„Wegwerfkinder“ werden sie genannt: tausende Kinder und Jugendliche, die in der bolivianischen Hauptstadt La Paz auf der Straße leben. Ohne Eltern, ohne Fürsorge und in bitterer Armut haben sie kaum eine andere Chance als ein Leben in Kriminalität, Prostitution und Gewalt. 1994 gründete der katholische Pfarrer Josef Neuenhofer für sie die „Fundación Arco Iris“ – die Regenbogen-Stiftung.

Hilfswerk unterstützt über 6000 Kinder und Jugendliche

Der Rottweiler Pfarrer wurde von der Diözese nach La Paz entsandt, um sich um Straßenkinder zu kümmern. Das von ihm gegründete Hilfswerk unterstützt heute über 6000 Kinder und Jugendliche mit Wohnheimen, medizinischer Hilfe, Bildung, Ausbildung, Beratung und Betreuung. Fast 200 Menschen arbeiten in dem Projekt mit.

Ehepaar Jäger gewann TuS Immenstaad für Aktion

Alle zwei Jahre kommt der über 80-jährige Pfarrer bei seinem Deutschland-Besuch auch nach Immenstaad, um mit Vorträgen für seine Projekte zu werben. In diesem Jahr ist das wegen Corona nicht möglich. „Da hatte ich die Idee, eine Spendenaktion für ihn zu starten“, sagt Karin Jäger. Sie und ihr Mann Karl gewannen den TuS Immenstaad, bei dem sich beide seit Jahrzehnten engagieren, für die Aktion.

Pfarrer Josef Neuenhofer sucht die Kinder in La Paz auch an ihren Schlafplätzen auf, etwa unter Brücken.
Pfarrer Josef Neuenhofer sucht die Kinder in La Paz auch an ihren Schlafplätzen auf, etwa unter Brücken. | Bild: Fundación Arco Iris

Kinder leiden unter Corona, weil sie kein Geld verdienen können

„Corona hat auf die Kinder dort schlimme Auswirkungen. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt, indem sie Schuhe putzen, Lasten tragen oder an Kreuzungen Süßigkeiten verkaufen. Das ist wegen der Kontaktbeschränkungen nicht mehr möglich“, sagt Karin Jäger. Die Stiftung verteile jetzt über ein Notprogramm wöchentlich Lebensmittel für 1350 Kinder. „Ich kann die Welt nicht retten, aber deswegen lege ich nicht die Hände in den Schoß.“

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TuS überweist Geld an den Förderverein des Projekts in Rottweil

Das Wohl von Kindern und Jugendlichen liegt dem Ehepaar besonders am Herzen, nicht nur das seiner sieben Enkel. Am Projekt in La Paz ist ihm wichtig, dass das Geld ohne Verluste ankommt. „Wir sammeln das Geld hier auf den Konten des TuS Immenstaad und schicken es an den Förderverein in Rottweil. Von dort kommt es direkt den Kindern in La Paz zugute“, sagt Karl Jäger. Zudem bekämen so alle Spender Spendenbescheinigungen. Ende November soll die Aktion beendet sein.

Schon mehrfach Hilfsaktionen in Immenstaad für „Arco Iris“

Immenstaad hat sich schon mehrfach für „Arco Iris“ eingesetzt: Schüler der Stephan-Brodmann-Schule spendeten den Erlös gebastelter Adventskalender. Ein Drittel des Erlöses einiger Hungermärsche, von Karin und Karl Jäger organisiert, kam der Stiftung zugute. Ein beinamputierter Junge erhielt neue Prothesen mit Geld vom Bodensee.