Trotz gesunkener Besucherzahlen war für den Betriebsleiter des Aquastaads Ralf Kaiser nicht alles schlecht im Pandemiejahr. Bei der Vorstellung des Jahresberichts im Gemeinderat sagte er: „Wir hatten ein gutes Konzept, wir haben die Gäste optimal erzogen, so dass die Abstände eingehalten wurden.“

Betriebsleiter Ralf Kaiser stellte dem Gemeinderat die Situation vor.
Betriebsleiter Ralf Kaiser stellte dem Gemeinderat die Situation vor. | Bild: Corinna Raupach

Im Sommer durften sich nur 800 Badegäste im Aquastaad aufhalten. Das habe bei einigen Unverständnis ausgelöst, sagte Kaiser. „Aber die Gäste, die da waren, waren sehr glücklich. Sie hatten fast ein Privatbad mit einem großen Platzangebot.“ Zum 18. Mal erhielt das Bad als einziges am Bodensee die blaue Flagge, eine internationale Auszeichnung für Umweltmanagement.

800 Menschen durften sich den Abstands- und Hygieneregeln entsprechend im Sommer im Aquastaad aufhalten.
800 Menschen durften sich den Abstands- und Hygieneregeln entsprechend im Sommer im Aquastaad aufhalten. | Bild: Corinna Raupach

Insgesamt rund 60 000 Badegäste verzeichnet das Frei- und Seebad 2020. Im Januar und Februar war der Besuch stabil, doch Schließungen und die Einschränkungen im Sommer führten zu einem Rückgang um über 30 000 Besucher im Vergleich zum Vorjahr. 2018 kamen sogar 120 000 Menschen. „Mein Ziel sind um die 100 000 Besucher. Ich bin überzeugt, da werden wir wieder hinkommen, wenn das alles vorbei ist“, sagte Kaiser. Auch die Zwangsschließung im Herbst hat sein Team genutzt. „Wir haben eine große Revision vorgenommen: Wasser abgelassen, Filter gereinigt und den Keller ausgeräumt und gestrichen“, sagte er.

Für die Zukunft hat er viele Pläne: Der Großputz soll im September statt im Dezember stattfinden. Einmal in der Woche will er Frühschwimmen ab 7 Uhr anbieten und die Zusammenarbeit mit der Grundschule intensivieren: „Es sollte kein Grundschulkind geben, das nicht schwimmen kann.“ Auch aus dem Rat kamen Anregungen. Marco Theiling (SPD) schlug vergünstigte Abend- und Kurzschwimmkarten und die Ausweisung von Zeiten für bestimmte Zielgruppen vor. „Die anderen können dann auch kommen, aber die Gäste wüssten vorher, was sie erwartet“, sagte er. Zur Vermeidung herumliegender Zigarettenstummel regte Markus Böhlen (Grüne) an, Rauchern eine Box mitzugeben. „Da könnte man ein Aquastaad-Logo draufdrucken und sie dann verschenken“, sagte er.