Dass die Polizei im Lande unter Personal- und Geldmangel leidet, ist bekannt und uns allen schmerzlich bewusst, spätestens dann, wenn Politiker oder Bürger nach mehr Präsenz rufen. Am Sparzwang sollte es aber nicht liegen, dass Polizisten das Gesetz brechen müssen – so geschehen an einem Vormittag dieser Woche auf der B 33 zwischen Stadel und Oberteuringen. Da kommt dem Verfasser dieser Zeilen ein blau-silberner Polizei-VW-Bus entgegen, am Steuer ein Beamter und in dessen Hand am Ohr ein Handy. Uiuiui! Hätte das mal unsereiner getan und wäre uns dann ein Polizeiauto entgegengekommen. So schnell hätten wir gar nicht gucken können, wie dann plötzlich das Blaulicht in unserem Rückspiegel aufgetaucht wäre.

Ein Blaulicht habe ich natürlich nicht, doch unverbindlich nachgefragt, was er da an seinem Steuer eigentlich mache, hätte ich schon ganz gerne. Vielleicht aber konnte der Mann gar nichts dafür, weil die Polizei ihre VW-Busse nicht mit Freisprecheinrichtungen ausstatten lässt? Falls das so sein sollte: Lieber Polizeipräsident in Konstanz, erstatten Sie ganz schnell Meldung in Stuttgart! Schließlich wollen wir nicht, dass Ihre Beamten die Gesetze brechen. Es reicht schon, wenn es die anderen tun.

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