letzteres hat anscheinend keine Aussicht auf Erfolg, was nun aber mittels externer juristischer Expertise überprüft werden soll. Als 2007 eine Klarstellungssatzung für Oberleimbach mit minimalen Vorgaben beschlossen wurde, waren die Kommunalpolitiker offenbar von der Vorstellung geleitet, dass in Verbindung mit Paragraf 34 Baugesetzbuch – eine geplante Bebauung muss sich vereinfacht gesagt in die Umgebung einfügen – Ein- oder wohl auch Zwei-Familien-Häuser entstehen können. Nunmehr folgten Erstaunen und Ernüchterung. Der eingangs erwähnte Bauantrag entspricht laut Stadtverwaltung der Rechtslage, was den Laien ungläubig den Kopf schütteln lässt.

Nun heißt es, kühlen Kopf bewahren und konstruktiv nach einer Lösung suchen. Aus der jetzt gemachten Erfahrung heraus – eine unverhoffte Lektion in Baurecht –, werden sich Kommunalpolitiker intensiver mit Sachverhalten auseinandersetzen und im Zweifel vor Beschlüssen wegen möglicher Auswirkungen mehrfach nachhaken. Um künftig ähnliche unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

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