In Absprache mit der Straßenverkehrsbehörde hat die Stadt getestet, ob der Kreuzungsbereich auch ohne Signalzeichen funktioniere. In den Sommerferien habe dies gut funktioniert, sagt Ordnungsamtsleiter Jürgen Hess, allerdings hätten zu Schulbeginn die Stimmen besorgter Eltern zugenommen.

Fußgänger haben Priorität

Einen Eindruck, den auch die Stadträte teilten, wie in einer Diskussion in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich wurde. "Die Fußgänger haben Priorität. Und wenn die Ampel betriebsbereit ist, dann sollten wir sie wieder einschalten", sagte Kerstin Mock (CDU). Arnold Holstein (FW) schlug vor, Schülerlotsen einzusetzen.

Viele Räte berichteten, dass der Verkehrsfluss vorhanden sei und es kaum noch Rückstaus gebe. "Allerdings fahren viele Autofahrer sehr vorsichtig und die Fußgänger gehen unterschiedlich mit der Situation um", so Martina Koners-Kannegießer. "Der Wunsch nach einer Ampel ist da", so die CDU-Stadträtin.

Jürgen Hess berichtete, dass er an einem Schulmorgen zwischen 7.15 Uhr 7.50 Uhr eine Verkehrsbeobachtung gemacht hatte. Das Ergebnis: Von 66 Fußgängern hätten alle problemlos die Straße von der Markt- zur Hauptstraße überqueren können, die maximale Wartezeit lag bei 15 Sekunden. "Eigentlich funktioniert es ohne Ampel. Aber ich würde nicht empfehlen, die Ampel ersatzlos ausgeschaltet zu lassen", so Hess.

"Shared Space" und Mini-Kreisel

Gestalterische Maßnahmen und farbliche Markierungen seien dann notwendig. Hier gelte es die bei einem Ingenieurbüro in Auftrag gegeben Planungen abzuwarten. So könnte vor der Stadthalle beispielsweise ein Mini-Kreisel entstehen und der Kreuzungsbereich am Latsche-Platz zu einem sogenannten "Shared-Space" werden. "Das Konzept sollte zeitnah umgesetzt werden", sagte Jens Neumann (FW). Auch Uwe Achilles (SPD) erwartete, dass dies in den nächsten drei bis vier Monaten umgesetzt ist.

Im Kreuzungsbereich Stadtgraben/Bussenstraße könnte ein Mini-Kreisel eingerichtet werden, der den Kfz-Verkehr abbremst. Pläne dafür brachte der Gemeinderat am Dienstagabend auf den Weg.
Im Kreuzungsbereich Stadtgraben/Bussenstraße könnte ein Mini-Kreisel eingerichtet werden, der den Kfz-Verkehr abbremst. Pläne dafür brachte der Gemeinderat am Dienstagabend auf den Weg. | Bild: Stefanie Noßwitz

Bürgermeister Georg Riedmann betonte, dass die Stadt weder zu geizig noch zu faul sei, um die Situation zu ändern. "Hier haben wir das Heft in der Hand und können handeln. Beim Bahnübergang würden wir gerne handeln, wenn wir es könnten." Daher plädierte auch er dafür, die Ampel wieder einzuschalten, auch wenn am Stadtgarten langfristig gesehen, eine ampellose Kreuzung entstehen soll.

Warten auf Stellungnahme der Bahn

Beim Bahnübergang gibt es keine Neuigkeiten. "Wir warten weiterhin auf die Stellungnahme der Bahn", so Hess, der dort nach eigener Aussage jede Woche mindestens einmal anrufe. "Das ist eine sehr unbefriedigende Situation, aber wir brauchen die Freigabe der Bahn."

Das könnte Sie auch interessieren

Wann die Lichter am Stadtgraben wieder auf Grün stehen, konnte Jürgen Hess nicht genau terminieren. Die Ersatzteile seien vorrätig, nun werde eine Firma mit den Baumaßnahmen beauftragt.