Großen Anteil an dem Erfolg trägt Hauptorganisator und Mann der ersten Stunde Manfred Schlagenhauf, der mit viel Herzblut jedes Jahr dieses Festival auf die Beine stellt. Viel Kraft, Energie und natürlich ein großes Helfterteam ist dafür erforderlich. Schlagenhauf hält jedoch nicht nur hinter der Bühne die Fäden zusammen, sondern auch auf der Bühne: Als Bassist der Ska-Formation Moskovskaya zeigt er seinen sieben Bandkollegen die Sporen und treibt sie kräftig an.

Bei Bands wie Ema Yazurlo aus Argentinien, der jamaikanischen Formation Susan Cadogan & The Dubonaires und den australischen The Rumjacks kamen die Fans voll auf ihre Kosten. Die Lokalmatadoren Moskovskaya wurden ihrer Rolle als Hauptband wieder einmal mehr als gerecht. Mit ihrem typisch schnellen und melodiösen Ska-Sound war Abtanzen angesagt. Das Zelt kochte und somit war auch nicht verwunderlich, dass am Ende ihrer Show Wasser vom Zeltdach tropfte.

Als Frau der ersten Stunde kann sich Sandra Schwelling aus Obersiggingen rühmen. Sie hatte am Freitagabend eine Original-Eintrittskarte vom ersten Festival vor 25 Jahren mitgebracht, als das Querbeat-Festival noch Ska-Festival hieß. „Mit kurzen Unterbrechungen war ich so ziemlich jedes Jahr als Konzertgängerin hier“, erzählte sie. Nicht ganz so oft kann Conny Jelitte aus Grünwangen im Deggenhausertal auf ihre Besuche des Querbeat-Festivals zurückblicken. Sie ist seit mehreren Jahren Stammgast in Unterwaldhausen. „Einfach genial, diese lockere Stimmung und Atmosphäre hier im und um das Musikzelt.“ Inzwischen wird sie neben ihren Bekannten auch von ihrem Freund Gert begeistert begleitet.

Die in Berlin lebende Sängerin Saudia Young glänzte zusammen mit ihren Begleitmusikern von Noir Rockabilly Band.
Die in Berlin lebende Sängerin Saudia Young glänzte zusammen mit ihren Begleitmusikern von Noir Rockabilly Band. | Bild: Chris Herrmann

Zwölf Bands heizen am Samstag ein

Bei Traumwetter ging es schon am frühen Samstagmittag wieder zur Sache. Zwölf Bands standen auf dem Programm und zwar wechselweise auf der Hauptbühne und der gegenüberliegenden kleineren Bühne, die es erstmals gab. Als die zweite ortsansässige Band Bad Shakyn die Bühne betrat, war klar: Hier bleibt kein T-Shirt trocken. Mit ihrer unverwechselbaren Ska-Musik machten die zehnköpfige Truppe mächtig Dampf, und zwar so viel, dass sich zwei Besucherinnen auf die Bühne wagten und Sänger Daniel Schobloch – mehr als ihm recht war – eine ausgedehnte Nackenmassage verpassten. Nach guter Vorarbeit war es für Topact Shantel & Bucovina Club Orkestar kein Problem, die musikalische Messlatte auf diesem Niveau zu halten. Der lang anhaltende Beifall am Ende der Show war ein Beweis dafür.

Während die Berliner Band Vizediktator mit viel Power und Punk auf der Nebenbühne für das Publikum abrockte, lief parallel der Soundcheck auf der Hauptbühne für die Band Turbobier aus Wien. Sie machten ihrem Namen alle Ehre und zelebrierten unter schwenkenden BPÖ-Fahnen (Bier-Partei Österreichs) ihr Lieblingsgetränk. Ihre Coverversion von Helene Fischers „Atemlos“ texteten sie in „Arbeitslos“ um. Die letzte Band des Abends, Egotronic, machte mit Songs wie „Die richtige Einstellung“ nochmal lautstark Stimmung und setzten den gelungenen Schlusspunkt des perfekt organisierten und rundum gelungenen Festivals.

Nach dem Querbeat-Festival ist vor dem Querbeat-Festival. „Ich fühle mich sauwohl und freue mich jetzt schon riesig auf das nächste Jahr“, erzählte der 25-jährige Dominik aus Kempten, der mit Freunden zum ersten Mal angereist war. Und mit dieser Aussage dürfte er nicht alleine sein.