Vereidigt wurde Bürgermeister Daniel Enzensperger im Januar 2015. Der Neujahrsempfang war auch der passende Anlass, um einem überraschten Feuerwehrkommandanten Daniel Strohmaier die goldene Ehrennadel der Gemeinde zu überreichen. Der zweite Geehrte, Martin Zapf, Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins, war verhindert, und hatte dieselbe Auszeichnung am Dienstag erhalten.

Die Begrüßung übernahmen der zweite stellvertretende Bürgermeister Stefan Fehringer und der evangelischen Pfarrer Ulrich Adt für die Kirchengemeinden. Sein wichtigstes Ziel bei Amtsantritt sei die Stärkung des Wirtschaftsstandorts gewesen, meinte Enzensperger anschließend. Wichtig sei dafür keine Erhöhung der Grundsteuer, der Gewerbesteuer und der Kurtaxe. Bei den beiden Steuern sei dies gelungen. „Wie das mit der Kurtaxe wird, wird ganz spannend“, meinte der Bürgermeister. Noch sei dies nicht entschieden, aber für die geplante „Echt Bodensee-Card“, Einführung 2017, sei ein erheblicher Finanzierungsaufwand nötig.

Ebenfalls wichtig sei die Ausweisung neuer Baugebiete. Kurz vor Jahresende 2015 sei es nach mit vielen Diskussionen mit den Landesbehörden gelungen, den gemeinsamen Flächennutzungsplan mit Langenargen und Eriskirch auszulegen. „Wir haben keine Möglichkeiten, den Bedarf zu decken, der da ist“, meinte er zur aktuellen Situation. „Es soll mir mal einer erzählen, wie sollen sich Familien das noch leisten können?“, fragte Enzensperger mit Blick auf die steigenden Immobilenpreise. Er appellierte an die anwesenden Landes- und Bundespolitiker: „Hier muss etwas getan werden.“ Investitionen in das Bildungssystem sei ein weiteres wichtiges Ziel gewesen. „Unsere Gesellschaft lebt von den Kindern“, so Enzensperger. In der emotionalen Debatte um den künftigen gemeinsamen Grundschulstandort sei in der Dezembersitzung des Gemeinderats entschieden worden, den Standort der Nonnenbachschule zu wählen. Hier gebe es noch Denkmalschutz-Fragen (Aula) zu klären. Es werde einen Architekten-Wettbewerb geben, ähnlich wie für das Areal Hemigkofener Straße 11. Letzteres soll als neue Bücherei und Seniorenbegegnungsstätte genutzt werden. Beschäftigen werde die Gemeinde die geplante Uferpromenade, erster Bauabschnitt in diesem Jahr, die umstrittene Uferrenaturierung sowie der Hochwasserschutz, der bis 2019 gelöst werden soll. Der Breitbandausbau in Kressbronn könne bis 2018 komplett gelingen. Gelungen sei 2015 der Kauf des Grundstücks für eine 400-Meter-Bahn zwischen Schlösslepark und Bildungszentrum. Erfolgreich auch die Schaffung eines Bürgerbusses, die vermehrte Bürgerbeteiligung und die Belebung der Partnerschaft mit Maiche.

Das höchste Engagement habe die Bewältigung der Flüchtlingskrise erfordert. „Die Gemeinde Kressbronn hat den Soll um 245 Prozent ihrer eigentlichen Aufnahmenotwendigkeit erfüllt“, stellte Enzensperger stolz fest. Es dankte allen Helfern sowie dem Landratsamt.


Ehrungen

Die Goldene Ehrennadel für ihre Verdienste um die Gemeinde erhielten:

Martin Zapf, geboren am 12. Mai 1966 in Lindau und aufgewachsen in Kressbronn. Zapf engagiert sich seit seiner Kindheit im Turnverein Kressbronn, insbesondere im Skiclub, sowie im Angelsportverein Kressbronn. In seiner Jugend war er bei den Schalmaien des Narrenvereins Griesebigger. 1996 trat er als Versicherungsfachmann in den Handels- und Gewerbeverein (HGV) Kressbronn ein und ist seit 1998 dessen Vorsitzender. Er ist einer der Mitbegründer des Kressbronner Straßenfests.

Daniel Strohmaier, geboren am 26. Juli 1971 in Überlingen und aufgewachsen in Hohenfels bei Stockach. 1992 übernahm er den Hof seines Onkels in Kressbronn und trat im selben Jahr der Freiwilligen Feuerwehr bei. Er wurde am 17. März 2006 zum Kommandanten gewählt, nachdem er zuvor und auch anschließend zahlreiche Lehrgänge absolvierte. Seit zehn Jahren steht er an der Spitze der 74 Mann starken Einsatzabteilung, die über 100 Einsätze im Jahr hat. (wex)