Sie bilden die Speerspitze in Baden-Württemberg, wenn nicht in der gesamten Republik. So durften sich die Mitglieder der Ortsgruppe Markdorf des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) bei ihrer jüngsten Hauptversammlung „mit einigem Recht auf die Schulter klopfen“. Das sagte Heiner Bühler, der die Naturschützer des Bodenseekreises im Regionalverband des BUND Deutschland vertritt. Zwischen Tengen und Leutkirch, zwischen Neukirch und Gammertingen seien die Markdorfer die Aktivsten, entfalteten das größte Engagement, wenn es um den Schutz bedrohter Tierarten, den Erhalt seltener Pflanzen oder die Umweltbildung von Kindern geht. Bühlers Schluss: Insofern der BUND Regionalverband Bodensee-Ravensburg-Sigmaringen und Konstanz im Land voran steht und der Landesverband im BUND-Bundesverband voransteht, „dürfen wir schon stolz sein auf unsere Arbeit“.

Wenig junge Aktive in der Ortsgruppe

Alle Erfolge dürften aber nicht über einen Umstand hinwegtäuschen: Man müsse die Altersstruktur der Ortsgruppe im Auge behalten, sagte Heiner Bühler. Er vermisse junge Aktive in den Reihen des BUND. Dabei gebe es durchaus Berührungspunkte mit anderen Gruppen in Markdorf, die sich ebenfalls für die Umwelt stark machen.

Vom BUND vor dem Überfahren gerettet: eine Erdkröte, die bei Autenweiler den Amphibienzaun nicht überwinden konnte.
Vom BUND vor dem Überfahren gerettet: eine Erdkröte, die bei Autenweiler den Amphibienzaun nicht überwinden konnte. | Bild: Jörg Büsche

Zusammenarbeit mit ADFC und VCD zur Fahrradstraße

Albin Ströbele berichtete in diesem Zusammenhang von der Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) – etwa bei der derzeit diskutierten Fahrradstraße auf den Gemeindeverbindungswegen zwischen Kluftern, Ittendorf und Bürgberg. Der Gemeinderat in Friedrichshafen habe dafür schon grünes Licht gegeben. „Ich hoffe, dass der Markdorfer Gemeinderat nun nachzieht“, sagte Albin Ströbele.

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Gemeinsamen Veranstaltungen mit anderen Gruppen

Er sprach noch weitere Kooperationen des BUND mit örtlichen Gruppen an. Zum Beispiel die mit den Markdorfer Aktivisten von „Parents for future“. Er erinnerte an den gemeinsam organisierten Klimaabend in der Stadthalle, an die gemeinsamen Demonstrationen in der Innenstadt. Ströbele stellte auch die mögliche Kooperation mit dem Nachhaltigkeitsteam der evangelischen Kirchengemeinde in den Raum. Ob und wie solche Zusammenarbeit intensiviert und ob sie in einen gemeinsamen organisatorischen Rahmen gestellt werden könnten, das gelte es durch Gespräche abzuklären, schlug Franz Beer vor. Er signalisierte gleichzeitig Offenheit für solche Kooperationen – und erntete keinen Widerspruch in der Runde.

Viele Helfer des BUND packten an, damit ein Sonnenplätzchen für Zauneidechsen entstehen konnte.
Viele Helfer des BUND packten an, damit ein Sonnenplätzchen für Zauneidechsen entstehen konnte. | Bild: Jörg Büsche

Biber schafft Auenurwald beim Lettenhof

Viel Applaus hatte es zuvor für den Vortrag von Franz Beer über den Auenurwald beim Lettenhof gegeben. Beer hatte die Entwicklung skizziert, wie zu Beginn der Nuller-Jahre die begradigte Brunnisach in ein mäanderndes Fließgewässer verwandelt worden war. Seit 2016 leben dort wieder Biber, die das Areal beim Lettenhof durch ihre mitunter recht aufwendigen Dammbauten zwischenzeitlich in einen unwegsamen Auenurwald verwandelt haben.

Die Gehölzpflege, wie hier durch Franz Beer, gehört zu den Aufgaben in den vom BUND betreuten Natutschutzgebieten.
Die Gehölzpflege, wie hier durch Franz Beer, gehört zu den Aufgaben in den vom BUND betreuten Natutschutzgebieten. | Bild: Jörg Büsche

Kammmolch-Lebensräume müssen Deponieerweiterung weichen

Rückschläge gibt es an anderer Stelle. So berichtete Franz Beer, dass Teile der vom BUND gepflegten Kammmolch-Lebensräume in dem Bereich eines früheren Militärgeländes bei Raderach nun wohl Opfer der dort anstehenden Deponieerweiterung werden.