Nach einigen Jahren Pause kommt es nun wieder zu einem Schüleraustausch zwischen Ensisheim und Markdorf. Seit vergangenem Samstag ist eine 15-köpfige Schülergruppe aus der französischen Partnerstadt zu Gast. Untergebracht sind die Jugendlichen aus dem Elsaß in Familien, deren Kinder den Schulverbund besuchen. Am Montag gab es einen Empfang im Rathaus. Neben Ausflügen zur Birnau, nach Meersburg, Ravensburg und Konstanz, Erkundungen Markdorfs und des weitläufigen Bildungszentrums steht auch immer wieder Sprachunterricht auf dem Programm.

Sarah und Pierre-Louis mit Marie Ahle und Stéphane Feder, den beiden Lehrern vom Collège Victor Schoelcher in Ensisheim. Bild: Jörg Büsche
Sarah und Pierre-Louis mit Marie Ahle und Stéphane Feder, den beiden Lehrern vom Collège Victor Schoelcher in Ensisheim. Bild: Jörg Büsche | Bild: Jörg Büsche

Deutsch für die Schüler aus Ensisheim, Französisch für ihre Gastgeber aus Markdorf und manchmal auch zweisprachiger Unterricht, wie zum Beispiel am Donnerstag, als sich beide Gruppen in einem „atelier bilingue“, einer Zweisprachen-Werkstatt über den deutschen Alltag ausgetauscht haben. „Es macht mehr Spaß, zusammen mit den deutschen Schülern die Aufgabenblätter zu bearbeiten“, findet Pierre-Louis, einer der Gastschüler vom Collège Victor Schoelcher. Fragen zur Geografie, zur politischen Organisation der Bundesrepublik, aber zu ganz Allgemeinem, etwa der Uhrzeit, gilt es zu beantworten. „Mir hat es bisher sehr gut gefallen hier“, erklärt Pierre-Louis, einer der Achtklässler aus Ensisheim. Die Innenstädte – Ravensburg, Meersburg, Markdorf – hinterließen einen ebenso nachhaltigen Eindruck wie die Landschaft.

Kontakt der Schüler wird bleiben

Sarah, eine der Schulverbund-Schülerinnen, gefällt am gemeinsamen Unterricht, „dass wir uns gegenseitig gut helfen können.“ Auf diese Weise lernt es sich gewissermaßen nebenbei. Sie glaubt, dass der Kontakt mit den französischen Altersgenossen nach dem Austausch – im Mai fahren die Markdorfer Schüler zum Gegenbesuch nach Ensisheim – keineswegs einschlafen wird.

Gute Sprachkenntnisse sind wichtig

„Wir sind sehr froh darüber, dass die Begegnung von Schülern aus Ensisheim und Markdorf wieder aufgegriffen wurde“, erklärt Marie Ahle, die hofft, dass es nun wieder öfter zu Schülerbegegnungen kommen wird. Zusammen mit ihrem Kollegen Stéphane Feder begleitet sie die französischen Schüler in Markdorf. Sie unterrichtet am Collège Victor Schoelcher Deutsch, Stéphane Feder Mathematik. Das aber in deutscher Sprache, wie der in den Lehrberuf gewechselte Ingenieur erklärt. „Gute Sprachkenntnisse sind wichtig“, so Feder. „Gerade in der Wirtschaft öffnet das Türen.“ Davon sind die beiden Lehrer aus Ensisheim überzeugt. Sie beobachten, dass ihre Schüler ihre zuvor noch vorhandenen Ängste, nicht die richtigen Worte zu finden, längst abgelegt haben. „Der direkte Kontakt mit den Jugendlichen hier hat sehr weitergeholfen“, erklärt Deutschlehrerin Marie Ahle. Und die Offenheit der Gastgeber habe dazu beigetragen. Einen gewissen Vorteil haben die Ensisheimer Schüler gegenüber ihren deutschen Altersgenossen, denn der Fremdsprache Deutsch begegnen sie bereits in der Grundschule.