Ein Teppichmesser und eine Schere werden gezückt und schon ist das Transparent der Bürgerinitiative Immenstaad B 31-neu Vergangenheit. Fast eineinhalb Jahre hatte es an der Siedlung für den Neubau der Bundesstraße auf der Trasse C1.1 geworben. Nachdem diese Variante für das Regierungspräsidium nicht mehr infrage kommt, nimmt die Inititiative das Plakat ab.

„Wir sind an einer möglichst schnellen Lösung interessiert“

„Etwas Wehmut ist schon dabei“, sagt Dieter Kirchhoff, der Vorsitzende der Bürgerinitiative. Er hält bis heute die Trassenvariante weiter im Hinterland für die beste Lösung. „Je weiter weg die Straße vom Bodensee gewesen wäre, desto besser“, findet er. Aber da das vor allem aus Naturschutzgründen nicht machbar sei, werde sich die Bürgerinitiative für Verbesserungen der vom Regierungspräsidium bevorzugten Trasse B1 einsetzen. „Wir sind an einer möglichst schnellen Lösung interessiert.“

Wo die Initiative Verbesserungsbedarf bei Variante B1 sieht

Sein Stellvertreter Heinolf Kielkopf ergänzt: „Die B1 ist ein Kompromiss, hinter dem wir stehen können. Aber wir wollen Optimierungen.“ So soll die tatsächliche Trasse im derzeit möglichen Korridor nach den Vorstellungen der Bürgerinitiative möglichst weit im Norden verlaufen. „Von der Siedlung im Ruhbühl muss die Straße weiter weg, oder der Tunnel muss länger werden“, sagt Kielkopf.

Auch auf landwirtschaftliche Flächen müsse mehr Rücksicht genommen werden. „Das sind wertvolle Grundstücke, die können nicht in der Mitte durchgeschnitten werden. Da muss man dafür sorgen, dass die Obstbauern die weiter gut bewirtschaften können.“

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Auf den geplanten Standstreifen solle verzichtet werden, um den Flächenverbrauch nicht weiter zu erhöhen, sagt Kirchhoff. „Man sieht in Ravensburg, dass der Verkehr ohne Standstreifen ganz entspannt läuft. Wo es die Natur nicht allzu sehr betrifft, könnte man Haltenbuchten einrichten.“

„Wir bleiben auf jeden Fall wachsam“

Die im März 2017 gegründete Bürgerinitiative hat immer noch knapp 500 Mitglieder – und die haben einen langen Atem. Sie wissen, dass es mindestens ein Jahr dauern wird, bis das Regierungspräsidium nach den rechtlichen Prüfungen in die Detailplanung einsteigt. „Wir bleiben auf jeden Fall wachsam“, sagt Kielkopf. Die Pfähle, an denen das Plakat gehangen hat, lässt die Bürgerinitiative vorerst stehen.

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