Die Idee kam aus dem Gemeinderat: Der St.-Vinzenz-Pallotti-Weg neben der B 31 zwischen Immenstaad und Hagnau könnte zur Fahrradstraße werden. Das wäre nach Prüfung durch die Verwaltung möglich, sagte Markus Rößler von der Bauverwaltung im Immenstaader Gemeinderat. Eine Fahrradstraße könne dort eingerichtet werden, wo der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart sei. „Da der Bodenseeradweg über den St.-Vinzenz-Pallotti-Weg geführt wird, liegt diese Voraussetzung vor“, sagte Rößler.

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Er schlug vor, den Weg bis zur Einmündung Hardtstraße zur Fahrradstraße zu machen. Die Zusatzzeichen „Anlieger frei“ und „Landwirtschaftlicher Verkehr frei“ sollten die Zufahrt für Bewohner und die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen in dem Bereich gewährleisten.

Sperrung für Autofahrer – Kritik von Gemeinderäten

Daran, den Weg für alle anderen Autofahrer zu sperren, regte sich Kritik im Gemeinderat. „Wir unterstützen die Idee einer Fahrradstraße, sehen sie in dem Bereich aber problematisch. Wir würden damit die Verbindung nach Kippenhausen komplett abschneiden“, sagte Andreas Graf (Freie Wähler). Auch Grünen-Gemeinderätin Sonja Hess war skeptisch: „Die Idee geht in die richtige Richtung. Aber wenn ich von Kippenhausen ins Strandbad will, fahre ich diese Straße“, sagte sie. Martin Gomeringer (Grüne) ergänzte: „Das ist für uns Kippenhauser der kürzeste Weg zum Einkaufen.“ Ohne diese Verbindung wären große Umwege zu fahren.

Für viele Kippenhauser ist der St.-Vinzenz-Pallotti-Weg die kürzeste Verbindung zum Einkaufen oder zum Strandbad.
Für viele Kippenhauser ist der St.-Vinzenz-Pallotti-Weg die kürzeste Verbindung zum Einkaufen oder zum Strandbad. | Bild: Corinna Raupach

Der Kippenhauser Ortsvorsteher Martin Frank plädierte dafür, nichts zu verändern: „Der Ist-Zustand ist dem einer Fahrradstraße schon sehr ähnlich, da fahren oft zwei oder drei Fahrräder nebeneinander. Die Verkehrsteilnehmer nehmen Rücksicht aufeinander.“ Stefan Siebenhaller (CDU) befürchtete Konflikte zwischen Radlern und Landwirten, wenn die Landwirte auf der Strecke nur noch geduldet seien.

Alternative: Kein Verbot von Autos, aber Vorrang für Radfahrer

Marco Theiling (SPD) schlug vor, die Ausnahmeregelungen anders zu fassen: „Es gibt andere Zusatzzeichen für Fahrradstraßen, man kann auch den Kfz-Verkehr erlauben“, sagte er. Das würde bedeuten, die Radfahrer hätten Vorrang und dürften nebeneinander fahren und die Geschwindigkeit würde auf 30 Stundenkilometer begrenzt.

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Der Gemeinderat beschloss, die Entscheidung über die Einrichtung der Fahrradstraße im kommenden Jahr zu treffen. Dann soll ein umfassendes Verkehrskonzept für Immenstaad erarbeitet werden.