Auf den ersten Blick sehen die Immenstaader Finanzen für 2022 noch gut aus: Der Ergebnishaushalt weist im Entwurf von Kämmerer Matthias Herrmann ein positives Gesamtergebnis von 23 050 Euro aus. Der Schuldenstand reduziert sich bis Ende des Jahres auf 249 375 Euro, das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 38 Euro. Der Ergebnishaushalt umfasst ein Volumen von fast 21 Millionen Euro. „Wir schreiben eine schwarze Null, da freuen wir uns drüber. Nichtsdestotrotz haben wir ein ordentliches Ergebnis mit einem sechsstelligen Minus“, sagte Herrmann. Das bedeute, dass die Gemeinde nicht in der Lage sei, die laufenden Aufwendungen zu erwirtschaften und ihre Vermögenswerte zu erhalten. Das positive Gesamtergebnis ist die Folge der Auflösung von Rücklagen, das Saldo im Finanzhaushalt beträgt fast zwei Millionen.

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Der Gemeinderat beschloss einstimmig den Haushaltsplan, jedoch mahnten alle Fraktionen zu Haushaltsdisziplin. Die Gemeinde hat sich für die kommenden Jahre viel vorgenommen. Hubert Langenstein von den Freien Wählern benannte in seiner Haushaltsrede große Ziele wie Erneuerung der Grundschule, Neubau einer Sporthalle, Sanierung des Aquastaad und Glasfaserausbau, die ohne neue Schulden nicht zu bewerkstelligen seien. Er plädierte dafür, die Personalkosten von über sieben Millionen auf den Prüfstand zu stellen: „Wir haben Personalkosten von über 1000 Euro pro Einwohner.“ Das sei im Vergleich zu anderen Seegemeinden fast doppelt so hoch. Da etwa die Hälfte der Personalkosten in die Kinderbetreuung fließe, müsse hier optimiert werden. Zudem forderte er ein Personalentwicklungskonzept für die Verwaltung.

Die Tartanbahn der Sportanlage Forstwiesen soll saniert werden.
Die Tartanbahn der Sportanlage Forstwiesen soll saniert werden. | Bild: Corinna Raupach

Martin Frank von der CDU nannte den Haushalt 2022 „Die Ruhe vor dem Sturm“. Er rechnet mit einem Investitionsvolumen von 25 bis 30 Millionen für die anstehenden Großprojekte. Daher rief er dazu auf, Einnahmen und Ausgaben regelmäßig zu überprüfen – allein das Aquastaad verschlinge jährlich eine Million Euro.

Für die SPD lobte Marco Theiling die ersten Schritte in Richtung Stabilisierung, warnte aber: „Eine Haushaltskonsolidierung ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf.“ Markus Böhlen von den Grünen mahnte, das Kernziel der Klimaneutralität nicht aus den Augen zu verlieren. Das Geld für ein Verkehrskonzept sei gut angelegt. Alle weiteren Maßnahmen seien immer auch unter dem Aspekt der CO2-Bilanz zu begutachten.