Der Gockel hat sich schick gemacht, zum Geburtstag trägt er Frack und Fliege. Bis Sonntag kann er sogar krähen und lässt sich zu jeder vollen Stunden hören. Auch die Hennen haben sich mit eleganten Schalkragen herausgeputzt. Das Wasser rieselt durch farbenfrohen Blumenschmuck. Der Hennenbrunnen in Immenstaad ist am Donnerstag 60 Jahre alt geworden.

Bis Sonntag wird der Hahn sogar zur vollen Stunde krähen.
Bis Sonntag wird der Hahn sogar zur vollen Stunde krähen. | Bild: Corinna Raupach

„1961 wurde hier zur Einweihung am 17. Juni ein großes Fest gefeiert. Es gibt noch Fotos von einem Lampionumzug und dem Konzert des Musikvereins“, sagt Thomas Schmidt. Der Vorsitzende des Heimatvereins Immenstaad erinnert an die Entstehungsgeschichte des Brunnens.

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Mit der Einführung der Wasserleitungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Dorfbrunnen verschwunden. Daher machte es sich der Fremdenverkehrsverein zur Aufgabe, wieder einen Brunnen ins Dorfzentrum zu stellen. Die Herren Rebstein und Meichle sammelten bei den Immenstaadern Geld und beauftragten den Bildhauer Werner Gürtner sowie die Kupferschmiede Löchle und Luft mit Entwurf und Fertigstellung.

Dieses Bild vom Einweihungstag des Hennenbrunnens am 17. Juni 1961 stammt aus dem Archiv des Heimatvereins.
Dieses Bild vom Einweihungstag des Hennenbrunnens am 17. Juni 1961 stammt aus dem Archiv des Heimatvereins. | Bild: Heimatverein Immenstaad

Das Ergebnis habe alle Erwartungen übertroffen, sagt Wolfgang Haas, Narrenvater der Hennenschlitter. „Ich kann mir keinen Brunnen vorstellen, der eine höhere Frequenz hat. Das liegt an seinem hervorragenden Standort, vor allem aber ist er ein freudiges Symbol.“ Die Narren schmücken den Brunnen zur Fasnet und drehen bei ihren Umzüge hier immer eine Ehrenrunde. Auch außerhalb der Fasnet sei der Brunnen mit dem „Gickeler“ und seinen Hennen ein Kleinod, sagt Bürgermeister Johannes Henne: „Das ist ein zentraler Platz, an dem man sich gern aufhält.“ Die Gemeinde habe vor, ihn mit mehr Grün weiter aufzuwerten.

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Ein großes Fest hätten Vereine und Gemeinde auch in diesem Jahr gern gefeiert. „Wir hatten viele Ideen – dass aus dem Brunnen Weißwein oder Bier läuft, oder dass wir eine große Theke herumbauen“, sagt Thomas Schmidt. Wegen der Pandemie ist nur ein kleiner Umtrunk mit Abstand und Brezeln daraus geworden. Doch der Heimatverein hat mehr vor: Wer bei dem Einweihungsfest 1961 dabei war, soll sich melden und von seinen Erinnerungen erzählen. Zu einem späteren Zeitpunkt ist geplant, die Fotos mit den Teilnehmern von damals nachzustellen.