Das Bild war ergreifend: Rund 1300 Menschen, die den Glocken lauschten – und sich dabei an den Händen hielten. Während in Berlin die Glocken schwiegen, haben sie in Markdorf geläutet. Dies ziemlich zum Ende der Markdorfer Klimademonstration auf dem Platz zwischen Rathaus und St.-Nikolaus-Kirche.

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Am Fuß des Gehrenbergs tönte das Geläut ökumenisch aus beiden Gotteshäusern, derweil sich an der Spree zumindest die katholischen Gemeinden nicht per Glockenklang an der Kundgebung beteiligen wollten.

Die Markdorfer Klimademonstranten fassen sich am Ende der Veranstaltung bei den Händen.
Die Markdorfer Klimademonstranten fassen sich am Ende der Veranstaltung bei den Händen. | Bild: Jörg Büsche

Redner rufen Bürger und Politiker zum Handeln auf

In Markdorf rief der evangelische Pfarrer Tibor Nagy auf der fahrbaren Bühne zu Geschlossenheit auf. Zu Einigkeit im Kampf um die Wahrung der Schöpfung, die der Mensch gerade im Begriff sei zu zerstören. Der Geistliche war einer von vielen Rednern, die bei der von der lokalen „Parents for Future“-Gruppe organisierten Demonstration gesprochen haben. Die Botschaft aller richtete sich an zwei Adressaten: zum einen die Bürger, an die appelliert wurde, ihren Beitrag zu leisten beim Kampf gegen den Klimawandel. Zum anderen die Politiker, vor allem in Berlin, die konsequenter aufs Einhalten von Klima-Vereinbarungen pochen sollten.

Rund 1300 Klimademonstranten bei ihrem Weg durch die Innenstadt zum Rathaus-Vorplatz.
Rund 1300 Klimademonstranten bei ihrem Weg durch die Innenstadt zum Rathaus-Vorplatz. | Bild: Jörg Büsche

Etwa auf die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens, wie Dietmar Mogwitz, einer der Redner und Initiator der Markdorfer „Parents for Future“-Gruppe unterstrich. „Seit heute bestimmen wir die Klimapolitik“, so kündigte er jenen Impuls an, den er sich vom weltweiten Klimastreik erhofft.

Das Umdenken in der Verkehrspolitik gehörte zu einem der meistangesprochenen Themen bei der Klima-Demonstration.
Das Umdenken in der Verkehrspolitik gehörte zu einem der meistangesprochenen Themen bei der Klima-Demonstration. | Bild: Jörg Büsche

350 Kinder und Jugendliche vom Bildungszentrum beteiligt

„We are unstoppable“, wir sind nicht aufzuhalten, skandierte die fürs Klima protestierende Menge während des Marschs durch die Markdorfer Straßen.

Video: Jörg Büsche

Unter den Demonstranten waren auch zahlreiche jugendliche Schüler. Allein vom Markdorfer Bildungszentrum nahmen rund 350 Kinder und Jugendliche teil. Dies mit ausdrücklicher Einwilligung ihrer Eltern, wie Schulverbundsrektorin Veronika Elflein am Rande des Zugs erläuterte. Mitdemonstriert haben indes auch Grundschüler.

Auch rund 350 Schüler aus dem Markdorfer Bildungszentrum waren beim Klimastreik dabei.
Auch rund 350 Schüler aus dem Markdorfer Bildungszentrum waren beim Klimastreik dabei. | Bild: Jörg Büsche

Passanten zeigen überwiegend Verständnis für Protest

Bei Passanten fand der Protestzug einige Aufmerksamkeit. Die Mehrzahl begrüßte das Anliegen.

Video: Jörg Büsche

„Wir haben keine Ersatzerde“, erklärte Gerhard Kiefer, Rentner aus Bermatingen, „da muss man also was tun“. Und Werner Benzkirch, gleichfalls Rentner, aber aus Markdorf, fand die Veranstaltung „in Ordnung“. Es gelte, die Menschen, insbesondere die Politiker wachzurütteln. Wolfgang Gratwohl, 70, mahnte an: „Bei allem grundsätzlichem Verständnis befürchte ich, dass das Thema Klimawandel allmählich unsere vielen anderen Problemthemen überlagert.“

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