Das Mysterium eines bei Ravensburg-Taldorf errichteten Holzpenis‘ hat eine unerwartete Wendung genommen.

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Und entwickelt sich – eher unwahrscheinlich – zu einem Kriminalfall? Jedenfalls hat sich jemand mit der E-Mail-Adresse mit dem Anlauf „klarerphall@“ gemeldet, der wissen will, wohin das rund zwei Meter hohe Phallussymbol verschwunden ist, das vergangene Woche an einer Wanderwegkreuzung entdeckt wurde.

Der angebliche Urheber des bei Ravensburg-Taldorf aufgestellten Holzpenis‘ will wissen, wer das Phallussymbol entfernt hat. Es gibt keine Bilddaten, die darauf schließen lassen, wann genau dieses Motiv fotografiert worden ist.
Der angebliche Urheber des bei Ravensburg-Taldorf aufgestellten Holzpenis‘ will wissen, wer das Phallussymbol entfernt hat. Es gibt keine Bilddaten, die darauf schließen lassen, wann genau dieses Motiv fotografiert worden ist. | Bild: privat

Wer tatsächlich hinter dem Pseudonym „klarerphall“ steckt, ist unklar. Ebenso, ob es sich um den wahren Urheber dieses aufgestellten Symbols von Manneskraft handelt. In der an die Lokalredaktion Friedrichshafen gesendeten E-Mail heißt es: „hi, mein Penis ist weg (!!!???) können wir es zulassen, dass immer mehr Kulturgut verschwindet? Wir bitten höflichst um Aufklärung. Viele Grüsse aus dem Süden“.

Als wäre nie etwas gewesen. Der rund zwei Meter hohe Holzpenis, der etwa einen halben Kilometer entfernt von Ravensburg-Taldorf bei diesem Baum gestanden hat, ist entfernt worden. Lediglich eine zugeschüttete Erdkuhle und schwarze Kabelbinder sind übrig geblieben.
Als wäre nie etwas gewesen. Der rund zwei Meter hohe Holzpenis, der etwa einen halben Kilometer entfernt von Ravensburg-Taldorf bei diesem Baum gestanden hat, ist entfernt worden. Lediglich eine zugeschüttete Erdkuhle und schwarze Kabelbinder sind übrig geblieben. | Bild: Ganter, Toni

Ist die besagte Stelle, rund einen halben Kilometer von Taldorf entfernt auf einer Anhöhe mit Ruhebank gelegen, nun tatsächlich der Tatort eines Diebstahls von Kulturgut? Auf dem einstigen Standort des Holzphallus‘ weist so gut wie nichts mehr darauf hin, dass dort ein Werk eines noch unbekannten Kulturschaffenden gestanden hat:

Video: Ganter, Toni

Die Kuhle ist nahezu vollkommen mit lehmiger Erde zugeschüttet. Dort liegen lediglich noch abgezwickte schwarze Kabelbinder. Mit denen eine hemdsärmelig gefertigte Tafel mit Frage nach dem Verbleib der Skulptur fixiert war.

Diese Tafel, ein paar Meter vom einstigen Standort des Holzphallus‘ entfernt, gibt es auch nicht mehr. Überdeckt war damit ein Hinweisschild, dass Hundehalter auffordert, ihre Tiere dort nicht ihr Geschäft verrichten zu lassen, und die Häufchen jedenfalls mitzunehmen.
Diese Tafel, ein paar Meter vom einstigen Standort des Holzphallus‘ entfernt, gibt es auch nicht mehr. Überdeckt war damit ein Hinweisschild, dass Hundehalter auffordert, ihre Tiere dort nicht ihr Geschäft verrichten zu lassen, und die Häufchen jedenfalls mitzunehmen. | Bild: privat

Fakt ist jedenfalls, dass das Entfernen des Werkes nicht von der Taldorfer Ortsverwaltung veranlasst worden ist. „Von unserer Seite aus hätte die Skulptur stehen bleiben können. Ich habe es ja auch mit Humor genommen“, gibt Ortsvorsteherin Regine Rist Auskunft.

Nach ihren Angaben haben Mitarbeiter des Taldorfer Bauhofs allerdings kontrolliert, ob die Skulptur fest und sicher genug im Boden verankert war – was der Fall gewesen sei. Am Dienstag hätte Rist die Angelegenheit im Ortschaftsrat des 300-Seelen-Dorfes thematisiert. „Einfach, um mir Rückmeldung von den Ratsmitgliedern einzuholen“, erzählt Rist. „Aber das ist ja nun nicht mehr nötig, nachdem die Skulptur weg ist.“

„Es war mal ein ganz anderes Thema als Corona, über das man durchaus auch schmunzeln konnte.“
Regine Rist, Ortsvorsteherin in Taldorf

Allerdings: Sofern der Holzphallus zurückgebracht werden sollte, dürfte er wieder montiert werden, da bleibe sie bei ihrem gegebenen Wort als Ortsvorsteherin. „Es war mal ein ganz anderes Thema als Corona, über das man durchaus auch schmunzeln konnte.“

Und was sagt die Polizei? „Die Polizei ist bislang in dieser Angelegenheit nicht involviert“, gibt eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Ravensburg Auskunft. Es werde frühestens dann ermittelt, sobald sich ein Geschädigter meldet und Anzeige erstattet wird, oder sobald es einen Anfangsverdacht auf eine Straftat gebe. Dies sei im Moment noch unklar.