Die Gemeinde Immenstaad erhält vom Bund einen Zuschuss von 800 000 Euro, um „weiße Flecken“ an das Glasfasernetz anzuschließen. „So wie das Telefon vor 50 Jahren bis in das letzte Nest verlegt wurde, muss eine ordentliche Internetverbindung möglich sein im ländlichen Raum“, sagte Lothar Riebsamen, CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem Bodenseekreis, bei der Übergabe des Förderbescheids im Rathaus.

90 Prozent aller Haushalte haben schnelles Internet von privaten Anbietern

„Die digitale Infrastruktur ist nicht nur in Zeiten von verstärktem Homeoffice nicht mehr wegzudenken und muss immer weiter ausgebaut werden“, sagte auch Bürgermeister Johannes Henne. In Immenstaad verfügen bereits 90 Prozent aller Haushalte durch private Anbieter über schnelles Internet. Riebsamen sagte: „Die Privaten investieren, wo es sich rechnet.“

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Im ländlichen Raum übernimmt der Bund 50 Prozent der Kosten

Im ländlichen Raum sei das aber nicht immer der Fall. Daher unterstützt ein Förderprogramm des Bundes Gemeinden oder Zweckverbände mit 50 Prozent der Kosten für den Anschluss. Als unterversorgt gelten Bereiche, die weniger als 30 Megabits pro Sekunde hochladen können.

Weitere Zuschüsse für Anschluss von Gewerbegebieten

Bei Gewerbegebieten gelten andere Grenzwerte. „Die Zukunft von Unternehmen hängt stark am Glasfaseranschluss, sie brauchen einen symmetrischen Up- und Download“, erklärte Martin Boos von Atenekom, dem vom Bund beauftragten Projektträger. Für die Gewerbegebiete Steigwiesen II und Ziegelei hat die Gemeinde daher ebenfalls Zuschüsse erhalten. Insgesamt kostet das Vorhaben knapp 1,6 Millionen Euro.

Ortsbaumeister Ulrich Kohler zeigt, wie die Leerrohre für Glasfaserkabel aussehen.
Ortsbaumeister Ulrich Kohler zeigt, wie die Leerrohre für Glasfaserkabel aussehen. | Bild: Corinna Raupach

„Wir freuen uns sehr, dass wir heute die 50 Prozent Förderung vom Bund zugesagt bekommen haben“, sagte Henne. Weitere 40 Prozent könnten vom Land kommen. Ortsbaumeister Ulrich Kohler meinte: „Da hoffen wir bis Ende des Jahres auf eine Zusage.“ Dann könnten nach Ausschreibung und Vergabe die Arbeiten Mitte 2021 starten. Die Verwaltung rechnet mit einem Realisierungszeitraum von zwei bis drei Jahren.

Auch Haushalte mit Kupferkabel sollen im nächsten Schritt umgestellt werden

Riebsamen kündigte an, in einem zweiten Schritt auch „graue Flecken“ angehen zu wollen: Haushalte, deren Breitbandanschluss über Kupferkabel auf Dauer nicht ausreichen wird.

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