Es ist ein kleines Jubiläum: Bereits zum zehnten Mal findet die einwöchige Abschlussübung für die angehenden UN-Militärbeobachter „Blue Flag – 4 Peace Central Europe“ am Bodensee statt. In diesem Jahr trainieren 147 Übungsteilnehmer aus 41 Nationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Insgesamt werden mehr als 250 Soldaten der Vereinten Nationen (United Nations) und zahlreiche UN-Fahrzeuge im Einsatz sein. „Blue Flag“ ist eine der weltweit größten UN-Übungen.

"Praktische Prüfung" für angehende UN-Militärbeobachter

Trainiert wird auf deutscher Seite im Landkreis Lindau und im württembergischen Allgäu. „Wer diese Übung durchläuft, kann im fordernden Einsatz bestehen“, erklärte Oberst Werner Klaffus, Kommandeur des Vereinte-Nationen-Ausbildungszentrums der Bundeswehr, bei einem Pressetermin. Nach Angaben Klaffus ist die Übung so etwas wie eine „praktische Prüfung“ für die Soldaten.

Situationen aus Krisengebieten meistern

Insgesamt dauert die intensive Ausbildungsphase rund neun Wochen. Die angehenden Militärbeobachter müssen dabei nachgestellte, aber reale Situationen meistern, wie sie in Krisen- und Kriegsgebieten schon einmal vorgekommen sind. Wichtig ist dem Oberst dabei die Tatsache, dass die UN-Beobachter immer unbewaffnet sind. „Ihre Waffe ist das Wort“, stellte er fest.

Übung beginnt am 29. Juni

Offizieller Beginn der Übung wird am Freitag, 29. Juni, ab 15 Uhr auf der Wiese neben der Lindauer Spielbank der Eröffnungsappell sein, bei dem auch Besucher zuschauen können. Mit dabei sind neben allen Teilnehmern auch die Musiker des Heeresmusikkorps aus Ulm.

Zwei Frauen unter deutschen Lehrgangsteilnehmern

Danach folgt für die angehenden UN-Beobachter der praktische Teil der Ausbildung. Sie findet für die 21 deutschen Lehrgangsteilnehmer, davon zwei Frauen, und deren 16 Instruktoren im Landkreis Lindau und in der Region Wangen und Ravensburg statt. Die Teilnehmer aus der Schweiz und Österreich trainieren im Bregenzerwald und im schweizerischen Appenzell. Deshalb werden dann auch wieder weiße UN-Fahrzeuge, aber auch gepanzerte Transportfahrzeuge im Allgäu unterwegs sein.

Für Deeskalation sorgen

An verschiedenen Plätzen wird versucht, die Militärbeobachter auf die unterschiedlichsten Einsätze vorzubereiten. „Die Lage in den Krisengebieten wird teilweise immer schwieriger, da wir es mit mehreren Konfliktparteien zu tun haben, die wir nur mithilfe von Gesprächen und Verhandlungen an einen Tisch bringen und für Deeskalation sorgen müssen“, erklärt Oberst Klaffus ein mögliches Szenario.

Damit alles möglichst „echt“ wirkt, gibt es Soldaten, die als aggressive Rebellen auftreten und schon einmal auf die UN-Beobachter losgehen. „Dafür sind wir hier, um solche Situationen unter möglichst realen Bedingungen zu üben“, so Oberst Klaffus.