Trotz Corona-Krise war in den vergangenen drei Wochen einiges los im Aquastaad in Immenstaad. Die Mitarbeiter haben die Corona-Zwangspause im November genutzt, um dem Bad eine Grundreinigung zu verpassen.

Von Fenstern über Fugen, dem Beckenboden und den Abflussrinnen über die Umkleiden und die Duschen bis hin zur Technik, den Pumpen und den Wasserfiltern: Das fünfköpfige Team rund um Betriebsleiter Ralf Kaiser hat geputzt, kontrolliert und gewartet.

Ralf Kaiser ist Betriebsleiter des Immenstaader Schwimmbads. Auch er packt bei der alljährlichen Grundreinigung tatkräftig mit an.
Ralf Kaiser ist Betriebsleiter des Immenstaader Schwimmbads. Auch er packt bei der alljährlichen Grundreinigung tatkräftig mit an. | Bild: Mona Lippisch

„Eigentlich steht die jährliche Grundinspektion bei uns im Dezember auf dem Programm. Dann ist das Bad für drei Wochen geschlossen und wir kümmern uns um den Jahresputz“, sagt Kaiser. Weil das Aquastaad wegen der Corona-Pandemie in den vergangenen Wochen geschlossen bleiben musste, habe der Betriebsleiter beschlossen, die Inspektion vorzuziehen.

Ralf Kaiser betont: Würde die Politik die Corona-Regeln entschärfen, wäre das Hallenbad jederzeit bereit, um wieder zu öffnen. Denn die Grundreinigung lief ohne große Komplikationen. „Dieses Jahr war alles in Ordnung. Wir haben nur kleine, unauffällige Schäden gefunden und direkt behoben.“

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Wie läuft eine Grundreinigung im Schwimmbad ab?

Die umfangreiche Putzaktion beginnt damit, dass das Wasser im Kinder- und Schwimmerbecken abgelassen wird. Nur so könne auch der Beckenboden komplett gesäubert und kontrolliert werden.

Video: Mona Lippisch

„Eventuelle Mängel, zum Beispiel an den Wasserdüsen können wir dann schnell erkennen und beseitigen“, erklärt Ralf Kaiser. Die Kontrollen seien wichtig für die Sicherheit der Badegäste. „Wir wollen ja nicht, dass beispielsweise ein Kind unter Wasser irgendwo hängen bleibt und nicht mehr hoch kommt“, nennt der Betriebsleiter ein Beispiel.

Das Wasser im Baby- und Kinderbecken ist noch nicht neu aufgefüllt.
Das Wasser im Baby- und Kinderbecken ist noch nicht neu aufgefüllt. | Bild: Mona Lippisch

Die Kontrollen und die Reinigung finden von „oben nach unten“ statt. Zuerst werden die Becken gesäubert, danach geht es in die Kellerräume. Dort sind Technik, Filteranlagen, Pumpen und Leitungen an der Reihe.

Putzen mithilfe einer großen Gießkanne

Beim Putzen ist das Aquastaad-Team noch recht „oldschool“(altmodisch) unterwegs, wie es der Betriebsleiter bezeichnet. Das Reinigungsmittel wird in eine große rote Gießkanne gefüllt und mit Wasser verdünnt – so verteilen es die Mitarbeiter dann auf dem Boden rund um das Becken und schrubben den Boden.

Mithilfe dieser roten Gießkanne wird das verdünnte Reinigungsmittel großflächig auf dem Boden verteilt.
Mithilfe dieser roten Gießkanne wird das verdünnte Reinigungsmittel großflächig auf dem Boden verteilt. | Bild: Mona Lippisch

Auch die Beckenrinnen am Rand des Schwimmerbeckens werden beim Großputz auseinandergebaut und komplett gereinigt. „Wir erneuern die Fugen und bessern die Siebe aus“, erklärt Kaiser.

