Mit einer Unterschriftensammlung hat sich 1980 in Immenstaad eine Gruppe von Bürgern erfolgreich gegen einen Müllgroßbehälter stark gemacht. Die Gruppe war Vorreiter der 1984 gegründeten Ortsgruppe des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND). Oberstes Ziel war damals noch die Müllvermeidung und so wurde 1983 mit Landratsamt und BUND-Ortsgruppe Friedrichshafen die erste Problemstoffsammlung im Kreis organisiert.

63 Autobatterien, 435 Liter Altöl und 250 Gramm Quecksilber kamen 1983 bei der ersten Sammlung von Sondermüll und Gefahrstoffen zusammen.
63 Autobatterien, 435 Liter Altöl und 250 Gramm Quecksilber kamen 1983 bei der ersten Sammlung von Sondermüll und Gefahrstoffen zusammen. | Bild: BUND-Ortsgruppe Immenstaad

Vor 30 Jahren berichtete der SÜDKURIER über den Planungsfall 7.5

Seit die Ortsgruppe vor 30 Jahren im SÜDKURIER vom Planungsfall 7.5 gelesen hat, setzt sie sich vorrangig für eine bessere Verkehrspolitik ein. Mit der Planung der B 31-neu ist die Verkehrspolitik zum Hauptbetätigungsfeld geworden, denn die Mitglieder sind der Überzeugung, dass nicht die favorisierte B1-Trasse, sondern die AB-Variante der B 31-neu die bessere, da umweltverträglichere Lösung wäre. Der Grund: B1 durchschneidet den Weingartenwald in zwei Schlenkern. „Wir haben hier sowieso fast keinen Wald“, sagt Ulrike Seitz, die bei ihren Spaziergängen dort regelmäßig bedrohte Tierarten beobachtet.

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Klaus Lindemann stellt AB-Variante vor, die Weingartenwald nicht zerschneidet

Eine Verschiebung der B1 Richtung Norden, die sich die Ruhbühler wünschen, würde den Landwirten nicht helfen und gegebenenfalls den Tunnel erübrigen – was ein Eigentor für den Ruhbühl wäre. So sieht es Klaus Lindemann, der unter www.b31-ausbau-vor-neubau.de eine Möglichkeit vorstellt, die AB-Variante zu bauen, ohne Hagnau jahrelang zu sperren und den Weingartenwald zu zerschneiden. „Den Gemeinderat interessiert der Wald nicht wirklich, weil er nicht auf Immenstaader Gemarkung liegt.“

Auch Bürger-Solar-Anlagen gehen auf BUND zurück

Peter Hecking ergänzt: „Umweltschutz macht aber nicht vor der Gemarkungsgrenze halt.“ Er ist Gründungsmitglied der 42 Mitglieder starken BUND-Gruppe und stieß vor 20 Jahren die Gründung einer ersten Bürger-Solar-Anlage auf dem evangelischen Gemeindehaus an. Es kamen Bürger-Solar-Dächer auf Schulen und Hersberg hinzu, die noch heute zu fast 100 Prozent ausgelastet sind und Vorbild für Firmen und Privathaushalte waren.

Siedlungspolitik, Umweltgutachten, Gewässerschutz, Entwicklungspläne – die Liste vergangener und laufender Projekte ist lang. Dennoch war immer Zeit für Heckenpflanzungen, Vogel- und Amphibienschutz, den Bau von Bienenhotels, Ausstellungen und die Pflege von Ameisenhügeln.

Pflanzaktion mit Schülern im Rahmen von „Plant für Planet“ geplant

Die Zeiten, als Kröten in Eimern über die Straße getragen wurden, sind vorbei. Dank Angelika Eckstein hat Immenstaad einen Krötentunnel an der L 207. Im Herbst 2021 will Peter Hecking mit Schülern und dem Forstamt im Rahmen von „Plant for Planet“ einen klimaresistenten Mischwald pflanzen. „Junge Leute zu motivieren, ist wichtig und geht nicht von heute auf morgen.“ Spätestens wenn es um die Pflege der Greifvogel-Nisthilfen in vier Metern Höhe geht, werden junge Leute gebraucht.