Welch ein Erschrecken! Als der Engel die frohe Botschaft verkündet, liegen die Hirten am Boden. Verstummt sind sogar die Schafe – kein Blöken, nur noch Schauen und Zuhören, was denn die dreiköpfige Engelschar verkündet. Das "Fürchtet euch nicht!" dürften die Allermeisten schon kennen. Ebenso wie das "Ich verkünde euch große Freude". Schließlich haben sie es schon öfter gehört. So wie der zehnjährige Johannes, der beim Krippenspiel in der St.-Nikolaus-Kirche den Josef gibt. "Weil ich dann mit dem Werkzeug arbeiten darf", erklärt der Zehnjährige, warum er sich den Ehemann der Gottesmutter ausgesucht hat.

"Die Kinder wachsen hinein in ihre Rollen", erläutert Martina Koners-Kannegießer die Darsteller-Karriere ihres Sohnes. Wie die anderen habe Johannes ganz klein angefangen – als Schäfchen. Auch er kauerte noch vor wenigen Jahren auf den Stufen zum Chorraum. Auch Johannes durfte nur ein paar Mal blöken. Heute ist seine Rolle umfangreicher, er spricht mehre Sätze.

Den Hauptpart bringen Jasmin und Maren ein. Sie stehen am Predigtpult und berichten die Weihnachtsgeschichte. Sie schildern, wie Maria und Josef nach Bethlehem ziehen. Dass sie dort keine Herberge finden, zeigen die jungen Schauspieler szenisch. Und die Dialoge sitzen – beim unwirschen Herbergswirt wie bei der Heiligen Familie. "Wir haben schließlich an den vergangenen fünf Wochenenden geübt", erklärt Manuela Zurell, eine der Mütter.

Die Schäfchen blöken wieder. Und die Hirten haben sich erholt von ihrem heiligen Schrecken. Andächtig stehen sie vor der Krippe, bringen Jesus Geschenke und sagen Dank. Dank gebührt aber auch ihnen für ihren Probenfleiß.