In der Blauen Zone soll alsbald eine maximale Parkdauer von drei Stunden gelten. Der Gemeinderat hat dies in jüngster Sitzung am Dienstagabend beschlossen. Einen genauen Zeitpunkt hat die Stadtverwaltung in der Sitzung nicht genannt.

Laut Auskunft von Bürgermeister Georg Riedmann soll die Verlängerung der Parkdauer bis in voraussichtlich sechs Wochen klappen, denn es brauche eine entsprechende Anordnung durch die Verkehrsbehörde.

Ratsmehrheit für drei Stunden

Eine deutliche Mehrheit der Gemeinderatsmitglieder sprach sich für eine Verlängerung der Parkdauer von zwei auf drei Stunden aus. Dieser Wunsch ist von Einzelhändlern in der Vergangenheit immer wieder geäußert worden, mit dem Hinweis, dass es wegen der zwei Stunden Parkdauer Umsatzeinbußen gebe.

Viele Kunden aus dem Umland

Stadtrat Alfons Viellieber: "Ich war von Anfang an für drei Stunden. Wir wollen doch die Innenstadt beleben. Es gibt viele Kunden aus dem Umland, die wollen nicht nur zwei Stunden bleiben."
Stadtrat Alfons Viellieber: "Ich war von Anfang an für drei Stunden. Wir wollen doch die Innenstadt beleben. Es gibt viele Kunden aus dem Umland, die wollen nicht nur zwei Stunden bleiben." | Bild: privat

"Ich war von Anfang an für die drei Stunden. Wir wollen doch die Innenstadt beleben. Es gibt viele Kunden aus dem Umland, die wollen nicht nur zwei Stunden bleiben", argumentierte Stadtrat Alfons Viellieber (CDU). Einen Seitenhieb gab Viellieber in Richtung Sparkasse, die ihre Parkplätze durch Schranken absperre und Geld verlange. Die Sparkasse sei Mitglied in der Aktionsgemeinschaft des Einzelhandels, da hätte sich das Geldinstitut doch an der Blauen Zone beteiligen sollen, befand Viellieber.

Stadtrat Dietmar Bitzenhofer: "Die Innenstadt lebt vom Einzelhandel und von der Gastronomie, wir sollten die Bedenken ernstnehmen."
Stadtrat Dietmar Bitzenhofer: "Die Innenstadt lebt vom Einzelhandel und von der Gastronomie, wir sollten die Bedenken ernstnehmen." | Bild: privat

Dietmar Bitzenhofer (Freie Wähler) erklärte: "Die Innenstadt lebt vom Einzelhandel und von der Gastronomie, wir sollten die Bedenken ernstnehmen."

Verlängerung nicht nachvollziehbar

Stadtrat Uwe Achilles: "Es ist Spekulation, ob zwei oder eher drei Stunden notwendig sind. Wer mehr als zwei Stunden braucht, hat in der Umgebung Ausweichmöglichkeiten."
Stadtrat Uwe Achilles: "Es ist Spekulation, ob zwei oder eher drei Stunden notwendig sind. Wer mehr als zwei Stunden braucht, hat in der Umgebung Ausweichmöglichkeiten." | Bild: privat

Stadtrat Uwe Achilles (SPD) mochte sich mit einer Parkzeitverlängerung nicht anfreunden. "Die genannten Umsatzeinbußen sind für mich nicht nachvollziehbar", verwies er auf fehlende konkrete Zahlen oder Unterlagen. Es sei Spekulation, ob zwei oder eher drei Stunden notwendig seien. Wer mehr als zwei Stunden brauche, habe in der Umgebung Ausweichmöglichkeiten. Zudem seien lediglich die Händler gehört worden, nicht aber die Kunden.

Veränderung kommt zu früh

Stadtrat Roland Hepting: "Es ist zu früh, schon nach einem Dreivierteljahr die Parkdauer zu verlängern. Die Blaue Zone lebt von kurzen Parkzeiten."
Stadtrat Roland Hepting: "Es ist zu früh, schon nach einem Dreivierteljahr die Parkdauer zu verlängern. Die Blaue Zone lebt von kurzen Parkzeiten." | Bild: privat

Entgegen der Fraktion der Umweltgruppe nahm Stadtrat Roland Hepting Stellung: "Ich bin auf der Linie der SPD. Die Blaue Zone hat sich bewährt." Er befand, es sei zu früh, schon nach einem Dreivierteljahr die Parkdauer zu verlängern. "Die Blaue Zone lebt von kurzen Parkzeiten." Hepting befand, die genannten Umsatzeinbußen seien "nicht griffig genug". Außerdem verwies er darauf, dass nun die Beschilderungen geändert werden müssen, und die eigens zur Einführung der Blauen Zone hergestellten Parkscheiben, die im Rathaus ausliegen, seien für die Papiertonne.

Die Ochsenlücke soll Fußgängerzone werden, um gegen das dortige Parken vorgehen zu können. Die vorgesehenen Lieferzeiten an Werktagen: 6 bis 10 Uhr sowie von 17.30 bis 19 Uhr. Die Stadtverwaltung Markdorf stellt hierfür einen Antrag bei der Verkehrsbehörde.
Die Ochsenlücke soll Fußgängerzone werden, um gegen das dortige Parken vorgehen zu können. Die vorgesehenen Lieferzeiten an Werktagen: 6 bis 10 Uhr sowie von 17.30 bis 19 Uhr. Die Stadtverwaltung Markdorf stellt hierfür einen Antrag bei der Verkehrsbehörde. | Bild: Toni Ganter

Bürgermeister Georg Riedmann erklärte in der Gemeinderatssitzung, die Stadtverwaltung werde das Drei-Stunden-Modell beobachten. Jedenfalls solle vermieden werden, dass bei der Parkdauer zu viel hin und her geändert wird. Außerdem werde es bei Kontrollen weniger Kulanz geben und natürlich werde das Falschparken geahndet.

Diese Stellplätze vor dem Sanitätshaus Kley werden in die Blaue Zone aufgenommen.
Diese Stellplätze vor dem Sanitätshaus Kley werden in die Blaue Zone aufgenommen. | Bild: Toni Ganter

Situation in Jahnstraße inakzeptabel

Stadtrat Jens Neumann (Freie Wähler) sagte, dass es schon Einzelhändler gebe, die durch die Parkdauer von zwei Stunden betroffen seien, sich aber nicht öffentlich äußern wollen. Deren Meinungen könnten anonym an das Stadtmarketing gegeben werden, regte Neumann an. Er wandte sich gegen einen Punkt in den Beratungsunterlagen, wonach die Verkehrssituation in der Jahnstraße als "akzeptabel" bezeichnet werde: "Das sehe ich nicht so." Neumann verwies darauf, dass Autofahrer auf Fußgängerwege ausweichen, um aneinander vorbeizukommen. Es müsse ein Konzept erarbeitet werden, um mehr Verkehrssicherheit zu erreichen. Gleiches gelte für die Talstraße.

Diese zwei Stellplätze an der B 33 werden in die Blaue Zone aufgenommen.
Diese zwei Stellplätze an der B 33 werden in die Blaue Zone aufgenommen. | Bild: Toni Ganter