Beim Saubermachen sind die Mitarbeiter des Bades sorgfältig: Auch die Beckenrinnen werden auseinandergebaut und gereinigt.
Beim Saubermachen sind die Mitarbeiter des Bades sorgfältig: Auch die Beckenrinnen werden auseinandergebaut und gereinigt. | Bild: Mona Lippisch
Die Rinnen am Rand des Schwimmerbeckens werden komplett gereinigt.
Die Rinnen am Rand des Schwimmerbeckens werden komplett gereinigt. | Bild: Mona Lippisch

Nicht nur in und um die Becken herum sind die Mitarbeiter damit beschäftigt, aufzuräumen und zu putzen. Auch die Umkleiden und die 278 Schließfächer stehen auf der Agenda des Schwimmbad-Teams. „Die Schlösser werden geölt und bei Bedarf ersetzt“, ergänzt Ralf Kaiser.

Zwischen den Schließschränken herrscht zum Zeitpunkt der Aufnahme noch keine Ordnung. Wegen der Corona-Krise dürfen nur etwa drei Schränke pro Reihe genutzt werden.
Zwischen den Schließschränken herrscht zum Zeitpunkt der Aufnahme noch keine Ordnung. Wegen der Corona-Krise dürfen nur etwa drei Schränke pro Reihe genutzt werden. | Bild: Mona Lippisch

Fernab der Schwimmbecken geht das Aufräumen weiter

Auch die Räume abseits des öffentlichen Bereichs werden von den Helfern auf Vordermann gebracht. In einem Zimmer fällt besonders ein großer, vollgeladener Wagen ins Auge. Bunte Handtücher, kleine und große Bälle sowie Spielsachen stapeln sich dort. Es ist das Fundbüro des Aquastaads. „Ein halbes Jahr bleiben die Fundsachen bei uns. Wenn sich in der Zeit niemand meldet, kommen sie weg“, sagt Kaiser.

Großes Durcheinander: Auf einem Wagen stapeln sich die Fundstücke aus den Sommermonaten.
Großes Durcheinander: Auf einem Wagen stapeln sich die Fundstücke aus den Sommermonaten. | Bild: Mona Lippisch

Weiter geht es ein Stockwerk tiefer: Unter den Becken liegt die Schwimmbadtechnik verborgen. Und auch die muss gesäubert und gewartet werden, wie etwa der Mehrschichtfilter für das Kinderbecken. Er filtert das Wasser mithilfe von Aktivkohle und einer Sandschicht – danach wird es über Pumpen zurück ins Becken transportiert.

Betriebsleiter Ralf Kaiser neben der Filteranlage für das Kinderbecken. „Auch die Filter müssen gesäubert, gewartet und kontrolliert werden“, sagt er.
Betriebsleiter Ralf Kaiser neben der Filteranlage für das Kinderbecken. „Auch die Filter müssen gesäubert, gewartet und kontrolliert werden“, sagt er. | Bild: Mona Lippisch
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Ein paar wenige Meter entfernt befindet sich die Technik für das große Schwimmbecken. Zahlreiche Rohre laufen an der nur etwa 1,60 Meter hohen Decke entlang: Eines transportiert das Schmutzwasser, ein anderes das saubere Wasser und ein weiteres bringt das Wasser in den Ausgleichsbehälter – eine Station zwischen Schwimmbecken und Filteranlage.

Rohre, Rohre, Rohre: Unter dem Schwimmerbecken laufen viele verschiedene Wasserleitungen entlang.
Rohre, Rohre, Rohre: Unter dem Schwimmerbecken laufen viele verschiedene Wasserleitungen entlang. | Bild: Mona Lippisch

Haben die Mitarbeiter des Aquastaads das Bad von „oben nach unten“ geputzt und kontrolliert, wird das Wasser wieder in die Becken eingelassen. Zum Zeitpunkt des SÜDKURIER-Besuchs ist das Schwimmerbecken schon fast komplett voll. Betriebsleiter Ralf Kaiser sagt: „Es gibt noch eine kleine Reparaturarbeit an den Düsen, dann wird der Rest aufgefüllt.“

Das Wasser im großen Becken des Schwimmbads ist fast komplett aufgefüllt.
Das Wasser im großen Becken des Schwimmbads ist fast komplett aufgefüllt. | Bild: Mona Lippisch

Die Wochen des Großputzes seien für das Aquastaad-Team „ganz besondere“ Wochen. „Es sind die einzigen Wochen im Jahr, in denen wir alle zusammen arbeiten und die Wochenenden komplett frei haben“, sagt Kaiser. „Aber natürlich freuen wir uns auch wieder auf die Badegäste und auf unsere eigentliche Arbeit.“

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