Während die Branchenführer der Fußball Bundesliga in den USA und Fernost weilen, um für neue Fans zu werben und die heimischen Fans die Spiele spätnachts im Pay-TV schauen müssen, treten die lokalen Topteams bereits zum 31. Mal beim Markdorf-Cup an.

Fester Teil der Sommervorbereitung

Das Vorbereitungsturnier in den Gehrenbergsportanlagen ist für viele Mannschaften seit vielen Jahren ein fester Teil der Sommervorbereitung. „Vor allem der Vergleich zwischen den Teams aus Südbaden und Württemberg ist immer spannend“, berichtet der Torjäger des VfB Friedrichshafen Sascha Hohmann im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Am Freitag, 26. Juli, endet das Turnier mit dem Finalspieltag, für den die Verantwortlichen des SC Markdorf wieder auf eine große Zuschauerresonanz hoffen. Los geht es um 17 Uhr.

Jan-Philipp Braun (links, SC Markdorf), Can Bozoglu (Mitte, TSV Berg) und Alexander Koch (rechts, Torhüter SC Markdorf).
Jan-Philipp Braun (links, SC Markdorf), Can Bozoglu (Mitte, TSV Berg) und Alexander Koch (rechts, Torhüter SC Markdorf). | Bild: Lorenz, Philipp

2019 waren fünf Teams aus dem südbadischen Fußball-Verband (SBFV) und sieben aus dem württembergischen (WFV) in Markdorf am Start. „Wir haben aufgrund der Änderungen im Rahmenterminkalender der Verbände den Modus etwas umgestellt“, erläutert der Abteilungsleiter des SC Markdorf, Gerhard Klank. Weil die Kreis- und Bezirksligisten erst Ende August in die Saison einsteigen, sei der Termin in der Vorbereitungsphase zu früh. Seit Januar war Klank in Gesprächen mit den Verantwortlichen der Vereine aus der Region, um ein spannendes Teilnehmerfeld zusammenzustellen.

Gerhard Klank, SC Markdorf, zieht ein positives Fazit.
Gerhard Klank, SC Markdorf, zieht ein positives Fazit. | Bild: Grupp, Helmar

„Gerne hätten wir auch Mannschaften aus den benachbarten Ländern Österreich und der Schweiz beim Turnier begrüßt“, ergänzt Klank. Die Ligen jenseits der Grenze starten jedoch noch früher. Diesem Umstand wurde Rechnung getragen und das Turnier nach einigen Jahren wieder mit zwölf Teams gespielt.

Teams sollen sich in Markdorf wohlfühlen

„Besonders wichtig ist uns als Veranstalter, dass sich die Teams hier in Markdorf wohlfühlen“, erklärt Gerhard Klank. Die Verantwortlichen der Teilnehmer loben die Bedingungen in den Gehrenbergsportanlagen. „Der Platz ist in hervorragendem Zustand, die Bedingungen optimal“, bestätigt der Cheftrainer des Finalisten TSV Berg, Oliver Ofentausek.

Der Trainer gibt im Gespräch zu, kein großer Freund von Testspielen zu sein, das Turnier in Markdorf sei aber ein fester Bestandteil der Sommervorbereitung. „Die Gegner sind sehr gut und wir können hier unseren Fußball spielen lassen, wie wir uns das vorstellen“, sagt Ofentausek. Mit Erfolg, gegen den gastgebenden SCM gewannen die Berger mit 4:1, gegen den VfB Friedrichshafen sprang sogar ein 5:1 heraus.

Arne Kittel (links, TSV Berg) und Sascha Hohmann (rechts, VfB Friedrichshafen) im Zweikampf.
Arne Kittel (links, TSV Berg) und Sascha Hohmann (rechts, VfB Friedrichshafen) im Zweikampf. | Bild: Lorenz, Philipp

66 Tore in zwölf Spielen

Sechsundsechzig Tore fielen in zwölf Spielen. „Jedes Tor habe ich aber nicht gesehen, obwohl ich in den letzten beiden Wochen an jedem Spieltag auf dem Gelände war“, lacht Klank, der ein positives Fazit zieht. Neben der sportlichen Organisation liegt auch die Sponsorenbetreuung in den Händen des Abteilungsleiters. „Ohne unsere Sponsoren könnten wir das Turnier nicht stemmen, daher geht ein großer Dank an unsere Partner, die teilweise auch schon für das kommende Jahr ihre Unterstützung zugesagt haben“, sagt der Abteilungsleiter.

Nach 30 Jahren als verantwortlicher Organisator gab im vergangenen Jahr Peter Posprich die Verantwortung ab. „Die anfallenden Aufgaben haben wir auf mehrere Schultern verteilt“, erklärt Klank. Neben ihm sind Tamara Brandstetter, Andreas Bauer, Jörg Bäder und Uwe Schulz im Organisationsteam.

Am Freitagabend Finale

Am Freitag geht es in den Gehrenbergsportanlagen um den Wanderpokal und um ein üppiges Preisgeld. Zunächst stehen sich die beiden Landesligisten der Spielvereinigung Frickingen-Altheim-Lippertsreute und der VfB Friedrichshafen im kleinen Finale gegenüber. Die Frickinger schnupperten im letzten Gruppenspiel an der Sensation und trotzten dem Titelverteidiger und Favoriten FV Ravensburg ein 1:1-Unentschieden ab und zogen lediglich wegen der schlechteren Tordifferenz den Kürzeren. Im Finale um den 31. Markdorf Cup kommt es zum heiß ersehnten „Schussental-Derby“ zwischen dem Verbandsliga-Aufsteiger TSV Berg und dem FV Ravensburg.

Neuauflage des Finales von 2018

„Nach drei Endspielteilnahmen wollen wir natürlich den Pokal dieses Jahr mitnehmen“, kündigt der Berger Athletiktrainer Patrick Singrün selbstbewusst an. Im letzten Aufeinandertreffen gewann der Oberligist nach zwei Elfmetertoren. Torwarttrainer Sascha Hahn ergänzt lachend: „Den Cup zu gewinnen ist schon ein tolles Gefühl.“ Der aus Markdorf stammende und in der Jugend für den SCM aktive Hahn weiß, wovon er spricht: Mit dem FC Rot-Weiß Salem und dem VfB Friedrichshafen konnte er sich mehrfach in die Siegerliste eintragen.

Marian Pfluger (links, VfB Friedrichshafen) und Daniele D‘Ercole (rechts, TSV Berg).
Marian Pfluger (links, VfB Friedrichshafen) und Daniele D‘Ercole (rechts, TSV Berg). | Bild: Lorenz, Philipp

Auch die Häfler wollen nochmal Gas geben und sich den dritten Platz sichern. „Natürlich wollen wir gewinnen und den Erfolg mit in die neue Saison nehmen“, verspricht Stürmer Sascha Hohmann – auch er ein Ex-Markdorfer. Nicht nur für die Teams geht es um das Preisgeld, drei Cup-Besucher haben die Chance, in der Halbzeitpause des Finals an der Torwand um eine Übernachtung im „Meeresbummler“-Container der Firma Knoblauch zu spielen.