Der Gedanke an den eigenen Tod oder den geliebter Menschen ist unangenehm. Um den Hinterbliebenen Stress und Auseinandersetzungen zu ersparen, sind jedoch Vorbereitungen hilfreich. Ob jemand nach dem Tod begraben oder verbrannt werden möchte, ein traditionelles Grab auf dem Friedhof, eine anonyme Bestattung im Friedwald oder eine Seebestattung (allerdings nur auf der Schweizer Seite möglich) wünscht, sollten die Hinterbliebenen wissen. Auch Hinweise auf die Art des Abschieds – ob religiös oder säkular, musikalisch oder still, groß oder klein – können es den Trauernden erleichtern.

Reihengräber sind für die Bestattung einer Person vorgesehen.
Reihengräber sind für die Bestattung einer Person vorgesehen. | Bild: Corinna Raupach

Anderes ist nicht planbar, die genaue Lage der letzten Ruhestätte etwa. Ein Immenstaader Ehepaar suchte sich auf dem Friedhof einen Ort, an dem es begraben werden wollte. Beim Rathaus bekam es dann die Auskunft, dass das nicht möglich sei. Welches Grab zum Zeitpunkt des Todes zur Verfügung steht, ist nicht vorhersehbar. „Die Grabfeldvergabe geschieht der Reihe nach“, erklärt Hauptamtsleiter Michael Haase. Das soll es ermöglichen, die Grabfelder nach Ablauf der Ruhezeiten zur Gänze zu räumen. „Da ist viel Pietät und Rücksichtnahme notwendig“, sagt Haase.

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Wählen können die Hinterbliebenen zwischen Reihen- und Wahlgrab. Ein Reihengrab ist für eine Bestattung vorgesehen. Die Ruhezeit endet nach 25 Jahren, dann muss das Grab abgeräumt werden. „Bei einem Wahlgrab besteht die Möglichkeit, die Ruhezeit zu verlängern, wenn etwa Angehörige ebenfalls dort bestattet werden wollen“, sagt Jennifer Bentele, die im Rathaus für das Friedhofswesen zuständig ist. Reihen- und Wahlgräber liegen in unterschiedlichen Feldern auf dem Immenstaader Friedhof. Auch bei der Urnenwand gibt es Reihen- und Wahlnischen.

Die Grabfelder mit Reihengräbern können nach Ablauf der Ruhezeit zur Gänze geräumt werden.
Die Grabfelder mit Reihengräbern können nach Ablauf der Ruhezeit zur Gänze geräumt werden. | Bild: Corinna Raupach

Für die Grabvergabe und auch für die Herstellung des Grabs ist das Markdorfer Bestattungsinstitut Vogt verantwortlich. Die Gemeinde Immenstaad hat diese Dienstleistung 2011 ausgeschrieben. Seitdem verlängert sich der Vertrag jährlich, wenn er nicht gekündigt wird. „Leider bewerben sich immer weniger Firmen darum. Damals hat sich von sechs angeschriebenen Bestattern nur einer gemeldet, das war die Firma Vogt„, sagt Haase.

„Es hat gar nicht jedes Institut die Möglichkeit, das ist ein sehr zeit- und kostenintensives Segment.“
Heinz Vogt

Das hat seinen Grund, sagt Geschäftsführer Heinz Vogt: „Es hat gar nicht jedes Institut die Möglichkeit, das ist ein sehr zeit- und kostenintensives Segment.“ Es braucht dafür nicht nur spezielle Maschinen, die Gräber ausheben können, ohne umliegende Anlagen zu beschädigen, sondern auch Menschen, die dieses Handwerk beherrschen. „Sie müssen die Bodenverhältnisse berücksichtigen, das Wetter mit einbeziehen, die Statik gewährleisten. Und sie brauchen Fingerspitzengefühl, sie müssen freundlich mit den Leuten auf dem Friedhof umgehen können“, sagt Vogt. Die Firma hat Niederlassungen in Markdorf, Salem, Überlingen, Meersburg und Friedrichshafen. Aber nur zwei Mitarbeiter übernehmen die Grabherstellung.

Da die Ruhezeiten bei Wahlgräbern verlängert werden können, werden in diesen Feldern häufiger Einzelstellen frei.
Da die Ruhezeiten bei Wahlgräbern verlängert werden können, werden in diesen Feldern häufiger Einzelstellen frei. | Bild: Corinna Raupach

Die Firma Vogt ist auch für die Aussegnungshalle zuständig und vergibt dort die Termine. Welchen Bestatter die Hinterbliebenen für Formalitäten, Überführung und Trauerfeier wählen, ist davon unabhängig. Sie können auch das von ihnen gewählte Unternehmen bitten, die Gespräche mit der Firma Vogt zu übernehmen, sodass sie nicht mit zwei Instituten zu tun haben. Nach der Bestattung übernimmt dann wieder die Gemeinde. Sie sorgt für die Ordnung auf dem Friedhof und kontrolliert die Grabpflege.

Auch bei den Urnenwänden gibt es Reihen- und Wahlnischen.
Auch bei den Urnenwänden gibt es Reihen- und Wahlnischen. | Bild: Corinna Raupach