"Wir haben bei einer Verkehrsschau die Situation gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Tübingen, der Polizei und dem Straßenbauamt geprüft", teilt das Landratsamt auf Anfrage mit. Derzeit gebe es in einzelnen Bereichen eine durchgezogene Linie. In einem Teilabschnitt weisen Schilder auf ein Überholverbot hin. "Außerdem gibt es Bereiche, in denen weder eine Markierung noch eine Beschilderung existiert, in denen aber aufgrund der Straßenführung und der eingeschränkten Sichtverhältnisse eigentlich gar nicht überholt werden darf", betont Pressesprecher Robert Schwarz. Gemeinsam mit den beteiligten Behörden hat man vereinbart, dass eine einheitliche Regelung sinnvoll ist und sich für die durchgezogenen Linie auf der Strecke von der Araltankstelle bis zur bayerischen Grenze entschieden. Davon ausgenommen ist nach Angaben des Landratsamts ein rund 400 Meter langer, gerader Abschnitt auf Höhe des Obstgroßmarkts bei Kressbronn.

Die Gemeinde Kressbronn hatte am Montag zunächst mitgeteilt, dass ein Überholverbot auf der B 31 zwischen Kressbronn und Langenargen verkehrsrechtlich angeordnet wird. „Dieses einheitliche Überholverbot war schon lange überfällig. Umso mehr freue ich mich, dass wir in Sachen Verkehrssicherheit in diesem Bereich einen großen Schritt weitergekommen sind. Ich bin davon überzeugt, dass durch diese Maßnahme künftig Leben gerettet und schlimme Unfälle durch gefährliches Überholen vermieden werden können“, so Kressbronns Bürgermeister Daniel Enzensperger. Das Landratsamt machte auf Anfrage hingegen deutlich, dass sich das Überholverbot durch eine durchgezogene Linie auf den Abschnitt von der bayerischen Landesgrenze bis nach Kressbronn bezieht.

Obwohl immer wieder schwere Unfälle auf der viel befahrenen Bundesstraße zwischen Friedrichshafen und Lindau passieren, wird die Strecke nicht als sogenannte Unfallhäufungsstrecke eingestuft. "Es handelt sich hier nach wie vor nicht um eine Unfallhäufungsstrecke, auch wenn das subjektiv von vielen anders wahrgenommen wird", betont Robert Schwarz. Der Streckenabschnitt sei nach Mitteilung des Polizeipräsidiums Konstanz mit Blick auf Überholunfälle vergleichsweise unauffällig. Daher seien nach wie vor keine baulichen Maßnahmen vorgesehen. Die Statistik der Polizei zeigt auch, dass die Zahlen der Verkehrsunfälle mit schwerem Personenschaden in den vergangenen Jahren eher rückläufig waren.

Die Markierung für das Überholverbot wurde bereits angeordnet. Sobald es das Wetter zulässt, sollen laut Kreisbehörde die Markierungsarbeiten umgesetzt werden. Einen genauen Termin gibt es noch nicht. Weitere Überholverbote auf der B 31 seien derzeit nicht geplant.

 

Das wurde angeordnet

"Aus Gründen der Sicherheit und Leichtigkeit des Straßenverkehrs erlässt das Landratsamt Bodenseekreis als Straßenverkehrsbehörde gemäß § 44, 45 Abs. 1-4 StVO im Einvernehmen mit dem Polizeipräsidium Konstanz, dem Regierungspräsidium Tübingen und dem Straßenbauamt folgende verkehrsrechtliche Anordnung: Die B 31 zwischen Kressbronn und der Landesgrenze ist entsprechend dem Vorschlag des Straßenbauamtes mit einer durchgezogenen Linie (Zeichen 295) zu markieren. Laut der VwV-StVO ist vor der Fahrstreifenbegrenzung eine Warnlinie anzubringen. Die Markierung erfolgt nach den Vorgaben der RMS-2. Sobald die Markierung aufgebracht worden ist, sollten die vorhandenen Überholverbotsschilder abgebaut werden. Die Umsetzung der verkehrsrechtlichen Anordnung erfolgt durch das Straßenbauamt."