Mit einer Gedenkminute erinnerten die Pfarrer Matthias Schneider und Martin Egervari, Bürgermeister Johannes Henne und Ortsvorsteher Martin Frank auf dem Friedhof Kippenhausen der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Eine Kranzniederlegung vor dem Kriegerdenkmal, kurze Ansprachen und ein Gebet ersetzten die Gedenkfeier. Diese war aus Infektionsschutzgründen nicht möglich.

Bürgermeister Henne denkt auch an Betroffene der Corona-Krise

Bürgermeister Johannes Henne sagte, auch in Zeiten von Corona bleibe der Volkstrauertag wichtig. „Wir gedenken nicht nur der Opfer der Weltkriege, sondern auch der heutigen Opfern von Gewalt und Schreckensherrschaft.“ Seine Gedanken seien an diesem Tag bei denen, die von der Corona-Pandemie besonders betroffen seien. „Das kann gesundheitlich, aber auch psychisch, sozial oder wirtschaftlich sein“, sagte er.

In einer kurzen Ansprache erinnerte Pfarrer Matthias Schneider an die Schrecken des Krieges.
In einer kurzen Ansprache erinnerte Pfarrer Matthias Schneider an die Schrecken des Krieges. | Bild: Corinna Raupach

Pfarrer Matthias Schneider mahnte, das Gut des Friedens und der Freiheit sei nicht so selbstverständlich, wie es vielen scheine. „Wir müssen täglich im Kleinen am Frieden arbeiten, mit kleinen Schritten dem großen Frieden entgegengehen. Nichts Nötigeres braucht diese Welt“, sagte er. Millionen Menschen würden heute weltweit zu Opfern von Gewalt, Folter und Krieg.

Dass in Amerika nach dem Wahlkampf vom „totalen Krieg“ gesprochen wurde, habe ihn erschüttert. „Das ist geradezu höhnisch angesichts dessen, was im Krieg vom Menschen gefordert wird, ihnen auferlegt wird und ihr Leben fortan prägt“, sagte er. Offenbar sei das Verständnis für die Schrecken des Krieges nicht mehr bei allen vorhanden.

Pfarrer Schneider: Sehnsucht nach Frieden verbindet die Menschen

Sein Gebet galt nicht nur denen, die damals und heute unter Krieg und Gewalt leiden, sondern auch den Verantwortlichen in Politik, Gesellschaft und Kirche. „Die Sehnsucht nach Frieden verbindet uns mit allen Menschen dieser Welt und auch mit den Opfern der Kriege“, sagte Schneider.

Wegen der Corona-Pandemie gab es statt einer Gedenkfeier nur eine Kranzniederlegung vor dem Kriegerdenkmal auf dem Friedhof Kippenhausen.
Wegen der Corona-Pandemie gab es statt einer Gedenkfeier nur eine Kranzniederlegung vor dem Kriegerdenkmal auf dem Friedhof Kippenhausen. | Bild: Corinna Raupach

Traditionell wird abwechselnd auf den Friedhöfen Immenstaad und Kippenhausen eine Gedenkfeier zum Volkstrauertag ausgerichtet, oft in Verbindung mit einem Gottesdienst. Auch auf dem Friedhof Immenstaad wurde ein Kranz niedergelegt.