Seit Jahren stehen Um- oder Neubau der Immenstaader Grundschule und eine neue Festhalle ganz oben auf der Wunschliste der Gemeinde. Bei einer Informationsveranstaltung stellte die Gemeinde nun drei Entwürfe für mögliche Standorte vor.

Die erste Entwurf orientiert sich am Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs vor sechs Jahren. Danach sollte die Grundschule an ihrem alten Standort saniert und erweitert werden sowie Fest- und eine Sporthalle ebenfalls im Ort entstehen. Ein weiterer Entwurf sieht eine Komplettverlagerung von Schule und Hallen an einen Standort nördlich der B 31 vor, wobei dieser noch nicht festgelegt ist. Die dritte sogenannte „Hybridvariante“ beinhaltet eine Sanierung des alten Hauptschulgebäude und der Linzgauhalle sowie den Bau einer neuen Halle im Umland.

Bürgermeister Henne: „Es geht darum, wo der Betrieb von Schule am besten funktioniert“

Bürgermeister Johannes Henne nannte die Standortfrage eine der zentralen Fragen der Gemeindeentwicklung: „Es geht darum, wo der Betrieb von Schule am besten funktioniert, was städtebaulich sinnvoll ist, wie wir am besten vorankommen und wie wir das alles finanzieren können.“ Die Gemeinde habe die Verkehrssituation geprüft, die Bedürfnisse von Schule, Eltern und Vereinen abgefragt und sich über den Lärmschutz Gedanken gemacht. Die Standortanalyse nahm das Ailinger Architekturbüro Hildebrand und Schwarz vor.

Für das Planungsbüro stellte Uwe Schwarz die verschiedenen Varianten vor.
Für das Planungsbüro stellte Uwe Schwarz die verschiedenen Varianten vor. | Bild: Corinna Raupach

Uwe Schwarz stellte die Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen vor. Zunächst zeigte er den Entwurf, mit dem das Büro beim Wettbewerb 2016 erfolgreich war: alle Einrichtungen bleiben im Ort. Für die Grundschule wird die alte Grundschule saniert und etwas erweitert, die beiden Hallen werden in unmittelbarer Nähe weitgehend unterirdisch errichtet. „Der große Vorteil dieses Entwurfs war, dass die Anwohner kein hohes Gebäude vor die Nase gesetzt kämen“, sagte Schwarz.

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Anforderungen im Zeichen des Ganztagsbetriebs: Ausbau des alten Gebäudes reicht nicht mehr aus

In den Jahren, die seit dem Entwurf vergangen sind, hätten sich aber demografische Entwicklungen und die Anforderungen an eine Grundschule auch im Zeichen des Ganztagsbetriebs geändert, der Ausbau des alten Gebäudes reiche nicht mehr aus. Daher sieht die überarbeitete Variante des Entwurfs vor, die Grundschule auf dem Gelände ihres Schulhofs zu erweitern. „Der Vorteil dieser Variante ist, dass alle Grundstücke bereits im kommunalen Eigentum sind“, sagte Schwarz. Zu den Nachteilen zählten hohe Kosten, die ungünstige Verkehrssituation und das Fehlen von Erweiterungsmöglichkeiten.

Vier Standort-Optionen nördlich der Bundesstraße: Hier müsste die Gemeinde erst Flächen erwerben

Eine andere Option sei, Schule und Hallen nördlich der B 31-neu zu bauen. Dafür kämen vier Standorte in Frage: rechts und links der Straße nach Kippenhausen, gegenüber den Hochhäusern am Spiegelberg oder in der Nähe der Siedlung. Dafür spreche, dass die Gemeinde bei einem Bau während des regulären Betriebs völlig neue Einrichtungen bekäme und im Ort Entwicklungsmöglichkeiten gewinne. Dagegen spreche, dass die Gemeinde die Flächen erst erwerben müsste und die Kosten daher kaum kalkulierbar seien sowie der hohe Flächenverbrauch, der auch dem Landschaftsschutz entgegensteht.

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Bisher vom Gemeinderat favorisierte Variante setzt auf Sanierung im Ort und Neubau im Außenbereich

Die dritte und bisher vom Gemeinderat favorisierte Variante sieht daher vor, das alte Hauptschulgebäude und die Linzgauhalle zu sanieren und nur die zweite Halle im Außenbereich zu errichten. Die Sanierung von Schule und Linzgauhalle sei relativ schnell umzusetzen, die alte Substanz könne weiter genutzt werden und die Schule bleibe im Dorf. Allerdings müsste auch hier die Gemeinde Flächen erwerben und eine lange Planungszeit für den Bau im Außenbereich ansetzen.

In der anschließenden Diskussion meldeten sich bereits einige Immenstaader zu Wort. Edwin Brügel regte an, auch die neue Halle in den Ort zu bauen und so dem Landschaftsschutz Rechnung zu tragen. „Es gibt mit dem Parkplatz vor der Linzgauhalle eigentlich genügend Platz“, sagte Brügel. Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr hielt dagegen, dass die Feuerwehr den Parkplatz für ihre Übungen und als Stellplatz für Einsatzkräfte brauche.

Nach den Vorträgen gab es Gelegenheit, die Entwürfe genauer zu betrachten. Auf Stellwänden waren die verschiedenen Varianten ...
Nach den Vorträgen gab es Gelegenheit, die Entwürfe genauer zu betrachten. Auf Stellwänden waren die verschiedenen Varianten ausgestellt. Die Ausstellung wird noch gut zwei Wochen im Rathaus zu sehen sein. | Bild: Corinna Raupach

Rektor Burkhard Zapkau: „Mit den Kindern über die B-31-Brücke gehen, das geht gar nicht“

Dem Rektor der Stephan-Brodmann-Schule Burkhard Zapkau gefiel der Gedanke, die Schule im Ort zu lassen. „Kurze Beine, kurze Wege. Mit den Kindern über die B-31-Brücke gehen, das geht gar nicht“, sagte er. Auch zur Sporthalle für den Schulsport sollten die Kinder nicht weit laufen müssen. Marco Rück fragte, was bei der Hybridvariante aus dem Gebäude der alten Grundschule werden solle. Es bleibe im Bestand und könne für Schulzwecke, Vereine oder Volkshochschule genutzt werden, antwortete Henne.

Bürgermeister Johannes Henne lud zur Bürgerbeteiligung ein.
Bürgermeister Johannes Henne lud zur Bürgerbeteiligung ein. | Bild: Corinna Raupach

Ulrike Huber wollte wissen, ob die Sanierung des alten Hauptschulgebäudes ausreiche, um Unterrichtsräume für eine moderne Pädagogik zu schaffen. Architekt Uwe Schwarz erläuterte, Gebäude aus dieser Bauzeit seien vergleichsweise gut umzugestalten, sie könnten bis auf ihr Skelett abgetragen werden: „Dann kommt es nur darauf an, wie mutig ist der Bauherr und wie mutig ist der Nutzer. Es ist sehr viel möglich, aber diesen Weg muss man gemeinsam gehen.“

Bis zum 3. April können die Immenstaader über eine Umfrage, per Brief oder per Mail weitere Vorschläge und Kritik äußern. In seiner Sitzung im Mai soll der Gemeinderat den zukünftigen Standort von Schule und Hallen beschließen. „Noch ist nichts entschieden“, sagte Bürgermeister Johannes Henne.