Seit Ende Februar steht der Krötenzaun an der Kreisstraße 7744 im Waldstück zwischen Autenweiler und Grünwangen. Die Amphibienschützer vom Markdorfer Ortsverein des „Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND) errichten dort schon seit elf Jahren Hindernisse. Damit die im Bereich „Saubad“ hangabwärts vom westlichen Gehrenberg zu ihren Laichplätzen strebenden Kröten nicht unter die Räder kommen.

Klaus Grünewald vom BUND ist einer von jenen Amphibienschützern, die die Kröten morgens und abends über die K 7744 tragen.
Klaus Grünewald vom BUND ist einer von jenen Amphibienschützern, die die Kröten morgens und abends über die K 7744 tragen. | Bild: Jörg Büsche

Seit März 2018 müssen die BUND-Aktiven die Löcher für die Amphibien-Auffang-Eimer vor dem rund 350 Meter langen Zaun – der in Wahrheit eine ziemlich feste Folie ist – nicht mehr in jedem Frühjahr mühselig neu ausheben. Denn im vergangen März haben sie dort halbmeterlange Kanal-Grund-Rohr-Stücke eingegraben, in die zu Beginn der Laich-Wanderung die Kröten-Sammeleimer bloß noch hineingestellt zu werden brauchen.

Da hilft kein Klettern, da hilft kein Klimmen. Aus den Auffangeimern am Krötebzaun können sich die Tiere nicht selber befreien.
Da hilft kein Klettern, da hilft kein Klimmen. Aus den Auffangeimern am Krötebzaun können sich die Tiere nicht selber befreien. | Bild: Jörg Büsche

Nummer 17 – Fehlanzeige, Nummer 16 ebenfalls – wieder nur feuchtes Laub, das der über Nacht Sturm in den Eimer geweht hat. Es ist soviel Laub, dass Klaus Grünewald auf dem Eimer-Grund lieber noch einmal mit einem Ast-Stück umrührt. Vielleicht hat sich ja doch eine Kröte unterm Blattwerk verborgen. Aber es bleibt dabei: keine Spur von Warzen, Schwimmhaut, länglichen Pupillen, kein Quadratzentimeter schleimig feuchter Frosch-Lurch-Haut. So war es schon in allen von 30 abwärts zählenden Eimern, die Klaus Grünwald an diesem Morgen inspiziert hat. Und so war es übrigens auch schon am Vortag und am Abend davor auch.

Nach dem Transport über die Straße werden die Amphibien ganz behutsam ins Laub geschüttet.
Nach dem Transport über die Straße werden die Amphibien ganz behutsam ins Laub geschüttet. | Bild: Jörg Büsche

„Erklären kann ich‘s mir nicht“, sagt Grünewald beim Weitergehen. Nr. 14, Nr. 13. „Es gibt Jahre, da zählen wir schon weniger Kröten.“ Laut seiner Statistik war 2009 solch ein Jahr – und 2013, mit um die 65 Köten insgesamt. 2014 dagegen hat sich die Zahl der über die K 7744 getragenen Erdkröten dafür mehr als verdreifacht. Endlich! Im Eimer mit der Nummer 12 sitzt ein Weibchen – sogar ein besonders stattliches. Und es geht weiter. Einmal hocken sogar gleich drei Tiere auf dem Eimer-Grund. Am Ende hat Klaus Grünewald sechs Kröten, Weibchen wie Männchen, die er über die Straße trägt und auf der anderen Seite sanft auf den Waldboden schüttet. „Die werden schon nicht mehr überfahren“, sagt er zufrieden.