In Immenstaad verfügen 503 Adressen nicht über schnelles Internet. Das hat eine von der Gemeinde in Auftrag gegebene Markterkundung ergeben. Da sich in der Gemeinde drei Netzbetreiber engagieren, sind rund 73 Prozent der Haushalte bereits mit Breitbandanschlüssen versorgt. Tim Wegemann von der Beraterfirma „Tktvivax“ stellte die Ergebnisse der Markterkundung vor, musste aber gleich einschränken: „Wir müssen da noch nachschärfen.“

Ein Netzanbieter macht fehlerhafte Angaben

Für die Untersuchung hatte seine Firma die Daten der drei in Immenstaad vertretenen Netzanbieter abgefragt. Dabei geht es um die Geschwindigkeit der Datenübertragung. Als „weiße Flecken“ gelten Bereiche, in denen diese unter 30 Mega-Bit pro Sekunde (Mbit/s) liegt. An „grauen Flecken“ liegt die Versorgung unter 100 Mbit/s im Download.

Tim Wegemann stellt die Ergebnisse der Markterkundung im Gemeinderat vor.
Tim Wegemann stellt die Ergebnisse der Markterkundung im Gemeinderat vor. | Bild: Corinna Raupach

Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse auf der Webseite der Gemeinde hätten sich Bürger beschwert. „Wir haben weitere 20 Stichproben gezogen und in allen 20 Fällen stimmten die Angaben nicht“, sagte Wegemann. Nun müssten auch die anderen Daten überprüft werden. Die fehlerhaften Angaben des Versorgers könnten dazu führen, dass es länger dauert, bis im Immenstaad weitere Glasfaserkabel verlegt werden.

Erst nach Markterkundung können Zuschüsse beantragt werden

Das Verfahren ist ohnehin kompliziert. Für die Beseitigung weißer und grauer Flecken kann die Gemeinde Zuschüsse bei Bund und Land beantragen. Bei einem positiven Bescheid trägt der Bund die Hälfte der Kosten, das Land Baden-Württemberg weitere 40 Prozent. Bei der Gemeinde verbleibt ein Eigenanteil von zehn Prozent. Das aber dauert.

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Für die weißen Flecken hatte die Gemeinde den Antrag im Juli 2020 gestellt. Über ein Jahr später, im September 2021, erhielt sie die Förderzusagen. Das habe auch mit dem Regierungswechsel im Land und einem Wechsel des Projektträgers zu tun, erklärte Wegemann. Diesmal sollte es schneller gehen. Für die Bearbeitung der Anträge zum neuen Programm, das sich den grauen Flecken widmet, hätten ihm die beteiligten Ministerien eine zügige Bearbeitung zugesichert.

Beginn des Ausbaus frühestens im vierten Quartal 2022

Er riet dem Gemeinderat, mit den Arbeiten zur Beseitigung der weißen Flecken zu warten. Dann könnte der Glasfaserausbau für graue und weiße Flecken gebündelt betrieben werden. Er rechnet damit, dass die Bescheide im Mai vorliegen könnten. Nach Aufrufen eines Bieterwettbewerbs für den Ausbau und weiteren Planungsarbeiten könnten die Arbeiten im vierten Quartal des Jahres beginnen. „Allerdings sind die Tiefbaukapazitäten in Deutschland begrenzt“, schränkte Wegemann ein.

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Den gemeinsamen Ausbau des Glasfasernetzes für weiße und graue Flecken befürwortete auch Ortsbaumeister Ulrich Kohler: „Wenn ich eine Straße aufreiße, macht es Sinn, auch die Leerrohre für die grauen Flecken mit zu verlegen.“ Der Gemeinderat beschloss, den Förderantrag für die Beseitigung der grauen Flecken zu stellen und beauftragte die Firma „Tktvivax“ mit der weiteren Beratung. Wenn die Kosten für die Beseitigung der grauen Flecken ermittelt sind, muss der Rat über die tatsächliche Durchführung der Maßnahme entscheiden.