Er werde jetzt jedes Jahr kommen, erklärte Bürgermeister Georg Riedmann, so wie am 11. Januar 2018, als er Auguste Kuks schon einmal gratuliert hatte. Damals feierte sie ihren 100. Geburtstag. Nun ist die älteste Bürgerin Markdorfs 101 geworden. Und wie es ausschaue, staunte Bürgermeister Riedmann, „werden wir uns noch öfter wiedersehen“. Denn Auguste Kuks erfreut sich offensichtlich guter Gesundheit. Ihren Bewegungsradius hat die Senioren zwar auf ihre Wohnung eingeschränkt. Aber sie steht noch jeden Morgen aus eigener Kraft auf.

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Da war er wieder, dieser schalkhafte Blick. Den zeigt Auguste Kuks immer dann, wenn sie eine Geschichte aus ihrer Jugend erzählt hat und die Wirrnisse und Widrigkeiten einer anderen Zeit mit einem knappen Kommentar resümiert. „Man macht viel mit, bis man 101 ist“, steht am Ende solch einer Episode. Gerade hat sie erzählt, was sie als 17-Jährige im Haushalt eines schwäbischen Metzgers erlebte. Sie, die schon mit zwölf Jahren täglich um 4 Uhr aufstehen musste, um für das Vesper ihres Vaters und seiner Mitarbeiter zu sorgen, bevor sie ihren Schulweg antrat. Sie, die sich mit 15 Jahren als Magd verdingte, auswärts, von daher harte Arbeit gewöhnt war.

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Sie war eigensinnig genug, eine Anstellung aufzugeben, um sich etwas Besseres zu suchen. Dass sie es jedoch als Hauswirtschafterin für eine wohlhabende Stuttgarter Familie besser angetroffen hat, das lässt sich mit Fug und Recht bezweifeln, wenn Auguste Kuks von ihren Erlebnissen dort erzählt. Immerhin hat sie später durch diese Stelle ihr Glück gefunden, denn dadurch ist ihr Konrad Kuks begegnet, ihr verstorbener Ehemann.

Heute ist Auguste Kuks achtfache Urgroßmutter, dreifache Großmutter. Ihre Kinder sind Erika Streif, Herz und Hand der Markdorfer Malerinnen und Maler, sowie Manfred Kuks, Gründer der Gehrenbergspatzen. Von deren Wirken in der Stadt muss sie sich erzählen lassen, kann sie doch weder Ausstellungen noch Konzerte besuchen.