Einen Abschluss mit Anschluss gibt es für die Neunt- und Zehntklässler der Werkrealschule des Schulverbunds am Markdorfer Bildungszentrum (BZM). Im engeren Sinne ist damit der Besuch einer weiterführenden Schule gemeint. Für 46 Neuntklässler der BZM-Werkrealschule bedeutet das: Sie gehen nach den Sommerferien in die 10. Klasse, um die einem Jahr die Mittlere Reife abzuschließen. Diesen Weg gehen 54 Prozent der Neuntklässler. Das sagte Konrektor Klaus Spatzier bei der Abschlussfeier in der Markdorfer Stadthalle. 20 Prozent werden die zweijährige Berufsfachschul-Ausbildung antreten, 22 Prozent der Neuntklässler beginnen eine Berufsausbildung, zwei Prozent gehen ins Berufseinstiegsjahr.

Rasend schnell und laut geht es zu beim Becher-Song der 9a.
Rasend schnell und laut geht es zu beim Becher-Song der 9a. | Bild: Jörg Büsche

Elf von 22 Zehntklässlern starten Berufsausbildung

Bei den 22 Zehntklässlern liegt die Zahl derer, die nun mit ihrer beruflichen Karriere beginnen, noch höher. Hier starten 50 Prozent in ihre Ausbildung. 23 Prozent besuchen das Berufskolleg 1, 23 Prozent wagen den Wechsel aufs Gymnasium.

Veronika Elflein, die Rektorin des Schulverbunds, erinnerte die Abschluss-Schüler daran, dass sie bestens vorbereitet seien auf alles, was jetzt folge. "Nun heißt es für euch, eigenverantwortlich durchs Leben zu gehen." Die Eltern seien zwar auch künftig noch da, um beratend beizustehen, aber nicht mehr die Lehrer. Denen, so räumte Elflein ein, falle das Abschiednehmen nicht immer leicht. Aus den Abschiedsworten von Klaus Spatzier wurde klar, warum nicht.

"Romeo und Julia in Markdorf" heißt das Bühnenstück, das die Klasse 9b zeigte.
"Romeo und Julia in Markdorf" heißt das Bühnenstück, das die Klasse 9b zeigte. | Bild: Jörg Büsche

Rektorin rät: "Lass euch richtig feiern"

Allzu anschaulich schilderte Spatzier, wie präsent ihm noch die Bilder seien, als die heute so erwachsen wirkenden Abschlussschüler noch als Fünftklässler an die Werkrealschule gekommen sind. Gemeinsame Klassenfahrten und Hüttenaufenthalte prägten das Miteinander. Die gemeinsame, auch durch die Bildungspartner unterstützte intensive Arbeit an der Berufsvorbereitung boten dann den Einzelnen Orientierung fürs eigene Fortkommen. "Lasst euch richtig feiern", lautete Veronika Elfleins Parole für den Abschluss-Abend mit Freunden und Eltern. Und Klaus Spatzier lud seine Ehemaligen ein, "doch bitte in Kontakt mit der Schule zu bleiben".

Sehr gut abgeschnitten hat Umair Bajwa aus der 9b. Konrektor Klaus Spatzier und gratulieren ihm zu seiner Note.
Sehr gut abgeschnitten hat Umair Bajwa aus der 9b. Konrektor Klaus Spatzier und gratulieren ihm zu seiner Note. | Bild: Jörg Büsche

Ralph Spieth, Vorsitzender des Elternbeirats, schaute in seiner Glückwunsch-Rede auf die Zeit und deren Bedeutung fürs eigene Handel. Spieths Rat an die Schüler war ein wägender Umgang mit ihr. "Zeit ist kostbar", so der Elternbeiratsvorsitzende. Zu kostbar, um sie zu vergeuden – und noch kostbarer, wenn sie dazu verhelfe, wichtige Entschlüsse sinnvoll zu überdenken.

Außer Zeugnissen gab es auch für einige Schüler der 9b Preise und Belobigungen.
Außer Zeugnissen gab es auch für einige Schüler der 9b Preise und Belobigungen. | Bild: Jörg Büsche

Gelungene Moderation und buntes Programm

Dass jede Generation in ihrer eigenen Zeit lebt, führte die Klasse 9b vor. Sie hatte sich der Romeo-und-Julia-Adaption von Gottfried Keller angenommen und dessen Erzählfassung des Shakespeare-Dramas wieder zurück in ein Bühnenstück verwandelt. Der Einsatz von moderner Bühnentechnik und das Agieren mit dem Publikum machte den alten Stoff greifbar. Überhaupt präsentierten die Neun- und Zehntklässler ein vom Publikum mit großem Beifall bedachtes Rahmenprogramm – ob das Leon Graf und Tim Krohne mit ihrer launige Moderation waren, Sophie Nagel und Marcel Schneider mit ihrem Gesang, die 9a mit ihrem Becher-Musikstück oder die Zehntklässler mit den Impressionen ihrer London-Fahrt.

Veronika Elflein und Klaus Spatzier nehmen Abschied von ihren Schülern.
Veronika Elflein und Klaus Spatzier nehmen Abschied von ihren Schülern. | Bild: Jörg Büsche