Die Kinder vom Kinderhaus Immenstaad jubeln und klatschen Beifall. „Bravo!“, rufen sie. Gerade hat Armin Rauber vom Bauhof einen Fledermausnistkasten an einen Baum neben dem Kinderhaus angebracht.

Video: Corinna Raupach

Gestiftet hat ihn der die Ortsgruppe Immenstaad des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), verziert haben ihn die Kinder selbst.

Anita Konath und die Forschergruppe freuen sich über den Nistkasten am Kinderhaus.
Anita Konath und die Forschergruppe freuen sich über den Nistkasten am Kinderhaus. | Bild: Corinna Raupach

„Fledermäuse sind meine Lieblingstiere, weil sie fliegen können und so schön sind“, sagt Levius. Auch die anderen Kinder aus seiner Gruppe freuen sich, dass bald in ihrer Nähe Fledermäuse einziehen können. „Sie müssen sonst sterben, wenn sie nirgendwo schlafen können“, sagt Keoli. Felix ist optimistisch: „Vielleicht sehe ich sie dann, wenn ich mit meinem Papa spazieren gehe.“

Video: Corinna Raupach

Die Kinder gehören zur Forschergruppe im Kinderhaus. Mit ihren Erzieherinnen haben sie über Fledermäuse gesprochen und sie gemalt. Sie haben gelernt, dass diese Tiere mit den Ohren sehen und mit den Händen fliegen, dass sie jede Menge Nachtfalter und Schädlinge fressen und dass sie immer weniger Nistplätze finden.

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„Auch in Immenstaad wurden viele traditionelle Quartiere zerstört, durch den Abriss alter Häuser, die Verdichtung von Baugebieten und die Entfernung alter Baumbestände“, sagt Anita Konath, die die Aktion für den BUND koordiniert. Die Idee zu dem Projekt sei in einem Gespräch mit der Gemeinde entstanden. Diese habe ihre Unterstützung zugesagt. „Erst ging es nur um einen Nistkasten bei der neuen Kindertagesstätte im Seegaddel, aber dann haben wir auch mit den anderen Kitas Kontakt aufgenommen“, erzählt Konath.

Jetzt sollen alle sechs Kitas Fledermauskästen bekommen. Den ersten haben die Bauhofmitarbeiter für den Familientreff an die Linde am Rathausplatz gehängt, weitere sind im Hof der Kita Seegaddel und am Kindergarten auf dem Ruhbühl angebracht.

Auch die neue Kita Seegaddel bekommt einen Fledermausnistkasten.
Auch die neue Kita Seegaddel bekommt einen Fledermausnistkasten. | Bild: Corinna Raupach

Anita Konath berät dabei – die Ausrichtung muss stimmen und die Einflugschneise frei sein: „Es muss immer genug Platz unter den Kästen sein. Die Fledermäuse lassen sich fallen und fliegen dann los“, sagt sie. An der Grundschule hängen bereits zwei Nistkästen. Rektor Burkhard Zapkau freut sich schon auf seine neuen Schüler. „Wir haben auch noch mehr Bäume“, sagt er und lädt den BUND ein, wiederzukommen.

Burkhard Zapkau, Leiter der Stephan-Brodmann-Schule, lädt Peter Hecking und Anita Konath vom BUND ein, wiederzukommen.
Burkhard Zapkau, Leiter der Stephan-Brodmann-Schule, lädt Peter Hecking und Anita Konath vom BUND ein, wiederzukommen. | Bild: Corinna Raupach

In Immenstaad und Umgebung leben 17 Fledermausarten, in Kippenhausen wurde sogar das seltene und vom Aussterben bedrohte Graue Langohr nachgewiesen. Um ihnen zu helfen, empfiehlt Anita Konath nicht nur die Bereitstellung von Nistkästen. Durch den Verlust landschaftlicher Vielfalt und das Insektensterben finden die Kleinsäuger zu wenig Nahrung. „Jeder kann im Garten oder auf dem Balkon etwas tun“, sagt Konath. Nachtblühende, nektarreiche Pflanzen wie Nachtkerze, Mädesüß und Geißblatt locken Insekten an, von denen sich die Fledermäuse ernähren.