In der vergangenen Woche erreicht die SÜDKURIER-Lolakredaktion eine E-Mail von Leser Jürgen Schulz, der seit einiger Zeit Probleme mit schwarzen Käfern hat. „In unserem Keller waren an die hundert, nachdem wir die Kellerabgangstür total abgedichtet haben, sind wenigstens keine mehr im Keller. Jetzt kann ich jeden Tag etwa bis zu 30 Käfer im Kellerabgang einsammeln“, schreibt er in seiner Mail. Auch die Nachbarn seien von der Plage betroffen.

Hier im Kellerabgang sammeln sich die Käfer.
Hier im Kellerabgang sammeln sich die Käfer. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Als sich der SÜDKURIER die Situation vor Ort anschaut, hat Jürgen Schulz bereits wieder einige Käfer mit dem Besen zusammen gefegt. Seit 41 Jahren wohnt er in der Bernhardstraße, die Käfer seien in diesem Jahr zum ersten Mal aufgetreten. „Mich würde interessieren, was sind das für Käfer, sind sie schädlich und was kann man tun?“ Derzeit sammelt er sich brav ein, um dann den Eimer mit Wasser zufüllen und Spülmittel hinzuzufügen.

Video: Nosswitz, Stefanie

Sein Nachbar hat eine andere Methode, um sich der lästigen Krabbeltiere zu entledigen, er saugt sie auf. Doch am nächsten Tag beginnt das gleiche Spiel von vorn. „Wir wissen auch nicht, woher die Tiere plötzlich kommen“, sagt Horst Kammerer. Die beiden Männer vermuten, dass es mit dem trockenen und heißen Sommer zu tun haben könnte.

Der SÜDKURIER schickt einige Bilder von den Käfern einem Experten im Landratsamt Bodenseekreis und bekommt folgende Auskunft. „Es handelt sich um einen Laufkäfer, mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Gattung Harpalus. Da es 40 000 Arten mit 1500 Gattungen gibt, ist die Bestimmung anhand von Bildern allein nicht möglich.“ Die Käfer seien aber kein Fall fürs Veterinäramt oder Gesundheitsamt, da weder ein Gesundheits-, Hygiene- oder Tierschutzproblem bestehe, teilt der Pressesprecher Robert Schwarz mit.

Laut Experten aus dem Landratsamt könnte es sich um Laufkäfer handeln.
Laut Experten aus dem Landratsamt könnte es sich um Laufkäfer handeln. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Die Käfer können von den Betroffenen beseitigt werden. Sie dürfen dabei aber nicht gequält werden. Die richtige Fachstelle wäre ein gewerblicher Kammerjäger. Den möchte Jürgen Schulz aber derzeit noch nicht in seinen Garten lassen: „So lange sich die Käfer nur draußen aufhalten, werden wir sie weiter einsammeln.“