Den Auftakt zum Jahrmarkt anlässlich des Elisabethenmarkts auf dem Markdorfer Marktplatz hätte sich alle Beteiligten sicher etwas trockener gewünscht. So hoffte Bürgermeister Georg Riedmann in seiner Begrüßungsansprache vor den Schaustellern im Rathaus, dass wenigstens am kommenden verkaufsoffenen Sonntag und am Montag – dem eigentlichen Elisabethenmarkt – das Wetter sich von seiner trockeneren Seite zeigen werde.

Video: Jan Manuel Heß

Christel und Günther Wieth von der Markdorfer Tafel nutzen die Gelegenheit, sich bei den Schaustellern für die zahlreichen Freifahrten-Chips zu bedanken, die an sozial benachteiligte Familien verteilt werden. „Das sorgt immer für viel Freude bei den Kindern“, sagt Christel Wieth.

Markdorfs Marktmeisterin Marlene Friedel (links) und Bärbel Buhman von der Losbude haben sichtlich Spaß im Box-Auto.
Markdorfs Marktmeisterin Marlene Friedel (links) und Bärbel Buhman von der Losbude haben sichtlich Spaß im Box-Auto. | Bild: Jan Manuel Heß

Die Schausteller selber, nehmen das schlechte Wetter eher gelassen hin, darauf habe man schließlich keinen Einfluss. Rolf Vogt aus Ravensburg, Betreiber des Box-Auto, außerhalb von Baden-Württemberg auch als Autoskooter bekannt, kommt seit vielen Jahren zum Elisabethenmarkt nach Markdorf, das Wetter ist für ihn kein Hinderungsgrund. „Im November muss man mit solchem Wetter rechnen, das Hauptgeschäft mache ich natürlich am Sonntag und Montag, aber auch der Freitag und der Samstag sind wichtig für das Geschäft.“ Besonders weil die Kosten für den aufwendigen Aufbau und TÜV in den vergangenen Jahren stark angestiegen seien, erklärt er weiter.

Nichts für schwache Nerven: der Tornado von Klaus Grubart.
Nichts für schwache Nerven: der Tornado von Klaus Grubart. | Bild: Jan Manuel Heß

Bärbel Sylvia Buhmann ist mit ihren 77 Jahren ein echtes Schausteller-Urgestein, vor 60 Jahren, als 17-jährige, war sie das erste Mal in Markdorf auf dem Elisabethenmarkt. „Ich komme seit 1959 nach Markdorf, damals frisch verliebt in meinen inzwischen verstorbenen Mann, der aus der Dynastie Buhmann kommt, die es seit 1898 gibt.“ Seit 1961 ist Bärbel Sylvia Buhmann aus Rielasingen die Chefin des Familienbetriebs. Sie selber betreibt die Losbude, bei der es lautstark heißt: „Bingo-Bingo. Hier sind Sie mit dabei, keine Nieten!“ Tochter Romana Roos ist gleich nebenan und kümmert sich um den Chip-Verkauf für die zwei Kinderkarussells sowie den Crepés-Stand, die sie und ihr Mann Rüdiger betreiben. „Wir kommen immer wieder gerne nach Markdorf, es hat schon etwas heimatliches für mich. Ich freue mich immer, viele bekannte Gesichter zu sehen.“

Romana Roos-Buhmann ist seit 40 Jahren die Herrin der Kinderkarussells.
Romana Roos-Buhmann ist seit 40 Jahren die Herrin der Kinderkarussells. | Bild: Jan Manuel Heß

Und wenn langsam die Dämmerung einsetzt, kann der Jahrmarkt erst richtig seine Stimmung entfalten. Bunte Lichter, dröhnende Musik, der Duft nach Waffeln, Glühwein und Zuckerwatte liegt allerortens in der Luft und im Hintergrund hört man Klaus Grubart im markanten Echosound aus den Lautsprechern seines Tornados die „nächste heiße Runde“ ansagen. Lena, Mia uns Finn hatten ihren Spaß: „Das drehte sich ganz schön schnell nach oben und unten, das macht richtig Fun“, meint Lena.

Fast jeder Schuss ein Treffer, Bürgermeister Georg Riedmann stellt sein Zielvermögen an der Schießbude der Familie Rappenecker unter Beweis.
Fast jeder Schuss ein Treffer, Bürgermeister Georg Riedmann stellt sein Zielvermögen an der Schießbude der Familie Rappenecker unter Beweis. | Bild: Jan Manuel Heß