Familienfreundlich, naturnah und modern – diese Merkmale des Tourismus in Immenstaad verkörpert auch die neue Tourist-Info im Rathaus. An der Stelle des früheren Restaurants „Zum Ratsherrn“ empfangen die neuen Räume ihre Gäste.

Schon von außen setzt das Haus die ersten Signale: Das Vordach aus Stahl schützt nicht nur Besucher vor Regen und Sonne. Es verschattet auch im Sommer die großen Fenster auf der Südseite vollständig, so dass sich die Räume weniger aufheizen. Das Licht der tiefer stehenden Wintersonne gelangt trotzdem hinein. Die Solarpanele auf dem Vordach sollen in Zukunft Strom für eine E-Bike-Ladestation liefern.

Informationen im Echtzeit

Im Windfang können Besucher bereits auf einem interaktiven Bildschirm Informationen zu Ausflugszielen, Gastgebern, Einkaufsmöglichkeiten und Verkehrsverbindungen suchen. „Unsere Gäste können hier in Echtzeit sehen, wann der nächste Bus vom Rathaus Richtung Friedrichshafen oder Überlingen fährt, oder wann das nächste Schiff ablegt“, sagt Ruth Höft, Leiterin der Tourist-Info. Auch außerhalb der Öffnungszeiten steht diese Infotafel zur Verfügung.

Ein Boot als Blickfang

Direkt neben dem Eingang steht ein Tischchen mit Malstiften bereit, Fensterplätze in Rot laden zum Beobachten des Lebens auf dem Platz draußen ein. Der Tresen ist mit unterschiedlichen Höhen so gestaltet, dass Kinder oder Rollstuhlfahrer ihn gut erreichen können. Den Blickfang bildet ein Bootsnachbau mit fachgerechter Takelung und einem Leinensegel aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts. Es dient als Ausstellungsfläche für regionale Anbieter. Eine Rampe dahinter ermöglicht einen barrierefreien Übergang ins Rathaus.

Im September 2018 stimmte der Gemeinderat der Neugestaltung der Tourist-Info zu. Das Architekturbüro Alexander Mohr übernahm die Planung und die Firma Robert Dauwalter den Innenausbau. Im August dieses Jahres wurde der Tourismusbereich fertiggestellt. Insgesamt kostete der Umbau 820¦000¦Euro, die Gemeinde erhielt dafür einen Zuschuss vom Land von 490¦000¦Euro. Der neuen Tourist-Info stehen nun 235¦Quadratmeter zur Verfügung. Ruth Höft und ihr Team arbeiten schon seit einigen Wochen hier. Sie verfügen jetzt über Büros mit höhenverstellbaren Arbeitsplätzen, einen Besprechungsraum und eine Teeküche. „Wir haben jetzt ungefähr doppelt so viel Platz wie vorher, das ist toll, vor allem auch für die Gäste“, sagt sie.

Nachhaltig gebaut

Schon beim Bau hat die Gemeinde auf Nachhaltigkeit geachtet, wie Ortsbaumeister Ulrich Kohler aufzeigt. „Schon der Fußboden ist aus Linoleum, das ist ein Naturprodukt aus Leinöl, Korkmehl und Jute“, sagt er. Die Fenster sind dreifach verglast und in den Leuchten sind LEDs verbaut. Eine kontrollierte Be- und Entlüftung ersetzt die Klimaanlage: Im Winter wird die Wärme der ausgeleiteten Luft über Wärmetauscher an die eingeführte Frischluft übertragen. „So gewinnen wir 90¦Prozent der Wärme der Abluft zurück“, sagt Kohler. Im Sommer kühlt die Nachtluft die Räume.

Bei der offiziellen Einweihungsfeier, die wegen der Infektionsschutzregeln im Freien stattfand, sagte Bürgermeister Johannes Henne. „Mit der Schaffung moderner touristischer Infrastruktur sind wir auf dem richtigen Weg.“ Nach den Anlaufschwierigkeiten im Frühjahr sei der Tourismus im Sommer seht erfolgreich gewesen. „Der Bodensee wurde in diesem Jahr und wird auch in Zukunft eine Destination sein, die mehr Menschen auf dem Schirm haben, wenn sie in Urlaub fahren.“

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €