Kressbronn (afr) Mit einer Enthaltung (Sven Armbruster, SPD) und einer Gegenstimme (Martina Knappert-Hiese, GUBB) hat der Gemeinderat Kressbronn am Mittwoch den Haushaltsplan 2017 und die mittelfristige Finanzplanung 2016 bis 2020 verabschiedet. Der Haushalt hat ein Volumen von rund 30 Millionen Euro zuzüglich der Eigenbetriebe. "Das bedeutet, dass wir in Kressbronn 41 Millionen Euro umsetzen", so Kämmerer Matthias Käppeler. Der Verwaltungshaushalt nimmt um 2,7 Prozent auf 22,4 Millionen Euro zu, während der Vermögenshaushalt leicht auf 7,5 Millionen Euro abnimmt.

Bei der Gewerbesteuer rechnet der Kämmerer mit einem bleibenden Anstieg auf 3,55 Millionen Euro. 21 Prozent beträgt der Einkommenssteueranteil, 11,5 Prozent die Schlüsselzuweisungen und 16 Prozent die Gewerbesteuer. Mehrausgaben der Verwaltung in Höhe von 230 000 Euro summieren sich im Personalbereich. Die Zuführung an den Vermögenshaushalt liegt bei 3,45 Millionen Euro. 67 Prozent der 7,5 Millionen Euro im Vermögenshaushalt sollen für Baumaßnahmen verwendet werden und 18,4 Prozent sind für das Eigenkapital Eigenbetriebe eingeplant. Investiert werden soll vor allem in die neue Bücherei (1,6 Millionen Euro), in das Denkmal "Bodan Werft" (1,1 Millionen Euro) und für die Bodanstraße sind nochmals 700 000 Euro vorgesehen.

Langfristig soll vor allem in die Sanierung der Schulen investiert werden. So sind bis zum Jahr 2020 rund 7,7 Millionen Euro für die Nonnenbachschule, 2,5 Millionen fürs Parkschulzentrum und 800 000 Euro für einen weiteren Kindergarten vorgesehen. Die Verschuldung liegt bei 463 Euro je Einwohner und damit 46 Prozent unter dem Landesdurchschnitt. Einen "Haushalt mit Schönheitsfehlern" nannte CDU-Fraktionssprecher Karl Bentele das Zahlenwerk mit Blick bereits beschlossenen Steuererhöhungen. "Die großen Brocken kommen noch, Spielräume sehen wir keine mehr, was passiert, wenn die Steuerkraft einbricht?", fragte BWV-Sprecher Stefan Fehringer mit Blick auf geplante Investitionen. "Man spürt, dass es schwieriger werden wird", so SPD-Sprecher Martin Kolb. "Inhaltlich wurden bei diesem Haushaltsplan die falschen Prioritäten gesetzt", befand Sabine Witzigmann (Bündnis 90/Grüne), die Bedürfnisse der "breiten Bürgerschaft" sieht sie nicht berücksichtigt. Auch Martina Knappert-Hiese übte Kritik, vorwiegend an der Arbeit von Bürgermeister Daniel Enzensperger. Sie verweigerte die Zustimmung. Enzensperger beschränkte sich auf Danksagungen. Zum Haushalt will er beim Neujahrsempfang Stellung beziehen.