Mit der Gänsekeule im Restaurant wird es in den nächsten Wochen nichts. Auch Weihnachtsfeiern, zu denen gern das knusprig gebratene Federvieh serviert wird, bleiben wohl ein Wunschtraum. Die Menschen möchten dennoch nicht auf ihren Gänsebraten verzichten. Landwirt Anton Rauber aus Immenstaad hat in diesem Jahr zu St. Martin sogar mehr Biogänse verkauft als in anderen Jahren.

Beim Schlachten ist ein Veterinär dabei

„Man lebt ein stückweit im Blindflug“, sagt Anton Rauber mit Blick auf seine rund 150 Gänse, die schnatternd über die Wiese watscheln. Mit einem guten halben Jahr haben sie zwar kein langes, aber aus menschlicher Sicht ein glückliches und artgerechtes Gänseleben. Erst vor ein paar Tagen ist der Landwirt morgens um 5 Uhr aufgestanden und hat einen Schwung Tiere eingefangen, um sie nach Ostrach in einen speziellen Geflügelschlachtbetrieb zu fahren. „Da ist immer ein Veterinär dabei und alles läuft für die Gänse möglichst stressfrei ab“, schildert Rauber.

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Der Gänsestall soll an Weihnachten leer sein

Ziel sei, dass der Stall an Weihnachten leer ist. Gänse, die bis dahin nicht verkauft seien, würden geschlachtet und wanderten in die Tiefkühltruhe. Zwischen Neujahr und Ostern werde noch die eine oder andere Gans verkauft. „Angeboten haben wir auch schon geräucherte Gänsebrust oder Keule. Das kam bei unseren Kunden sehr gut an“, berichtet Anton Rauber, zu dessen Betrieb ein Hofladen gehört.

Noch vier Wochen schnattern und über die Wiese watscheln: Die Biogänse von Anton Rauber haben ein artgerechtes Leben, bis sie in den Schlachthof gefahren werden.
Noch vier Wochen schnattern und über die Wiese watscheln: Die Biogänse von Anton Rauber haben ein artgerechtes Leben, bis sie in den Schlachthof gefahren werden. | Bild: Claudia Wörner

Gastronomiebetriebe belieferte der Immenstaader Landwirt bereits vor Corona nicht. Eventuell sei aufgrund der geschlossenen Restaurants damit zu rechnen, dass nicht nur zu St. Martin, sondern auch zu Weihnachten mehr Gänse in den heimischen Backofen wandern. „Damit kann auch bei uns die Nachfrage nach unseren Biogänsen eher steigen. Aber wir wissen es natürlich nicht“, sagt Anton Rauber. Nach telefonischer Bestellung bekommt der Kunde seine Biogans ausgenommen und verpackt, samt Innereien.

Nach Weihnachten wären Gänse zu fett und zäh

Schlachten lassen wird Anton Rauber seine Gänseschar zum Jahresende auf jeden Fall. Werden sie doch sonst fett und zäh, wie er erzählt. Im nächsten Juli wird er wieder vier Wochen alte Gänseküken bekommen, die nicht mehr unter die Wärmelampe müssen, und die Aufzucht wird von Neuem beginnen.

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